08. April 2022 / 07:58 Uhr

Norberts Einwurf: RB Leipzig gegen Bergamo "zu behäbig, zu langsam, zu umständlich"

Norberts Einwurf: RB Leipzig gegen Bergamo "zu behäbig, zu langsam, zu umständlich"

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Dani Olmo hatte wenig zu lachen, wurde von Marten de Roon in Manndeckung und so aus dem Spiel genommen.
Dani Olmo hatte wenig zu lachen, wurde von Marten de Roon in Manndeckung und so aus dem Spiel genommen. © dpa
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1:1 trennen sich RB Leipzig und Atalanta Bergamo im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt war mit der Leistung der Gastgeber vor allem in Halbzeit eins nicht zufrieden, sah aber Lichtblicke in Halbzeit zwei. "Nach Wechseln wollte eine neue Truppe es offenbar einfach besser machen", meint er.

Nix steht in Bergamo so fest wie die alte Stadtmauer. Venezianisch. Nix kickt in Bergamo so fantastisch wie Luis Muriel. Kolumbianisch. Der Name klingt nach Mural (Wand, Mauer). Passt zur Spielweise der Truppe aus der Lombardei. Die steht fest – und hat Muriel. RB stand locker, spielte ratlos – und hatte wohl offenbar die Leverkusener Pleite nicht gesehen. Wer nicht zur Stunde kommt, muss nachsitzen. Oder hinterher sehen.

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Also konnte Muriel wie er wollte. Brauchte er nur einmal. Leipzig war ein bisschen geschockt – und blieb kompliziert. Ein paar Strafraumszenen, eher zufällig, ein paar Läufe als Versprechen, die noch im Lauf die Luft verloren. Alles zu behäbig, zu langsam, zu umständlich, zu fehlerhaft in den hektischen Pässen. Nicht nur alte venezianische Mauern sind eine Bastion. Bergamo-Beine sind es auch. Da blieben die Bälle hängen.

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Bis André Silva wieder mal das machte, was er so gut wie kein anderer bei RB kann: Elfer vergeigen. Wann gibt es denn nun endlich das Elfer-Verbot für alle Zeiten? Nicht nur höchste, sondern allerhöchste Zeit! Emil Forsberg kam viel zu spät.

Aber das Tor für RB fiel ja. Mit Glück. Danke, Signore Zappacosta! Auch wenn Bergamo RB gelegentlich heftig in Verlegenheiten brachte, am Ende lief der Rasenball noch einmal heiß. Nach Wechseln wollte eine neue Truppe es offenbar einfach besser machen. Hätte sie beinahe auch. Reif für die Startelf.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".