25. November 2021 / 07:48 Uhr

Norberts Einwurf: "Warum geht’s nicht immer so, Diva RB Leipzig?"

Norberts Einwurf: "Warum geht’s nicht immer so, Diva RB Leipzig?"

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzigs Auftritt in Brügge hinterließ bei Norbert Wehrstedt eine große Frage.
RB Leipzigs Auftritt in Brügge hinterließ bei Norbert Wehrstedt eine große Frage. © dpa / Montage
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RB Leipzigs Auftritt und 5:0-Erfolg (4:0) beim FC Brügge ließ so manches Herz höher schlagen. Auch das von LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt. Er legt allerdings auch den Finger in die Wunde und stellt eine ganz entscheidende Frage: Warum ist so eine Leistung, vor allem mit Blick auf die Mentalität, nicht öfter möglich?

Brügge. Brügge sehen – und leben! Wer hätte das gedacht. Die Diva RB ist nach der Nullnummer in Sinsheim geputzt. Statt gruseliger Tristesse endlich wieder glitzerndes Temperament. So bleibt die Hoffnung auf Europa, wenn auch mit wild flackernder Flamme. Hätte, wäre, wenn … da fällt mir sofort der Elfer gegen PSG ein. In Brügge wusste der portugiesische Senhor, dass es nur Einen geben kann. Auf Emil aus Sundsvall war Verlass. Da lief die Maschine. Schnörkellos, schnurstracks und schnell nach vorn. Kein langes Federlesen nirgends. Pressing, Pressing, Pressing.

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Emil Forsberg und Kevin Kampl holen und halten, verteilen und treiben Bälle, Konrad Laimer macht die Mitte zu, Christopher Nkunku quecksilbert genau an den richtigen Stellen, Nordi Mukiele ist ein Dauerläufer und Josko Gvardiol lässt niemanden vorbei. Nicht Ball, nicht Ballerer. Da passte viel zusammen. Da griff viel ineinander. Da wurde kollektiv gespielt und nicht konfus.

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Warum geht’s nicht immer so? Die Frage aller Fragen nach dem großen Überrollen. Eine Antwort gab es in der zweiten Halbzeit. Die Zügel schleiften, überall wurde es leger, die Mitte luftig und hinten löchrig. Einladungen zum Torschuss.

Zum Glück war das flandrische Brügge auf Flanieren und Verlieren programmiert. Denn je weiter die Zeit heruntertickte, um so heftiger setzte wieder eine Wechselei ein, bei der ich mir nur die Augen gerieben habe. Wollte Beierlorzer unbedingt noch wenigstens ein Tor kassieren? Wegen der Tradition und so? Dass das nicht passierte, lag an Brügge. Die wollten sterben.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".