11. Oktober 2021 / 17:57 Uhr

Nach der Ära von Goran Pandev: Wie mit Eljif Elmas in Nordmazedonien eine neue Zeitrechnung beginnen soll

Nach der Ära von Goran Pandev: Wie mit Eljif Elmas in Nordmazedonien eine neue Zeitrechnung beginnen soll

Fynn Engelbrecht-Greve
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Nach dem Abschied von Rekordspieler Goran Pandev (l.) ist Eljif Elmas auf dem Weg zum neuen Star von Nordmazedonien
Nach dem Abschied von Rekordspieler Goran Pandev (l.) ist Eljif Elmas auf dem Weg zum neuen Star von Nordmazedonien © IMAGO / sport pictures-Razvan Pasarica / Xinhua (Montage)
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Nach dem Ende der Länderspiel-Karriere von Legende Goran Pandev, hat in Nordmazedonien eine neue Zeitrechnung begonnen. Ein Nachfolger für den größten Star des Landes steht mit Eljif Elmas bereit. Und der Thronfolger hat auch mit Deutschland schon gute Erfahrungen gemacht. 

Jahrelang war der Fußball in Nordmazedonien fest mit dem Namen Goran Pandev verbunden. Meiste Länderspiele (122), meiste Länderspieltore (39) – der Rekordspieler war über zwei Dekaden das Gesicht des Nationalteams. Nach der EM im Juli verkündete der Stürmer das Ende seiner Länderspielkarriere. Ein Starvakuum entstand nach dem Abschied des 38-Jährigen jedoch nicht.

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Das neue Aushängeschild des Balkanstaats steht schon bereit. Eljif Elmas, 21 Jahre alter Mittelfeldspieler vom italienischen Erstligisten SSC Neapel – dem Klub, für den auch Pandev in seiner Karriere 124-mal gespielt hat. Nicht die einzige Parallele. Mit 17 Jahren spielte Elmas 2017 erstmals für die Nationalmannschaft, im selben Alter gab Pandev 2001 sein Debüt. Zu diesem Zeitpunkt war Elmas etwa anderthalb Jahre alt. Und trotzdem standen die beiden 26-mal gemeinsam für ihr Heimatland auf dem Platz.

Fast schon zu kitschig, dass beim „Wunder von Duisburg“, wie der Hinspielsieg gegen Deutschland im März von der heimischen Presse getauft wurde, Kapitän Pandev zur 1:0-Fühung traf und Kronprinz Elmas den Siegtreffer zum 2:1 erzielte. Während Pandev seine Profilaufbahn nach dieser Saison wohl beenden wird, zeigt die Karrierekurve von Elmas steil nach oben.

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Kurz nach seinem ersten Länderspiel wechselte er als 17-Jähriger von seinem Heimatklub Rabotnicki Skopje zu Fenerbahce Istanbul in die Türkei. Nur zwei Jahre später zahlte Neapel rund 16 Millionen Euro für seine Dienste. Das Portal transfermarkt.de taxiert seinen Marktwert derzeit auf 17 Millionen Euro. Damit ist er im Kader der Nationalmannschaft der wertvollste Spieler.

Wenn an diesem Montag (20.45 Uhr, RTL) das WM-Qualifikations-Rückspiel gegen die DFB-Auswahl in Elmas’ Geburtsstadt Skopje angepfiffen wird, werden die Augen der Einwohnerinnen und Einwohner Nordmazedoniens auf Elmas gerichtet sein. Mit einer Sternstunde gegen den Favoriten würde er einen weiteren Schritt aus dem Schatten der Legende machen.

„Jedes Spiel ist eine andere Geschichte“, sagt Nationaltrainer Blagoja Milevski, der beim Hinspiel noch nicht im Amt war und es seinem Vorgänger nachmachen will. „Der Fußball wäre nicht das, was er ist, wenn immer der Favorit auf dem Papier gewinnen würde. Ich wüsste nicht, warum wir nicht alles daran setzen sollten, ein positives Ergebnis zu erzielen.“ Nach der ersten EM-Teilnahme begann in Nordmazedonien eine neue Zeitrechnung: mit neuem Selbstbewusstsein, neuem Trainer und neuem Star.