16. Januar 2022 / 08:26 Uhr

Norberts Einwurf: Mit angezogener Handbremse zum Sieg in Stuttgart

Norberts Einwurf: Mit angezogener Handbremse zum Sieg in Stuttgart

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Tyler Adams von RB Leipzig im Zweikampf mit Stuttgarts Orel Mangala.
Tyler Adams von RB Leipzig im Zweikampf mit Stuttgarts Orel Mangala. © Getty Images/SPORTBUZZER-Montage
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Berauschend war RB Leipzigs 2:0-Sieg in Stuttgart keineswegs - im Gegenteil. Wenig Spektakuläres, viel Stückwerk. Die Roten Bullen können sich glücklich schätzen, dass am Samstag ein VfB im Abwärtstrend der Gegner war und ein gewisser Ungar das Tor hütet, findet LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt. 

Stuttgart/Leipzig. Hurra-Fußball sieht anders aus. Aber der vom August gegen den VfB ist ja inzwischen wohl auch eingemottet. Stattdessen viel Geschiebe, hin und her, vertikal und quer, ab und zu ein langer Ball nach vorn. Die Mitte ist dicht besetzt, da lässt sich´s prima nach hinten passen, wenn man nicht weiß, wer vorn das Ding haben will. Nur keine Chancen. In der Not hilft König Glück mit einem Elfer. Ruhe ist die erste Kickerpflicht.

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Dafür braucht RB dann aber auch Gegner wie Stuttgarts VfB. Verpasst, verdribbelt oder verstolpert - auch noch 97-prozentige. Oder Gulásci, mal Flieger, mal Flummi, macht jeden großen Angreifer klein. Gut für die Roten von der Pleiße, die mit Handbremse unterwegs waren. Oder einfach abwarteten, was da kommt.

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Der Auswärtsfluch ist gebrochen! RB Leipzig hat sich mit einem 2:0 beim VfB Stuttgart den ersten Auswärtssieg seit April 2021 erkämpft. Zur Galerie
Der Auswärtsfluch ist gebrochen! RB Leipzig hat sich mit einem 2:0 beim VfB Stuttgart den ersten Auswärtssieg seit April 2021 erkämpft. ©

Es kam wenig. Still schlummerte das Spiel über die Minuten. Wenn nicht Simakan, in den dichten Haarspitzen blaugrau, gerade mal wieder einen derben Tritt bekam, Silva so lange im 16er trickste, bis die Torchance weg flutschte, oder Nkunku der Ball im dichten Wald der Stuttgarter Beine versprang. Gvardiol machte seine Sache wieder verdammt clever als kroatische Eiche, wenn auch ohne Mainzer Durchmarsch-Lust. War dafür aber so beweglich auf dem Feld unterwegs wie Nkunku, Kampl und Adams. Nur eben wenig nach vorn.

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Leipzigs linke Seite trug die meiste Last - wie immer. Höchste Zeit, dass rechts endlich nachzieht. Da läuft es schon ewig unrund. Da muss nun bald auch mal hurra gespielt werden.