07. April 2022 / 19:56 Uhr

Nordmazedonischer Nationalkeeper verstärkt FSV Eintracht KW

Nordmazedonischer Nationalkeeper verstärkt FSV Eintracht KW

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Marketingchef Björn Kriwens (l.) begrüßt den ehemaligen nordmazedonischen Nationalkeeper beim FSV Eintracht KW. 
Marketingchef Björn Kriwens (l.) begrüßt den ehemaligen nordmazedonischen Nationalkeeper beim FSV Eintracht KW. © Oliver Schwandt
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Landesklasse Ost: Neuzugang Blerton Ala bestritt für sein Heimatland vier Fußball-Länderspiele. 

Blerton Ala bestritt für Nordmazedonien vier Fußball-Länderspiele, jetzt soll der 32-Jährige das Tor des FSV Eintracht Königs Wusterhausen in der Landesklasse Ost sauber halten. „Wir freuen uns, dass sich Blerton entschieden hat, zukünftig ein Teil der Eintracht-Familie zu sein“, sagte Björn Kriwens, Marketingverantwortlicher beim FSV.

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Er fügt auch sogleich hinzu, wie es ihm gelungen ist, diesen erstklassigen Schlussmann zum Dahmeland-Verein zu lotsen: „Nur durch einen großen Zufall bin ich auf Blerton aufmerksam geworden. Er schickte seinen Sohn Bleart zum Probetraining und da kam ich mit ihm locker ins Gespräch. Wir redeten sehr intensiv über den Fußballsport und über seine bisherige Karriere. Da bin ich aber so richtig hellhörig geworden, als mir Blerton berichtete, dass er sogar vier Mal für sein Heimatland Nordmazedonien zwischen den Pfosten stand – aber seit einigen Jahren nicht mehr auf dem Feld aktiv war.“

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Ala war sofort bereit, bei einem Probetraining zu zeigen, dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört. Männercoach Noro Schwarz war nach dieser Einheit komplett begeistert, sodass er sofort Feuer und Flamme war, den Keeper in seinem Team begrüßen zu können. „Er hat sofort mit seinen Vorderleuten kommuniziert und sie in gewissen Situationen sogar lautstark angeschrien. Das hat mit sofort gefallen, da ich auf mitspielende Torhüter total stehe. Außerdem ist er beidfüßig. Das sieht man bei Schlussmännern auch nicht jeden Tag“, konstatierte Schwarz, der aber dem ehemaligen Nationalkeeper keinen Freibrief gibt. „Wir haben mit Christopher Rosenow, Florian Zosel und Blerton jetzt drei gute Torhüter im Team, die sich einen Konkurrenzkampf im Training um die Nummer eins liefern werden.“

 In den vergangenen Jahren war die Eintracht immer wieder überregional für ihre guten Schlussmänner bekannt. Unter anderem hüteten mit Stefan Sibilitz und Steve Bonkowski zwei Keeper das Eintracht-Tor, die die gegnerischen Angreifer regelmäßig verzweifeln ließen. „Blerton kann locker in ihre Fußstapfen treten. Tino Rindt, mein Co-Trainer, sagte nach einer Einheit mit ihm nur ein Wort: ,Wahnsinn!’ Mehr möchte ich auch nicht hinzufügen. Ich freue mich auf den Tag, an dem Blerton sein Debüt für uns geben wird.“

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Blerton Ala (h.R.3.v.r.) bei einem Testspiel 2014 gegen den albanischen Europa-League-Teilnehmer KF Laci. 
Blerton Ala (u.R.7.v.l.) bei einem Testspiel 2014 gegen den albanischen Europa-League-Teilnehmer KF Laci. © Privat

Der Nordmazedonier stellt jedenfalls überhaupt keine größeren Ansprüche: „Ich bin jetzt der Neue im Team. Natürlich bin ich noch lange nicht in der Form, in der ich einmal war. Aber ich werde im Training hart arbeiten, um so schnell wie möglich wieder zwischen den Pfosten zu stehen.“ Auch andere Vereine aus der Region hätten ihn gerne in ihren Mannschaften gesehen. „Der SC Eintracht Miersdorf/Zeuthen, der SV Frankonia Wernsdorf und die SG Phönix Wildau hatten mich allesamt in der Vergangenheit kontaktiert. Aber mein Herz hat sich für Königs Wusterhausen entschieden, da ich in dieser Stadt wohne und auch mein Sohn bei den F-Junioren dort spielt“, begründete er den Schritt zum FSV. „Ich wurde hier auch so richtig toll aufgenommen, ich habe mich bei meinem neuen Verein von Anfang pudelwohl gefühlt.“

