18. Februar 2021 / 15:58 Uhr

Norwegen und seine Stars: Haaland in der Heimat beliebter als RB Leipzigs Sørloth

Norwegen und seine Stars: Haaland in der Heimat beliebter als RB Leipzigs Sørloth

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Erling Haaland und Alexander Sörloth werden auch in ihrer Heimat häufig miteinander verglichen.
Erling Haaland und Alexander Sörloth werden auch in ihrer Heimat häufig miteinander verglichen. © Getty Images
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Trifft Alexander Sørloth oder trifft er nicht? Zwischenzeitlich schienen sich deutsche Medien beim Blick auf RB Leipzig keine andere Frage zu stellen. In seiner Heimat Norwegen steht der 25-Jährige weit weniger im Fokus. Dort genießt Dortmunds Erling Haaland die meiste Aufmerksamkeit.

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Leipzig. Kaum ein Akteur in den Reihen von RB Leipzig stand in den vergangenen Monaten so stark im medialen Fokus wie Alexander Sørloth. Der Norweger, den die Roten Bullen im September verpflichteten, kam mit den besten Referenzen vom türkischen Süper-Lig-Club Trabzonspor, wo er in 34 Spielen 24 Tore und neun Vorlagen lieferte. Bei den Messestädtern sollte der 25-Jährige – zumindest zum Teil – die Abgänge von Timo Werner (Chelsea FC) und Patrik Schick (Bayer Leverkusen) kompensieren. Bislang gelang ihm das aber fast gar nicht.

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Ausbeute bei RB bleibt mager

Ein Tor in der Bundesliga (gegen Borussia Dortmund) und eines in der Champions League (gegen Istanbul Basaksehir) stehen zu Buche, seit er das RB-Trikot trägt. Aufgrund dieser Leistung hagelte es Kritik in den deutschen Medien. Nur Trainer Julian Nagelsmann scheint noch Geduld mit ihm zu haben. Gebetsmühlenartig betont er, dass der Norweger noch Zeit braucht, sich an die Bundesliga zu gewöhnen. Und lobt ihn außerdem für seine bisherige Entwicklung.

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In den Medien seines Heimantlandes spielt Alexander Sørloth dagegen nur eine Nebenrolle. „Um ehrlich zu sein, wird nicht viel über ihn berichtet“, sagt Ole Kristian Strøm, Journalist für das norwegische Online-Portal VG. Und wenn, dann werden meistens lediglich Parallelen zu seinem Landsmann Erling Haaland gezogen, der mit 15 Toren aus 16 Bundesliga-Einsätzen Top-Torschütze bei Borussia Dortmund ist. Im Interview mit dem SPORTBUZZER erklärte Sørloth vor Kurzem, dass ihn der permanente Vergleich nicht störe, "weil ich nichts anderes erwartet habe. Erling spielt eben sehr gut. Aber es bewegt mich nicht so sehr, weil ich mich auf mich selbst fokussiere."



Norwegisches Fernsehen zeigt mehr deutschen Fußball

Strøm begründet die Aufmerksamkeit, die dem Ausnahmetalent zukommt, wie folgt: „Neben Haaland haben wir in der Bundesliga ja auch noch Alexander Sörloth und Rune Jarstein. Daher zeigt das norwegische Fernsehen jetzt natürlich generell mehr deutschen Fußball. Aber Haaland ist der größte Star. Sein Erfolg ist unvorstellbar für uns.“ Vor allem aufgrund seines Alters stehe er im Mittelpunkt der Medien. Denn in Norwegen hofft man angesichts seiner aktuellen Leistungen durchaus, dass der gerade mal 20-Jährige zu einem regelrechten Weltstar aufsteigen könnte.

Auch wenn Alexander Sørloth deshalb weniger im öffentlichen Fokus steht, ist er für seine norwegischen Fans durchaus eine Art Star. „Sørloth ist sehr beliebt, auch weil sein Vater so ein guter Spieler war“, sagt Strøm. Gøran Sørloth war in den späten Achtzigern und den frühen Neunzigern einer der besten norwegischen Stürmer. Mit Rosenborg Trondheim wurde er 1988 Norwegischer Meister und wechselte im Anschluss für etwa acht Monate zu Borussia Mönchengladbach in die Bundesliga. Für die Fohlen bestritt Sørloth Senior bis zum 1. Juli 1989 aber nur fünf Spiele und konnte keinen Treffer erzielen. Der "Bundesliga-Fluch" scheint in der Familie zu liegen.

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Die Medienpräsenz von Sohn Alexander in Norwegen dürfte allerdings bald wieder steigen, spätestens Ende März. Dann stehen die Qualifikationsspiele zur Weltmeisterschaft an. „Er ist ein wichtiger Nationalspieler für Norwegen. Deshalb ist es sehr interessant zu verfolgen, was er erreicht“, ist sich Strøm sicher. In 27 Auftritten für sein Land hat der 25-Jährige bereits neunmal getroffen. In seinen sechs WM-Qualifikationsspielen blieb er bislang allerdings torlos. Die Tore erzielte er bei EM-Qualifikationsspielen (4), in der UEFA Nations League (3) und bei Freundschaftsspielen (2).

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