22. Juli 2020 / 16:28 Uhr

Normale Mannschaftsfotos sind in Brandenburg untersagt – Verband empfiehlt Vogelperspektive oder Collagen

Normale Mannschaftsfotos sind in Brandenburg untersagt – Verband empfiehlt Vogelperspektive oder Collagen

Ronny Müller
Märkische Allgemeine Zeitung
Kreisligist Oberhavel Velten II beherzigte beim Mannschaftsbild das Abstandsgebot.
Kreisligist Oberhavel Velten II beherzigte beim Mannschaftsbild das Abstandsgebot. © Verein
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Wegen der Corona-Pandemie muss auch bei Gruppenfotos ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden.

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Mannschaftsfotos sind eine Inszenierung. Alle Spieler müssen gut zu sehen sein, die hintere Reihe steht daher meist auf einer Turnhallenbank. Die Werbung der Sponsoren soll ebenfalls gut platziert sein. Hier und da wird sogar das Trikot am Rücken mit Wäscheklammern gespannt, damit das Logo des Hauptgeldgebers vorne gut zu sehen ist. Manche Vereine verlassen sogar das heimische Stadion und stellen sich vor den örtlichen Touristenmagneten. Und dann gibt es noch die Spaßvögel, die sich die Hose bis unter die Achseln ziehen, Grimassen schneiden oder dem Nebenmann mit zwei Fingern Hasenohren verpassen.

In diesem Jahr ist aber wegen der Corona-Pandemie alles anders. Fußballspielen ist in Brandenburg zwar wieder erlaubt – Mannschaftsfotos aber nicht. „Laut aktueller Umgangsverordnung sind die klassischen Teamfotos Arm in Arm nicht gestattet. Es muss ein Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden“, teilt das Gesundheitsministerium mit. „Ein Foto zählt nicht als Sportausübung.“ Erst im August könnte sich mit einer neuen Umgangsverordnung etwas ändern. Strafen gibt es bis dato allerdings nicht. Laut Ministerium gebe es „keine bußgeldrelevanten Konsequenzen“. Man setze auf Einsicht und Verantwortung.

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Aber was tun? Fotos zum Saisonstart sind nun einmal ein Ritual. Sie schmücken die Vereinshomepage, werden gerahmt und den Sponsoren überreicht, in der Vereinskneipe aufgehängt oder im MAZ-Sonderheft (erscheint am 20. August) abgedruckt. Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) empfiehlt seinen Vereinen, Mannschaftsfotos nur unter Einhaltung des Mindestabstandes zu erstellen: „Kreative Lösungen sind nun gefragt! Eine versetzte Aufstellung in Reihen mit 1,5 Metern Abstand könnte da eine praktikable Lösung sein. Der Fotograf sollte dafür etwas erhöht und etwas weiter entfernt stehen, um alle Spieler, Trainer und Betreuer in einem Foto einzufangen. Andernfalls kann man aus Einzelbildern aller Spieler auch Collagen basteln.“ Geschäftsführerin Anne Engel sagt: „Im Vergleich zu einigen anderen Bundesländern ist in Brandenburg schon wieder sehr viel möglich, insbesondere das Fußballspielen ohne Kontaktbeschränkung. Das sollte nicht aufs Spiel gesetzt werden.“

Händeschütteln und Mannschaftskreis ebenfalls untersagt

So hat beispielsweise Zweitliga-Aufsteiger Würzburger Kickers im Mai ein corona-angemessenes Teambild aufnehmen lassen. „Dieses Mannschaftsfoto, für uns ein Dokument der Zeitgeschichte, wird uns in unserer Kabine immer an die Punkte Verantwortung und Vorbildfunktion erinnern“, teilte der Club dazu mit.

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Darüber hinaus empfiehlt der FLB, Begrüßungsrituale, wie das Händeschütteln zwischen Mannschaften und Schiedsrichtergespann kurz vor Spielbeginn zu vermeiden. Alternativ sei eine Begrüßung per Ellbogen möglich. Ein Mannschaftskreis kurz vor Anpfiff, bei dem die Spieler die Arme miteinander verschränken, sei ebenfalls nicht zu empfehlen. „Tipp dafür: Kreis einfach vergrößern, sodass der Abstand gehalten wird.“ Und im Abstand halten haben die Kicker dann ja schon Übung.