11. September 2021 / 22:47 Uhr

Norberts Einwurf: Die Saison ist lang, aber ohne Punkte und Tore ist sie nichts

Norberts Einwurf: Die Saison ist lang, aber ohne Punkte und Tore ist sie nichts

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
einwurf
Jesse Marsch litt am Spielfeldrand, Norbert Wehrstedt auf der Tribüne. © dpa
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1:4 (0:1) unterliegt RB Leipzig dem FC Bayern München. Nach vier Bundesliga-Partien stehen magere drei Punkte zu Buche, zu wenig für die Ansprüche des Vizemeisters. Das Duell mit der Elf von Julian Nagelsmann offenbarte diverse Baustellen und provozierte Fragen, auch bei LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt.

Über dem Pflaster liegt noch Sand. Es ist noch Platz bis Platz 18. Aber wenn´s mit rechts so weiter geht wie bisher, rieselt weiterer Sand ins Geschiebe. Die rechte Seite von RB ist eine Dauerbaustelle. Kommt die Flanke von links, findet sie niemanden. Schalten die Bayern links auf Turbo nach vorn, treffen sie auf freien Rasen. Nordi Mukiele konnte einem leid tun. Er blieb viel, hinten wie vorn, allein - und so unglücklich wie RB-Passspiele im Bayern-16er. Da fanden Absender und Adressat so schwer zueinander wie der Ball ins Neuer-Tor.

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Na gut, dass die Bayern Geschenke bekommen, damit muss man nicht hadern. Das ist so normal wie Bayern-Handspiele ohne Pfiffe. Gehört zu all den Geheimnissen einer 100-jährigen Meisterschaft. Von dieser Schale ist RB gerade genauso weit entfernt. Liegt es an den Neuen, die eingefügt werden müssen? An einer anderen Spiel-Weise? Oder an rätselhaften Wechseln? Lukas Klostermann für Willi Orban (Innenverteidigung): Wer hätte damit gerechnet, da das Unglück von Bayerns linker Seite kam – und auf eine unbefestigte rechte RB-Seite traf? Sollte erst Konrad Laimer, dann Amadou Haidara befestigen? Keine Ahnung.

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In Omas Spruchbeutel steckt für vertrackte Tabellen-Lagen der Satz: Die Saison ist lang. Stimmt. Aber ohne Punkte und Tore ist sie nichts. Ohne Ideen am 16er noch weniger. Szoboszlai links, Nkunku rechts – kann man machen. Dann muss es aber auch funktionieren. So wie das Flicken des Rasens nach der ersten wilden Hälfte. Trotz der hohen Pinocchio-Dichte bei den Bayern.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist ab sofort in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".