04. November 2021 / 07:43 Uhr

Norberts Einwurf: Nach dem verschossenen Elfer sprang RB Leipzigs Stottermotor an

Norberts Einwurf: Nach dem verschossenen Elfer sprang RB Leipzigs Stottermotor an

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
André Silva trat zum Elfmeter an - und verschoss.
André Silva trat zum Elfmeter an - und verschoss. © Picture Point / Montage
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RB Leipzigs Träume von der K.o.-Phase der Champions League sind nach dem 2:2 (1:2) gegen Paris Saint-Germain vorzeitig beendet. Das hätte nicht sein müssen. Doch André Silva verschoss früh einen Elfmeter. Für LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt war das die Schlüsselszene der Partie.

Obrigado, senhor! Das war´s. Böse Vorahnung lag in der Luft, als André Silva den Ball stibitzte. Ein Elfer? Das ist was für Emil Forsberg, den sicheren Schweden. Nun machte es ein unsicherer Portugiese. Es ging – die Ahnung trog nicht – schief. Jetzt sprang der Stottermotor an. Leipziger Schwung weg, Pariser Elan geweckt.

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Dabei wurde ab Anpfiff großartig gepresst und PSG gestresst - bis die alte Schwäche wieder ins Spiel kroch: Pässe ungenau, immer gern rund um den 16er, zu viel zurück, zu kompliziert. PSG lieferte einige Lehrminuten: klare, rasche, direkte Spielzüge plus geschickte Läufe plus Tempo. So einfach geht das.

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Während Di Maria den Preis als Schmierenkomödiant des Abends gewann, der Schiri gefühlt 57 gelbe Karten zog, bohrte die Frage aller Fragen: Wer bestimmt eigentlich, wer Elfer schießt? Hätte der in Minute zwölf gepasst, wäre das ganze Spiel sicher anders gelaufen.

Hätte, hätte, Fahrradkette … An Konrad Laimer lag das Remis, das wenig nutzt, nicht. Der wuchs über alle hinaus, zerrte an Ketten, rackerte hinten, trieb vorn an, brach in den Strafraum ein, verstolperte, stürzte, stand auf - und weiter ging´s. Mit Tyler Adams ein idealer Motor im Mittelfeld. So wie Mohamed Simakan so manchen PSG-Lauf stoppte. Vor allem nach dem Bruch und dem großen Grübeln bei RB: Eben noch 1:0 vorn, nun 1:2 hinten. Das Elfer-2:2 war schön, rettete aber nichts. Der andere Schütze vor Dominik Szoboszlai saß da bereits auf der Bank. Zum Glück.