15. Juli 2019 / 13:28 Uhr

Bilder seiner Karriere: Novak Djokovic auf dem Weg in den Tennis-Olymp - Zuspruch von Boris Becker

Bilder seiner Karriere: Novak Djokovic auf dem Weg in den Tennis-Olymp - Zuspruch von Boris Becker

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Er ist einer der größten Tennis-Spieler aller Zeiten: Serbiens Ass <b>Novak Djokovic</b>. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt seine Karriere in Bildern.
Er ist einer der größten Tennis-Spieler aller Zeiten: Serbiens Ass Novak Djokovic. Der SPORTBUZZER zeigt seine Karriere in Bildern. © Getty
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Nach dem Sieg im längsten Wimbledon-Finale aller Zeiten ist Novak Djokovic noch lange nicht am Ende – im Gegenteil: Er will alle Rekorde brechen. Um die Liebe der Fans muss er dennoch kämpfen. Boris Becker hält zu ihm.

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Bei der Einordnung dieses epischen Tennis-Dramas gibt es selbst in der Sporthistorie nicht viele Duelle, die in einem Atemzug mit dem fünfstündigen Fünfsatz-Krimi zwischen Roger Federer und Novak Djokovic genannt werden dürfen. Vermutlich noch am ehesten der "Rumble in the Jungle" zwischen den Box-Titanen Muhammad Ali und George Forman vor 45 Jahren. Auch damals wurde im Nachgang viel über die Verteilung der Sympathien in Kinshasa diskutiert – ähnlich wie nun in Wimbledon.

Ganz zum Schluss dieses historischen Tages bekam Djokovic die Frage aller Fragen gestellt: Werde man ihn auch irgendwann einmal so lieben und verehren wie Federer? Djokovic blickte nachdenklich drein und sagte dann: "Respekt würde mir grundsätzlich schon genügen."

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Mehr Respekt vermutlich als an diesem 14. Juli 2019, an seinem wohl größten Tennistag überhaupt, als er den Liebling der Massen, den alten Meister Roger Federer, im längsten Wimbledon-Finale der Geschichte niederrang. Djokovic kämpfte nicht einfach nur gegen den Mann auf der anderen Seite des Netzes, sondern gegen ein ganzes Stadion, gefühlt auch gegen die Mehrheit der Tenniswelt. "Novak verdient eindeutig mehr Akzeptanz", sagte Boris Becker, einst Trainer des 32-jährigen Serben, "so, wie er heute behandelt worden ist, geht das nicht ganz in Ordnung. Er ist auch ein großer, ein überragender Champion, genau wie Federer oder Nadal."

Tennis-Star Novak Djokovic: Seine Karriere in Bildern

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Er ist einer der größten Tennis-Spieler aller Zeiten: Serbiens Ass Novak Djokovic. Der SPORTBUZZER zeigt seine Karriere in Bildern. ©
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Djokovic ist nun sogar drauf und dran, die beiden älteren Titanen zu überholen. Er macht auch gar keinen Hehl daraus, dass genau dies sein Ziel ist – der Beste aller Zeiten zu werden, die Geschichte auf Kosten von Federer und Nadal umzuschreiben. Sich selbst an die Spitze zu setzen. "Warum auch nicht?", sagte Ex-Superstar John McEnroe, "es freut mich, dass er seine Ambition so klar formuliert." Schon auf dem Centre Court, ein paar Minuten nach dem Hitchcock-Zieldurchlauf im ersten Wimbledon-Tie-Break des fünften Satzes, hatte der alte und neue Titel-Held des Rasenfestivals seinen Machtanspruch formuliert, wenn auch in eleganter Umhüllung. Federer mit seinen 37 Jahren in dieser Klasse spielen zu sehen, sei eine "Inspiration", so Djokovic, "das spornt mich an, auch noch mehr zu wollen."

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Tatsächlich ist er schon der sportlich beeindruckendste Spieler der letzten Dekade. Seit seinem ersten Paradejahr 2011 stand er 260 Wochen an der Spitze der Weltrangliste, alle anderen Spieler kamen zusammen "nur" auf 160 Wochen. Djokovic gewann 15 der letzten 35 Grand Slam-Turniere, Nadal neun – und Federer vier. Gegen Federer und Nadal hat er eine positive Matchbilanz aufzuweisen – in der Kombination aus Grand Slams, Masters-Turnieren und WM-Finals liegt Djokovic mit 57 Titeln nun gleichauf mit Federer. Aber er hat fast 50 Turniere weniger gebraucht, um sich in diese Höhen aufzuschwingen. "Novak ist spät zur großen Party hinzugestoßen, zur Party von Federer und Nadal. Aber jetzt ist er der Partyschreck für die anderen", sagte Becker, "und er wird es auch bleiben.“ Mit seinen 16 Grand Slam-Titeln liegt er schon jetzt in Schlagdistanz zu Federer (20) und Nadal (18).

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Wimbledon, 2003: Fast 15 Jahre ist es her, dass der große King Roger seine erste große Trophäe in die Luft stemmte. Der Rasen in Wimbledon wird in den kommenden Jahren Federers liebster Untergrund.  Zur Galerie
Wimbledon, 2003: Fast 15 Jahre ist es her, dass der große King Roger seine erste große Trophäe in die Luft stemmte. Der Rasen in Wimbledon wird in den kommenden Jahren Federers liebster Untergrund.  ©

Federer war früher der Meister der Big Points. Diesmal radierte Djokovic sogar zwei Matchbälle Federers aus, beim Stand von 7:8 und 15:40 im fünften Satz, als beide wie Boxer umhertaumelten – darauf aus, dem anderen den letzten, entscheidenden Schlag zu versetzen. Wie ein "Eisschrank" sei ihm Djokovic vorgekommen, sagte Federer.

Hier lesen: Ein Kommentar zum genialen Tennis-Trio

Visualisierung ist das Zauberwort für Djokovic, ein Kraftquell heraus aus ständiger Selbstbeschwörung. Mental sei das Match gegen Federer "das schwerste überhaupt" gewesen, sagte Djokovic, "es war ein ständiger Kampf mit mir selbst." Er gewann auch diesen Kampf, vielleicht inspiriert durch eine besondere Wahrnehmung: "Als die Leute draußen immer wieder ,Roger´ riefen, hörte ich ,Novak´". Seine Zuhörer im Pressesaal lachten in diesem Moment, doch Djokovic beharrte darauf: "Genau so war es."

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Was für ein Finale! Novak Djokovic und Roger Federer haben sich in Wimbledon einen Klassiker geliefert. Das schreibt die internationale Presse. Zur Galerie
Was für ein Finale! Novak Djokovic und Roger Federer haben sich in Wimbledon einen Klassiker geliefert. Das schreibt die internationale Presse. ©

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