08. Januar 2020 / 11:28 Uhr

Tief verwurzelt in der Region: Das Judoteam Hannover steht in Liga 1 auf der Matte

Tief verwurzelt in der Region: Das Judoteam Hannover steht in Liga 1 auf der Matte

Carsten Schmidt
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Eine starke Mannschaft: Das Judoteam Hannover.
Eine starke Mannschaft: Das Judoteam Hannover. © Picasa
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Die NP-Sportlerwahl 2019 – am 21. Januar küren wir unsere Top-Athleten bei der Sportgala im Theater am Aegi. Sie bestimmen mit Ihrer Wahl, wer oben steht. Wir stellen täglich einen Kandidaten vor. Diesmal im Interview: Janne Ahrenhold von Judo-Erstligist JT Hannover.

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Frau Ahrenhold, Ihr Nachname taucht im Frauenteam des Judoteams Hannover gleich mehrfach auf. Ist die Bundesliga beim JT Familiensache?

Es ist richtig, dass die ganze Familie im Verein aktiv ist. Meine Mutter Meike ist Trainerin und ist im Hintergrund bei unserer Mannschaft aktiv, mein Vater Jens ist Vizepräsident des Niedersächsischen Judoverbandes und Kampfrichter auf internationaler Ebene und meine Schwester Elna und ich sind auf der Matte aktiv. Meine Schwester kümmert sich darüber hinaus um Social Media. Ich bin in der Organisation dabei. Aber zum Projekt Bundesliga haben zusammen mit mir noch zwei andere Personen den Anstoß gegeben.

Wer?

Mandy Sonnemann, die dreimalige Ju-Jutsu-Weltmeisterin, und Laura Wieddekind aus unserer Mannschaft.

Und wie haben Sie zusammengefunden?

Wir stammen alle aus Hannover und der Umgebung. Wir haben am selben Ort trainiert, aber für unterschiedliche Vereine ge­kämpft. Und dann dachten wir, dass es cool wäre, in einem Team an den Start zu gehen, nur mit Frauen aus Hannover. Das haben wir umgesetzt, haben in der untersten Klasse angefangen und sind Jahr für Jahr aufgestiegen. Und nun kämpfen wir in der 1. Bundesliga.

Ist das Familiäre das Erfolgsgeheimnis?

Ja, natürlich. Wir kennen uns, wir kennen die Trainer. Zudem herrschen am Sportleistungszentrum super Voraussetzungen.

Janne Ahrenhold (rechts) spricht für das Judoteam Hannover.
Janne Ahrenhold (rechts) spricht für das Judoteam Hannover. © Privat
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Wie viele Judoka gehören zum Team?

Wir sind etwa 25 Frauen, die alle einen Hannover-Bezug haben. Wir treffen uns zweimal in der Woche zum gemeinsamen Training.

Sind das nicht zu viele Kämpferinnen? Ein Bundesligaduell besteht ja nur aus 14 Kämpfen, da kommen doch gar nicht alle zum Einsatz?

Die Zahl ist kein Problem, sondern eher ein Vorteil. Nicht jede Sportlerin kann zu jedem Kampftag antreten. Und wir verstehen uns untereinander so gut, dass wir alle zur Mannschaft gehören, ob wir nun auf der Matte stehen oder daneben.

Wie ist der Altersschnitt?

Wir sind eine relativ junge Mannschaft, zwischen 17 und 30 Jahren.

Kandidat für die NP-Sportlerwahl: Das Judoteam Hannover

In diesem Jahr schafften Sie nun den Sprung in die Erstklassigkeit. Wie hoch war die Aufstiegsprämie?

Wir sind alle reine Amateure. Wir studieren oder gehen einem Beruf nach, einige gehen noch zur Schule. Mit unserem Sport verdient man kein Geld.

Aber gefeiert wurde der Aufstieg schon.

Wir waren gemeinsam Essen.

Wie finanziert das JT den Ligabetrieb?

Der Verein hilft, die Lotto-Sportstiftung. Ich konnte auch einen Gewinn aus einem Radio-Preisausschreiben beisteuern, das waren 1000 Euro. Unsere Anzüge erhalten wir von Ju-Sports, und auch der Sparkassen-Sportfonds unterstützt uns. Wir haben nach dem Aufstieg schon überlegt, ob wir das Wagnis Bundesliga auch finanziell stemmen können. Aber wir haben dann beschlossen, wir haben es sportlich geschafft, nun gehen wir es auch an.

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<b>TSV Hannover-Burgdorf</b> - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 Zur Galerie
TSV Hannover-Burgdorf - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 ©

Spielte es bei den Überlegungen auch eine Rolle für den Verein, dass die JT-Männer auch erstklassig kämpfen?

Ein Ausschlussgrund war das niemals, im Gegenteil, es ist doch wunderbar, dass zwei Teams in den beiden Bundesligen antreten. Zudem kann man damit auch noch finanzielle Synergien schaffen. Zum Beispiel ist der organisatorische Aufwand geringer, wenn wir einen gemeinsamen Kampf­tag an einem Termin ausrichten. Und die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ist dann auch höher.

Wo landet das JT 2020 in der Bundesliga?

Es sind sechs Mannschaften in der Nordgruppe. Wir möchten im Mittelfeld landen, so um den vierten Platz, und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Ein Traum wäre natürlich der dritte Platz, dann könnten wir sogar am Finalturnier um die deutsche Meisterschaft teilnehmen.

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Andreas Toba - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 ©

Zum Team:

Die Frauenmannschaft des JT Hannover hat eine sehr junge Erfolgsgeschichte. 2018 nahmen sie den Wettkampfbetrieb in der Landesliga auf. 2019 kämpften sie in der 2. Bundesliga, nun geht es für sie in der 1. Bundesliga Nord um Punkte. Die Aufstiege glückten jeweils als Vizemeister.

Die Besonderheit der hannoverschen Mannschaft ist die Verwurzelung der Sportlerinnen in Hannover und der Region. Teamkapitänin ist Janne Ahrenhold, die 24-Jährige wohnt in Hemmingen und studiert Sport in Hildesheim. Sie startet in der Kategorie bis 57 Kilogramm und nahm schon an deutschen Meisterschaften sowie internationalen Wettkämpfen teil.