16. Oktober 2020 / 15:01 Uhr

Nordwest-Derby: Anker Wismar will ambitionierten Aufsteiger bremsen

Nordwest-Derby: Anker Wismar will ambitionierten Aufsteiger bremsen

Andreas Kirsch/Christian Falkenberg
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Anker-Keeper Mirco Seide will seinen Kasten gegen den FC Schönberg sauber halten.
Anker-Keeper Mirco Seide will seinen Kasten gegen den FC Schönberg sauber halten. © Karsten Pflieger-Leutert
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Die Wismarer sind nicht so gut in die Saison gestartet wie der FC Schönberg. Grund genug für die Hansestädter, im Derby eine Schippe draufzulegen.

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Wismar. „Derbyzeit ist eine tolle Zeit. Diese Spiele verbreiten ein besonderes Flair und Stimmung auf den Rängen. Ich freue mich jedenfalls auf das Spiel gegen den FC Schönberg 95 am Sonnabend“, sagt ein froh gelaunter Christiano Dinalo Adigo.

Der Trainer des Fußball-Verbandsligisten FC Anker Wismar weiß, wovon er spricht. Der Coach, der seit dem 11. April 2013 für die Wismarer an der Seitenlinie steht, hatte bis 2007 als Aktiver ebenfalls in Schönberg gespielt. Das Highlight in dieser Zeit war das DFB-Pokalspiel gegen den deutschen Rekordmeister FC Bayern München (2000/2001), welches die Mecklenburger mit 0:4 verloren.

Das sind die Kapitäne in der Verbandsliga:

Philipp Unversucht beim Kopfball. Zur Galerie
Philipp Unversucht beim Kopfball. ©

Das Derby seiner Elf gegen die Maurinestädter morgen ab 14 Uhr im Kurt-Bürger-Stadion ist der Papierform noch durchaus als offen anzusehen. Der FC Anker Wismar als letztjährige Staffelsieger liegt derzeit mit acht Punkten auf dem siebten Tabellenplatz, zwei Zähler hinter dem FC 95.

Seit vielen Jahren kommt es nun erstmals wieder zum direkten Aufeinandertreffen beider Teams aus dem Kreisfußballverband Schwerin-Nordwestmecklenburg in einem Punktspiel. In der Saison 2009/10 gewann das Anker-Team die beiden letzten Begegnungen jeweils mit 1:0. Am Ende jener Saison stieg der FC Anker in die Oberliga auf. Danach waren die Maurine­städter sportlich weit enteilt, spielten u.a. zwei Spielzeiten in der Regionalliga.

Die Schönberger kommen nach drei Siegen, einem Remis und nur einer Niederlage als Tabellenvierter ins Kurt-Bürger-Stadion. Am vergangenen Wochenende zog das Team von Trainer Thomas Manthey außerdem durch einen 7:0-Sieg in Hagenow ins Achtelfinale des Landespokals ein.

Der Coach freut sich beim Derby auch auf ein Wiedersehen mit Adigo, den er noch von dessen Zeit beim FC Schönberg kennt. Adigo war dort Mannschaftskapitän und später sogar Trainer – unter anderem von Thomas Manthey. Der Lehrling trifft also am Sonnabend auf seinen Lehrer. „Ich weiß, dass er ein sehr guter Trainer ist, der sehr viel aus den Spielern rausholt“, hat Thomas Manthey großen Respekt vor seinem Kollegen. Aus diesem Grund glaubt Schönbergs Coach auch fest daran, dass Anker „zu den Top-Mannschaften dieser Saison gehört.“

Wismars Trainer hofft für das Heimspiel auf eine gut besetzte Tribüne und ein faires Spiel. „Natürlich will ich jedes Spiel gewinnen, aber dazu muss auch alles passen“, sagt der 48-Jährige. Mit Rodrigues und Muhlack sind zwei Spieler leicht angeschlagen, „aber das Team ist hochmotiviert“.

Auch Mannschaftskapitän und Abwehrchef Philipp Unversucht fiebert dem Derby entgegen. „Wir haben zuletzt im Auswärtsspiel in Kühlungsborn eine starke Partie gespielt und wollen daran am Sonnabend anknüpfen“.

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Personell sieht es auch beim FC Schönberg 95 so gut wie schon lange nicht mehr aus. Diese Woche haben mal wieder alle Spieler trainiert. „Wir haben also die Qual der Wahl“, meint Manthey. Etwas mentale Unterstützung bekommt der Gästecoach indes noch von einem Prominenten. Jörg Hahnel, der von 2015 bis 2017 selbst die Töppen für den FC Schönberg schnürte, sieht die Gäste im bevorstehenden Derby aufgrund ihrer starken Defensive leicht im Vorteil.

Der 38-jährige Ex-Profi und ehemalige Hansa-Torhüter meint: „Ich tippe auf ein 1:0 für meine ehemaligen Kollegen. Die Abwehr war schon immer die Stärke des FC Schönberg.“

Dabei hebt Hahnel einen Spieler hervor, den er noch aus seiner eigenen Zeit beim FC 95 kennt: „Schönberg hat mit Daniel Halke eine absolute Abwehrkante in den eigenen Reihen. Der haut sich trotz seines Alters immer voll rein“. Halke war zu Saisonbeginn von Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck zu den ambitionierten Schönbergern gewechselt und damit im Alter von 33 noch einmal an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Ob es dem Abwehrspezialisten morgen gelingt, auch Wismars schnelle Stürmer zu stoppen, wird sich zeigen.