Auch der Wechsel in die achte Liga stellt für den Nordmazedonier kein Problem da. „Ich möchte einfach nur noch aus Spaß an der Freude kicken. Jetzt geht es mir auch nicht mehr darum, wie viel Geld ich damit verdienen kann. Diese Zeit ist lange vorbei. Trotzdem sehe ich die Eintracht zukünftig in der Landesliga. Ich möchte jedenfalls mithelfen, dass der Aufstieg dorthin in den nächsten Jahren gelingt.“

Blerton Ala 2016 mit seinem ersten Trainer Mungni Kaliqi, der den Torhüter bereits seit 1996 unter seinen Fittichen hatte. 
Blerton Ala (l.) mit seinem ersten Trainer Mungni Kaliqi . © Privat

Doch bis er sein erstes Spiel in der Landesklasse Ost bestreiten kann, wird es mindestens noch bis Anfang Mai dauern. Kriwens erklärt, warum Ala noch nicht sofort spielberechtigt ist: „Der Fußball-Landesverband Brandenburg muss den nordmazedonischen Fußballverband kontaktieren, um eine Freigabe für ihn zu bekommen. Gibt es innerhalb von 30 Tagen keine Rückmeldung, dann könnte Blerton die Freigabe bekommen. Der DFB-Kontrollausschuss muss diese aber noch bestätigen, weil Ala ein ehemaliger Vertragsspieler ist. Wenn wir großes Pech haben, ist er erst zum 1. Juli spielberechtigt, dann ist die Saison allerdings schon gelaufen. Wir arbeiten jedoch mit Hochdruck daran, um Blerton Anfang Mai spielberechtigt zu bekommen.“

Am 9. Oktober 1989 wurde Ala in Struga (Nordmazedonien) geboren. 1996 fing er bei K. F Koroshishta mit dem Fußballspielen an. „Ich bin heute noch meinem ersten Trainer Mungni Kaliqi sehr dankbar, dass er recht früh mein Talent als Torhüter erkannt und über viele Jahre auch gefördert hat“, sagt er. Ab 2012 stand er für eine Saison bei K. F Labunishta unter Vertrag, ehe Ala 2013 zu K. F Vllaznimi wechselte.

Blerton Ala (FSV Eintracht KW): "Álvaro Morata spielte unseren Abwehrspielern teilweise Knoten in die Beine"

2014 gab er sein Debüt zwischen den Pfosten für Nordmazedonien. „Ich bestritt insgesamt vier Länderspiele. Ganz besonders erinnere ich mich noch an die Partie gegen Spanien, in der Stürmer Álvaro Morata unseren Abwehrspielern teilweise Knoten in die Beine spielte. Ich konnte mich bei einigen Situationen gegen ihn sogar auszeichnen“, berichtet der Torhüter mit stolzgeschwellter Brust. „Diese tollen Erlebnisse kann mir niemand mehr nehmen.“ Allerdings war nach vier Länderspielen Schluss, denn nach einer schweren Fußverletzung musste der Torhüter seine Nationalmannschaftskarriere bereits wieder beenden, bevor sie so richtig losgegangen war.

Nach seinem Marketing- und Management-Studium zog Ala, der insgesamt sieben Sprachen spricht, mit seiner Familie 2017 nach Deutschland, wo er in Erkner eine erste Bleibe fand – ein Jahr später folgte der Umzug nach Königs Wusterhausen. Seit Januar hat er einen Job bei Tesla in der Endmontage gefunden. „Zuvor war ich hier als Kurierfahrer und Geschäftsführer eines Lokals in Senzig tätig. Jetzt sehe ich meine Zukunft bei Tesla, wo ich einmal als Produktionschef arbeiten möchte.“

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