29. September 2021 / 07:38 Uhr

Norberts Einwurf zum 1:2 gegen Brügge: "Bei RB Leipzig regierte Ratlosigkeit"

Norberts Einwurf zum 1:2 gegen Brügge: "Bei RB Leipzig regierte Ratlosigkeit"

Norbert Wehrstedt
Leipziger Volkszeitung
Nordi Mukiele erlebte einen Pannenabend und musste nach 45 Minuten runter.
Nordi Mukiele erlebte einen Pannenabend und musste nach 45 Minuten runter. © Picture Point / Montage
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1:2 verlor RB Leipzig am Dienstagabend gegen den FC Brügge, setzte in der Champions League das zweite Spiel in Folge in den Sand. Die KO-Runde ist damit mehr oder weniger schon passé. LVZ-Kolumnist Norbert Wehrstedt stießen beim Auftritt der Sachsen gleich mehrere Dinge sauer auf.

Schweizer Käse gehört auf den Tisch, nicht auf den Rasen. Sonst hat man Probleme mit den Löchern. RB hatte sie. Hinten. Da marschierten die aus Brügge durch. Gern und immer wieder. Klostermann links, Simakan rechts. War das Finesse oder einfach nur fad? Funktioniert hat es gar nicht.

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Blieb nach dem Trainingsspiel vom Sonnabend beileibe nicht die einzige Funktionsstörung. Abschläge vom Tor rauschten gern gleich ins Aus. Orban stand wacklig, Mukiele gern im Nirgendwo, Nkunku half hinten oft aus – und fehlte vorn, Szoboszlai und Poulsen hatten nicht den besten Abend in den Füßen.

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Ein Jammer, was da nach 15 Minuten so lief. Besser: nicht lief, während Brügge zeigte, dass man dort nicht nur feine Schoko, sondern auch allerfeinste Ordnung produziert. Mit einer Idee. Mit einem Ziel. Bei RB regierte hingegen Ratlosigkeit. Als das Pressing ins Leere lief, ging die Beweglichkeit der Angreifer verloren. Als die Belgier die Mitte verdichteten, versandeten die Angriffe weit vorm belgischen 16ern. Gekickt wurde in der RB-Hälfte. Von beiden Truppen.

Die Wechsel brachten zwar Farbe ins Spiel, aber keine Wirkung. Es sah gut aus, fühlte sich gut an, was Gvardiol da links machte. Oder was Silva versuchte. Dass man Laimer nicht ohne Wirkung vom Platz nimmt, zeigte sich allerdings auch. Wer nichts mit Flanken gegen eine massive Abwehr am Hut hat, den bestraft das Resultat. Da bringen es dann noch mehr Wechsel auch nicht. Auf der Suche nach Leichtigkeit kam Lausigkeit heraus. Zero Point. Ende der Illusionen.

Norbert Wehrstedt ist den Leserinnen und Lesern der Leipziger Volkszeitung seit drei Jahrzehnten als gern auch mal scharfzüngiger Film- und Fernsehkritiker bekannt. "Nebenbei" schlägt sein Herz heftig für RB Leipzig. Dass Fan-Sein und kritische Begleitung sich nicht ausschließen müssen, beweist der Journalist in seiner Spieltagskolumne "Norberts Einwurf".