08. Dezember 2020 / 09:44 Uhr

Nun alleine unterwegs: Royal RFC Schaumburg kündigt die Spielgemeinschaft

Nun alleine unterwegs: Royal RFC Schaumburg kündigt die Spielgemeinschaft

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Im Frühjahr zeigte sich die SG noch vereint — inzwischen ist das Band zerissen. fotos: pr. uk, dak, montage: dak
Die Tackling-Quote der Royals (rote Trikots) war zuletzt unterirdisch. © Uwe Kläfker
Anzeige

Der Royal RFC Schaumburg geht ab sofort eigene Wege. Die Spielgemeinschaft mit der VT Union Groß-Ilsede wurde aufgelöst. Es hatte sich zuvor viel Frust angestaut.

Anzeige

Es war ja schon vor der Saison klar, dass das Rugby-Bündnis zum Ende der Spielzeit beendet werden würde. Doch nun kam alles doch viel früher als gedacht.

Anzeige

Nicht mehr konkurrenzfähig

Die Royals RFC Schaumburg und die VT Union Groß Ilsede aus dem Landkreis Peine gehen nämlich schon ab sofort getrennte Wege. Die Spielgemeinschaft wurde aufgelöst. Die Initiative ging von den Schaumburgern aus, denn in den vergangenen Monaten hatte sich bei den Royals Frust angestaut.

Kurzer Rückblick: Nach der Gründung 2018 hatte der RFC-Vorsitzende, Teammanager und Spieler Sven Maibaum den Eindruck, dass sich die Mannschaft immer weiter verbessern würde. Zwar gab es immer noch hohe Niederlagen, doch die Leistung passte immer mehr. Doch mit dem Jahreswechsel war damit Schluss. „Wir hatten 2019 und 2020 das Gefühl, dass wir mit der Spielgemeinschaft von Spiel zu Spiel schlechter werden“, erklärt Maibaum. „Wir sind mit der SG nicht konkurrenzfähig.“



Teamspirit fehlte immer mehr

Dabei wurde gerade nach der ersten Corona-Pause viel unternommen, um nach drei Jahren endlich den ersten Sieg einzufahren. Ein gemeinsames Trainingslager sollte Spielkultur und Teamspirit stärken. Schon davor gab es beim RFC interne Überlegungen, die Zusammenarbeit vorzeitig zu beenden. Als es in die neue Saison ging, zeigten sich die Probleme jedoch wieder. Vor dem ersten Spiel gegen den TSV Victoria LindenII kamen die Meldungen, ob man für das Spiel bereitstünde vor allem aus Ilsede nicht fristgerecht bei Maibaum an. Kurzfristige Absagen aus beiden Vereinen mit „teils fadenscheinigen Begründungen“, sorgten für weiteren Unmut. „Es hat sich inzwischen einfach zu viel Frust angestaut“, so Maibaum, der auch den fehlenden Zusammenhalt bemängelte. Das Spiel ging mit 0:75 in die Binsen.

Im Anschluss sollten sich beide Seiten Gedanken machen, ob es gemeinsam weitergehen könne. „Da gab es auch bei uns eine Donnerwetter-Ansage. So macht mir das nämlich auch keinen Spaß“, erklärte der Ilseder Coach Jan Leszczensky gegenüber dem Sportbuzzer. „Die Personaldecke war sehr dünn“, gibt Lesczensky zu: „Aber auch aufseiten der Schaumburger.“ Trotzdem rauften sich beide Seiten zusammen. Gegen den SV Odin Hannover sollte es den heiß erwarteten ersten Sieg geben. Odin startete zur Saison einen Neuanfang mit vielen unerfahrenen Spielern. Doch auch hier ging für die Spielgemeinschaft nichts. 0:45 ging die Partie verloren. Die Schaumburger waren vor allem über die unkreative und langsame Offensive der Ilseder Spieler erstaunt. „Es hat die mannschaftliche Geschlossenheit gefehlt. Da waren wir sehr enttäuscht“, blickt Maibaum zurück.

Mehr zum Schaumburger Sport

Die Videoanalyse nach dem Spiel verstärkte die Sorgenfalten - hauptsächlich mit Blick auf die Ilseder Spieler. Die Tacklequote war vor allem in der zweiten Hälfte unterirdisch. Nur drei der eigenen zehn Einwürfe wurden gewonnen. Die 13 eigenen Gasseneinwürfe gingen sogar elf Mal an den Gegner. „Selbst auf unserem Niveau ist es normal, 80 Prozent der eigenen Würfe zu gewinnen“, ordnet der RFC-Vorsitzende die Zahlen ein. „Unsere Spieler sind eben noch sehr unerfahren“, gibt Leszczensky zu bedenken. „Die meisten haben Rugby komplett neu erlernt und dafür haben wir uns bisher gut entwickelt“, meint der Coach. Die RFC-Spieler waren sich jedoch einig, dass die eigenen Ziele so nicht erreicht werden können und kündigten die Spielgemeinschaft endgültig auf.

Von Anfang an war es eine schwierige Konstellation. Schließlich trennen beide Orte etwas mehr als 90 Kilometer. „Über solche Distanzen sind das Notlösungen“, so Maibaum, der mit den Royals nun einen Spielbetrieb in einer Zehnerliga anstrebt. In der treten dann pro Team zehn Spieler gegeneinander an. Außerdem seien weitere Aktionstage Anfang des nächsten jahres geplant, um für den Sport und den Verein zu trommeln. Auch wenn die SG der Herren ein plötzliches Ende gefunden hat, soll die der Damen mit den Welfen Braunschweig weiterhin bestand haben. Ebenfalls über die Distanz „eine Notlösung“ aber es passt. „Wir schauen hier von Saison zu Saison“, so Maibaum.

Tipp: Die komplette SPORTBUZZER-Berichterstattung zur EM 2021 findest Du auch in der superschnellen EM-App von Toralarm. Und folge gerne @sportbuzzer auf Instagram!