14. Januar 2020 / 17:31 Uhr

Nun also doch: Aljoscha Hyde verlässt Hemmingen und kehrt zum HSC zurück

Nun also doch: Aljoscha Hyde verlässt Hemmingen und kehrt zum HSC zurück

Jens Niggemeyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ist zurück beim HSC: Aljoscha Hyde.
Ist zurück beim HSC: Aljoscha Hyde. © Zwing
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Rückkehr zum HSC Hannover: Aljoscha Hyde verlässt den SC Hemmingen-Westerfeld und kehrt an die Constantinstraße zurück. Nach Tigrinho ist es für die Hemminger schon der zweite Abgang eines Leistungsträgers innerhalb eines Jahres. Neue Spieler sollen aber nicht dazu stoßen - schon bald könnte ein Trainer-Nachfolger von Semir Zan präsentiert werden.

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Nun also doch: Aljoscha Hyde verlässt den Fußball-Landesligisten SC Hemmingen-Westerfeld und kehrt zum HSC zurück. „Wir haben uns am Montag geeinigt, bekommen die von uns geforderte Ausbildungsentschädigung und entsprechen damit dem Wunsch des Spielers, der sich gerne noch einmal in der Regionalliga beweisen möchte“, sagt SC-Manager Sven Othersen. Damit verliere der Verein zwar wie im vergangenen Winter, als Gean Rodrigo Baumgratz zum 1. FC Germania Egestorf/Langreder wechselte, erneut einen Leistungsträger, doch es stecke noch immer genügend Qualität im Kader.

„Klar war Aljoscha ein eminent wichtiger Spieler“, betont Othersen. „Doch in dieser Saison hat er uns ja bislang auch nur zu 50 Prozent zur Verfügung gestanden.“ Da zum Start der Vorbereitung am 21. Januar mit Sebastian Baar und Can Tuna aber zwei potenzielle Hochkaräter nach langer Verletzung wieder ins Training einstiegen, hege er schon die Hoffnung, dass der Abgang kompensiert werden könne. „Auch Steven Melz steht dann wieder zur Verfügung“, kündigt Othersen an, sodass ihm nicht bange sei, dass die Mannschaft ihre Ziele erreichen werde.

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Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. Zur Galerie
Gehrdens Sascha Romaus sieht das Spiel vor lauter Bällen nicht. ©

"Verkraftbar": Auch Toleikis, Ceesay und Senft gehen

Außer Aljoscha Hyde, haben auch Marvin Toleikis (TSV Stelingen), Gibril Ceesay (TuS Marathon) und Torben Senft (1. FC Germania Egestorf/Langreder II) dem SC Hemmingen-Westerfeld den Rücken gekehrt. „Die vier haben allerdings nicht so häufig oder sogar gar nicht gespielt. Das halte ich für verkraftbar“, sagt Otherse. Der Kader umfasse noch immer mehr als 20 Spieler. Und der Manager betont, dass man auch nicht auf dem Markt aktiv werde. „Wir habe eine schlagkräftige Mannschaft und arbeiten derzeit an keinen Transfers.“

Keine Neuen auf dem Zettel - Gespräche mit Zan-Nachfolger laufen

Zum einen, weil die Ablösesummen im Winter frei verhandelbar seien, aber auch, weil er keinen Spieler sehe, der sofort helfen und passen würde. „Da fehlt mir die Phantasie.“ Außerdem wolle er dem potenziellen neuen Coach nicht vorgreifen und ihm Spieler vor die Nase setzen, die er womöglich gar nicht wolle. „Wir haben einen Trainer-Kandidaten und sind derzeit in der finalen Phase der Gespräche“, betont Othersen. Es sei möglich, dass man schon bald den Nachfolger des im Dezember ausgeschiedenen Semir Zan vermelden könne. Derzeit sind die beiden bisherigen Ko-Trainer Frank Sledz und Tobias Brinkmann als Interimsgespann in der Verantwortung. Eines unterstreicht Othersen allerdings ausdrücklich: Die Verkleinerung des Kaders sei nicht finanziellen Engpässen geschuldet. „Das spielt absolut keine Rolle.“

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"Heutzutage kannst du letztlich für keinen die Hand ins Feuer legen"

Bei der Frage, ob bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar noch weitere Abgänge ins Haus stünden, wird der sportliche Leiter des SC deutlich: „Heutzutage kannst du letztlich für keinen die Hand ins Feuer legen. Wenn Vereine kommen, die mehr Geld bieten, zählt eine Zusage nicht viel.“ Direkt darauf angesprochen, ob man nach dem Verlust von Aljoscha Hyde nun auch den Abgang von dessen Bruder Julian befürchte, sagt Othersen: „Julian hat sich eine kleine Auszeit genommen, ist bis Anfang März auf Urlaub in Ecuador. Ich weiß nicht, was er plant.“ Klar sei aber eines: „Wir werden ab jetzt keinen Wechselwunsch mehr mit Freigabe erteilen.“

Frühzeitig die Klasse halten

Ziel für den Rest der Saison sei es, die Klasse zu halten, und zwar möglichst frühzeitig. „Nach unserem Aufstieg waren wir doch selbst überrascht, wie gut das alles auf Anhieb lief. Es muss allerdings in erster Linie darum gehen, sich in der Landesliga zu etablieren, möglichst auf Dauer.“ Das Bezirksoberhaus sei für einen Verein von der Struktur des SC in seinen Augen auf Sicht das Höchste der Gefühle. „Das heißt nicht, dass wir letztes Jahr nicht gern aufgestiegen wären.“ Mit Blick auf die Zukunft baue er vor allem auf etablierte Hemminger wie Timo Kroß, Malte Uphoff, Fabian Klein, Emanoul Skountridakis, Joel Wauker, Michael Gerlach, Metehan Kayhan und Steven Melz. „Die Jungs sind schon länger in Hemmingen“, hofft Othersen auf eine gewisse Portion Identifikation mit dem Verein. Dieses Gerüst könne gerade den jungen Eigengewächsen Orientierung geben.

"Wir werden künftig noch mehr auf den Charakter der Spieler achten"

Apropos Eigengewächse: Othersen möchte es schaffen, dem eigenen Nachwuchs mehr Chancen zu offerieren. Die U19 peile den Aufstieg in die Landesliga an, die U17 stehe kurz vor dem Sprung in die Niedersachsenliga. „Es wäre, schön, wenn wir unseren Talente mehr Optionen und Perspektiven bieten könnten, den Sprung in den Herrenbereich zu schaffen.“ Und mit Blick auf den Sommer respektive künftige Personalentscheidungen sagt er: „Wir werden künftig noch mehr auf den Charakter der Spieler zu achten versuchen.“