11. März 2020 / 12:51 Uhr

Nun also doch! RB Leipzig spielt gegen Freiburg vor leeren Rängen

Nun also doch! RB Leipzig spielt gegen Freiburg vor leeren Rängen

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
LEIPZIG, GERMANY - MARCH 10: General view inside the stadium ahead of the UEFA Champions League round of 16 second leg match between RB Leipzig and Tottenham Hotspur at Red Bull Arena on March 10, 2020 in Leipzig, Germany. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)
So leer wird die Red-Bull-Arena am Samstag aussehen, wenn der SC Freiburg bei RB Leipzig gastiert. © Getty Images
Anzeige

Einen Tag nach dem 3:0-Erfolg von RB Leipzig gegen Tottenham Hotspur in einer ausverkauften Red-Bull-Arena hat der Bundesligist nun mitgeteilt: Die Partie gegen den SC Freiburg am Wochenende wird zum Geisterspiel.

Anzeige
Anzeige

Leipzig. Der letzte Pfeiler ist nun doch auch umgefallen. Das als letztes noch offene Bundesliga-Spiel des kommenden Wochenendes wird nun auch zu einer Geisterpartie. Wie RB Leipzig am Mittwochmittag via Twitter bestätigte, wird die Partie gegen den SC Freiburg am kommenden Samstag um15.30 Uhr ohne Zuschauer angepfiffen. Man habe sich aufgrund "der aktuellen Lage und der Verunsicherung im Umgang mit dem Coronavirus" schweren Herzens dazu entschieden. Der erste "Geisterspieltag" in der Geschichte der Liga ist damit komplett.

Geisterspiele, Absagen: Diese Partien fallen der Ausbreitung des Coronavirus zum Opfer

Zahlreiche Geisterspiele und auch etliche Spielabsagen hat die Ausbreitung des Coronavirus jetzt schon verursacht. Der <b>SPORT</b>BUZZER gibt einen Überblick über alle großen Spiele, die abgesagt werden. Zur Galerie
Zahlreiche Geisterspiele und auch etliche Spielabsagen hat die Ausbreitung des Coronavirus jetzt schon verursacht. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über alle großen Spiele, die abgesagt werden. ©

Vorstandschef Oliver Mintzlaff erklärte, trotz weiterhin nur sehr wenig Infizierter im Leipziger Raum wolle man zum einen das gesundheitliche Risiko minimieren. "Zum anderen möchten wir durch diese Entscheidung dazu beitragen, einer potenziellen Wettbewerbsverzerrung durch die mögliche unterschiedliche Handhabung an den verschiedenen Bundesliga-Spielorten aktiv entgegenzuwirken."

Chancengleichheit selbst angemahnt

De facto waren die Messestädter bis zum Mittag der einzige Club, dessen Partie noch nicht zum Geisterspiel erklärt worden war. Am Morgen hatte es zunächst Union Berlin erwischt. Hier war der Amtsarzt eingeschritten, nachdem Vereinsboss Dirk Zingler noch am Dienstag hatte verlauten lassen, dass seit Wochen ausverkaufte Duell mit Rekordmeister Bayern München wie geplant durchziehen zu wollen. "Herr Spahn hat ja auch nicht empfohlen, dass BMW in Berlin die Produktion einstellt. Deshalb kann er auch nicht empfehlen, dass wir unseren Betrieb einstellen“

Mehr zum "Geisterspieltag"

Mintzlaff bedankte sich noch einmal ausdrücklichen beim Leipziger Gesundheitsamt für den stets konstruktiven Austausch. Bereits am Dienstagabend, unmittelbar im Anschluss an das fulminante 3:0 von RB gegen Tottenham Hotspur vor vollem Haus, hatte der RB-Vorstandschef die Behörde in den höchsten Tönen gelobt und betont, man stehe quasi stündlich im Austausch. Im selben Atemzug hatte er die Fairness des sportlichen Wettbewerbs angemahnt: "Sollten die Spiele bei Union Berlin und bei uns stattfinden, dann ist das keine Chancengleichheit." Er erwarte eine kurzfristige Entscheidung für die Partie gegen Freiburg. Diese gab es nun am Mittwochmittag.

Wie mit bereits gekauften Tickets verfahren wird, war zunächst noch unklar. Mintzlaff versicherte, alle Karteninhaber würden eine entsprechende Kompensation erhalten, "so dass kein finanzieller Nachteil für Fans und Zuschauer entsteht."