12. November 2020 / 07:50 Uhr

Norderstedt-Trainer Martens: „Das ist Wettbewerbsverzerrung“ 

Norderstedt-Trainer Martens: „Das ist Wettbewerbsverzerrung“ 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Büro am Computer sitzen mit dem Telefonhörer am Ohr. So sieht derzeit der Traineralltag von Jens Martens beim Regionalligisten Eintracht Norderstedt aus.
Im Büro am Computer sitzen mit dem Telefonhörer am Ohr. So sieht derzeit der Traineralltag von Jens Martens beim Regionalligisten Eintracht Norderstedt aus. © Anne Pamperin
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Er ist 65 Jahre alt und noch kein bisschen müde – weder im Berufsleben noch in seiner Freizeit. Als Schulsportbeauftragter des Kreises Segeberg und Lehrer ist Jens Martens ebenso engagiert wie als Fußballtrainer. 

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Ob bei der Bramstedter TS (von 1989 bis 1995) oder beim SV Henstedt-Rhen (heute SVHU / von 2003 bis 2016), Martens gab und gibt stets alles. Derzeit coacht der Fußballlehrer die Regionalliga-Mannschaft von Eintracht Norderstedt.

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Rasenverbot

In der Corona-Zwangspause mehr aus dem Büro heraus. „Wir erstellen für jeden einzelnen Spieler individuelle Trainingspläne und überwachen auch, ob diese auch abgearbeitet werden“, erklärte Martens, der „natürlich lieber mit den Jungs auf dem Platz stehen würde.“ Dies darf er aber im November nicht.

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Genau wie alle anderen Fußballer im Kreis Segeberg, für die das Fußballjahr 2020 beendet ist nach der Entscheidung des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes, im Dezember keine Punktspiele mehr auszutragen. In der Regionalliga steht dieser Beschluss noch aus. Und noch viel mehr.

Während die U23-Teams des Hamburger SV und des FC St. Pauli unter den Profistatus fallen und ihren normalen Trainingsbetrieb fortführen dürfen, bleiben andere Klubs, wie zum Beispiel der 1. FC Phönix Lübeck, Heider SV oder eben auch die Eintracht aus Norderstedt auf Individualtraining beschränkt.

Aufwand "kann keiner bezahlen"

„Das ist Wettbewerbsverzerrung“, ereifert sich Martens. „Von Chancengleichheit kann nicht mehr die Rede sein.“ Nach Meinung des DOSB sind Viertligisten im Fußball Profis. Weil in Coronazeiten Profisportler anders als Amateursportler behandelt werden, könnten die Norderstedter doch eine Änderung ihres Status erwirken. „Das kann keiner bezahlen“, klärt Martens auf. Berufssportler müssen sich regelmäßigen Corona-Tests unterziehen.

Bei einem Inzidenzwert über 35 sogar zwei Mal in der Woche, was eine Summe von mehreren tausend Euro verschlingen würde. Jens Martens hofft, dass zumindest etwas Alltag wieder in das Fußballleben einkehrt, nachdem die Ministerpräsidenten in der nächsten Woche getagt haben. „Der Norddeutsche Fußballverband hat bei der Politik zumindest einen Vorstoß unternommen, dass in der Regionalliga wieder Chancengleichheit hergestellt wird.“