13. Dezember 2019 / 10:45 Uhr

Waspo-Schwimmtalent Sven Schwarz: "Konnte den Weltrekord kaum glauben"

Waspo-Schwimmtalent Sven Schwarz: "Konnte den Weltrekord kaum glauben"

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sven Schwarz holte den Juniorenweltrekord über 800 Meter Freistil.
Sven Schwarz holte den Juniorenweltrekord über 800 Meter Freistil. © Petrow
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Am 21. Januar findet die NP-Sportlerwahl im Theater am Aegi statt. Ihr entscheidet, welche Kandidaten am Ende gewinnen. Dafür stellen wir euch täglich die Kandidaten und Kandidatinnen vor. Diesmal: Schwimmtalent Sven Schwarz (17).

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Sven Schwarz, wie viele Sekunden fehlen Ihnen für Olympia?

Über 800 Meter etwa vier, über 1500 Meter etwa zehn. Das ist nicht wenig, aber die Norm zu erreichen, ist gut möglich. Zuletzt bei der EM in Glasgow bin ich Kurzbahn geschwommen, das ist immer etwas schneller.

Das Jahr hat schlecht begonnen für Sie. Was war da los?

Ich hatte mir das Handgelenk angebrochen und eine Sehne angerissen. Aber mein alter Trainer Karl-Heinz Windt kannte einen Spezialisten, der mir eine Orthese angefertigt hat. So konnte ich trotzdem ins Wasser und weiter trainieren. Sonst wäre das Jahr wohl anders gelaufen.

Es ist dann schier eine Flut an guten Nachrichten gewesen. Bestzeiten, Treppchenplätze, viel Lob von allen Seiten. Was ragt heraus?

Das war ganz klar der Junioren-Weltrekord über 800 Meter. Als ich in Berlin auf die Anzeigentafel geschaut habe, konnte ich es kaum glauben. Keiner hatte damit gerechnet, dass diese Bestmarke fallen könnte.

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<b>Imke Onnen</b> - Hochsprung, Hannover 96, WM-Finalistin - 0137/9880821-01 Zur Galerie
Imke Onnen - Hochsprung, Hannover 96, WM-Finalistin - 0137/9880821-01 ©

Sie gelten als einer, der sich am Gegner festbeißt und nicht lockerlässt ...

Ich kann auf den letzten Metern noch über meine Schmerzgrenze gehen, ja.

Aber jetzt ist erstmal mehr Ruhe angesagt, oder?

Zumindest bis zum neuen Jahr. Wir trainieren natürlich weiter, aber dann geht es richtig zur Sache.

Wie sieht denn so ein freier Tag aus?

Die Athleten aus dem Sportinternat unternehmen oft etwas gemeinsam, nicht nur die Schwimmer alleine. Da sind auch alle anderen Sportarten vertreten. Oft schaut man Livestreams, wenn andere von uns Wettkämpfe haben – beispielsweise die Wasserballer der White Sharks. Wenn ich zuhause in Luthe bin, steht oft Darts oder Billard mit meinem Bruder Lars auf dem Programm. Er ist Handballer beim MTV Großenheidorn. Im Sommer treffen wir uns manchmal im Naturerlebnisbad in Luthe.

Für die Leistungssportler gibt es ein sogenanntes Streckungsjahr beim Abitur. Hilft das sehr?

Ja, ich hätte sonst momentan 34 Wochenstunden. So habe ich 15. Im nächsten Halbjahr wird es aber wieder mehr.

Schon eine Idee, wo es beruflich hingehen könnte?

Nein, ehrlich gesagt habe ich noch nichts ins Auge gefasst.

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TSV Hannover-Burgdorf - Handball, Bundesliga-Spitzenteam - 0137/9880823-01 ©
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<b>Andreas Toba</b> - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 Zur Galerie
Andreas Toba - Turnen, TKH, Deutscher Meister - 0137/9880822-04 ©

Ist denn schon klar, wie 2020 laufen wird?

Natürlich ist Tokio das große Ziel. Aber selbst wenn ich die Normen schaffe, ist das keine Garantie dafür, bei den Spielen dabei zu sein. Florian Wellbrock ist gesetzt, der schwimmt die Zeiten ohnehin mit geschlossenen Augen. Es geht darum, wer als Zweiter für diese Strecken mitfahren darf. Mehr als zwei Plätze gibt es nicht. Für mich ist nichts sicher und nichts unmöglich.

Der größte Konkurrent ist Ruwen Straub aus Würzburg. Er hat in Glasgow aber nicht überzeugt ...

Das bedeutet nichts, der Weg zu den Spielen ist noch lang. Ich habe das zwar zur Kenntnis genommen, aber wir dürften etwa auf einem Level sein. Ich empfinde Ruwen übrigens nicht als Rivalen. Wenn wir uns sehen, haben wir Spaß.

Sie stehen in Ihren Hauptstrecken ein wenig im Schatten von Wellbrock, dem deutschen Schwimm-Star. Nervt das?

Ich empfinde das nicht so. Vielmehr sind die Langstrecken durch ihn aufgewertet worden. Früher galten sie vielleicht als etwas langweilig, nun sind durch ihn attraktiver. Ich nehme an, Florian wird über 1500 Meter in Tokio Gold gewinnen. Wenn ich ihn treffe, ist es freundschaftlich, wir teilen schließlich die gleiche Leidenschaft.

Was können Sie noch verbessern, um zur Weltspitze aufzuschließen?

Technik, Ausdauer, viele Kleinigkeiten. Den perfekten Schwimmer gibt es nicht, da bleibt immer etwas zu tun.

Wenn Sie in einem anderen Sport so erfolgreich sein könnten, welchen würden Sie wählen?

Das kann ich nicht beantworten. Fußball beispielsweise reizt mich nicht so. Im Schwimmen bin ich sehr gut und ich denke, da gehöre ich auch hin.