21. März 2022 / 07:26 Uhr

Norberts Einwurf: RB Leipzig und das "Zaubern als brotlose Kunst"

Norberts Einwurf: RB Leipzig und das "Zaubern als brotlose Kunst"

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Nach diesem Schuss landete der Ball im Tor. Abseits. Christopher Nkunku hätte das Leder zu Benjamin Henrichs durchlassen müssen.
Nach diesem Schuss landete der Ball im Tor. Abseits. Christopher Nkunku hätte das Leder zu Benjamin Henrichs durchlassen müssen. © Picture Point
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RB Leipzig betreibt viel Aufwand gegen Eintracht Frankfurt, erspielt sich auch ausreichend Chancen. Nur mit deren Verwertung klappt es so gar nicht. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt sah dem Treiben auf dem Rasen zwar gern zu, stellt aber fest dass "Schleifchen, Schnörkel, und Arabesken" allein, dann eben doch nicht reichen.

Seltsam, im Nebel zu spielen … Naja, ist ein bisschen unmöglich. Man sieht sich nicht. Nach dicken, bunten Schwaden am Sonntag erstmal Stillstand auf dem Rasen. Dann floss es … nicht. Oder tröpfelnd. Beide Truppen stehen sich auf den Füßen. Dicht dran am Mann als die erste Kickerpflicht. So wird es natürlich nichts mit Toren. An Christopher Nkunku hängen immer drei und quälen, auf Latte und Pfosten knallt der Ball zweifach, Freistöße landen im Nirwana – und wenn´s ganz dicke kommt, dann wird so lange gedribbelt, gedreht, gestolpert und kurz gepasst, bis alle Löcher Richtung Netz verschlossen sind.

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Es geht intensiv zu, Benjamin Henrichs ist auf rechts kaum im Spiel, nimmt dafür aber Flankeiro Filip Kostic aus genau dem. Wenigstens was. Josko Gvardiol ist auf links auf zack – und Ansgar Knauff, der Flinkfuss, abgemeldet. Hinten also alles bestens, auch mit Willi Orban, dem Ausputzer. Vorn wird, wenn nach ewigen Stafetten der Ball endlich am Frankfurter Strafraum ist, Zaubern als brotlose Kunst gezeigt.

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War schön anzusehen und mit Schleifchen, Schnörkel, Arabesken hoffnungsfroh aufgeladen. Der Seitenwechsel wurde allerdings gern mal vergessen. Zeitweilig hielt Frankfurt mit müden Betis-Beine ganz gut mit. Am Ende verlor RB 0:0 – und blieb damit eisern bei der Unentschieden-Tradition gegen die Adler. Das vierte Remis in Folge. Wimpel gibt es erst beim fünften.

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Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".