01. März 2020 / 17:22 Uhr

Nur 1:1 gegen Leverkusen: RB Leipzig verliert wichtige Punkte im Meisterrennen

Nur 1:1 gegen Leverkusen: RB Leipzig verliert wichtige Punkte im Meisterrennen

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Edmond Tapsoba verfolgt Timo Werner.
Edmond Tapsoba verfolgt Timo Werner. © GEPA Pictures
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Zwar egalisiert RB Leipzig gegen Bayer 04 Leverkusen einen Rückstand prompt, kann allerdings keine weiteren Treffer setzen und wirkt in Halbzeit zwei seltsam zahnlos. Der erspielte Punkt hilft im Titelkampf nicht weiter.

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Leipzig. Im Spitzenspiel des 24. Bundesliga-Spieltags holt RB Leipzig gegen Bayer 04 Leverkusen wie im Hinspiel ein 1:1-Unentschieden und liegt in der Tabelle nun drei Punkte hinter Spitzenreiter Bayern München. Die Elf von Trainer Julian Nagelsmann bleibt wettbewerbsübergreifend elf Heimspiele in Folge ungeschlagen, muss nach vier Partien aber erstmals wieder einen Gegentreffer hinnehmen. Für die Tore vor 41.216 Zuschauern sorgten Bayer-Angreifer Leon Baily mit einem Flachschuss (29.) und Patrik Schick per Kopf (31.) nach einem Freistoß von Christopher Nkunku.

RB-Anhänger setzen Zeichen für faires Miteinander

Für den gelbgesperrten Konrad Laimer durfte Emil Forsberg vor den Augen von Bundestrainer Jogi Löw zu seinem zweiten Startelfeinsatz der Rückrunde auf den Rasen. Kapitän Marcel Sabitzer lief als einziger Sechser auf, dafür agierten Angelino und Nordi Mukiele dieses Mal als Teil einer Fünferkette. Von den drei angeschlagenen RBL-Kickern saß nur Yussuf Poulsen auf der Bank, Tyler Adams (Wade) und Ethan Ampadu (Rücken) standen nicht im Kader. Bei Bayer fehlte Kapitän Lars Bender mit einer Hüftprellung.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zum Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen

RB Leipzig hat im Kampf um die Meisterschaft zwei Punkte verschenkt. Die Nagelsmann-Elf kam gegen Bayer 04 Leverkusen nicht über 1:1-Unentschieden hinaus. Zur Galerie
RB Leipzig hat im Kampf um die Meisterschaft zwei Punkte verschenkt. Die Nagelsmann-Elf kam gegen Bayer 04 Leverkusen nicht über 1:1-Unentschieden hinaus. ©

Vor dem Anpfiff setzte der Leipziger Fanblock einen Tag nach den Schmähungen gegen Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp ein Zeichen für einen fairen Umgang im Stadion. Ein großes Transparent mit den Worten „Love Peace and Rasenball“ wurde entrollt. Lauter Beifall brandete in der fast ausverkauften Red Bull Arena auf. Den gab es auch, als Tyler Adams am Mikrofon von Stadionsprecher Tim Thoelke seine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2025 verkündete.

Erste Großchance für Bayer 04

Auf dem Rasen zündet zunächst nicht das ganz große Offensivfeuerwerk. Kerem Demirbay besitzt nach fünf Minuten die einzige Großchance in der Anfangsviertelstunde. Bei seinem tollem Schlenzer ins linke Eck muss sich RB-Schlussmann Peter Gulacsi ordentlich strecken. Timo Werner verpasst es auf der Gegenseite, einen Schuss aus bester Position abzusetzen. Er war wohl nach seinem Tempodribbling im Strafraum selbst überrascht, so frei zu stehen. Der Nationalstürmer schlägt danach aus Ärger die Hände über dem Kopf zusammen.

DURCHKLICKEN: Die RB-Elf gegen Leverkusen in der Einzelkritik

(1) Peter Gulacsi: Rettet sehr früh gegen Demirbay, steht auch gegen Alario seinen Mann. Nach dem Wechsel nahezu arbeitslos. Note 2. Zur Galerie
(1) Peter Gulacsi: Rettet sehr früh gegen Demirbay, steht auch gegen Alario seinen Mann. Nach dem Wechsel nahezu arbeitslos. Note 2. ©

Die Nagelsmann-Schützlinge agieren in den ersten 30 Minuten vorne ohne die letzte Konsequenz und sind immer wieder anfällig bei Kontern. Folglich darf sich die Werkself über den ersten Treffer freuen. Eine Minute nachdem Alario mit einem Kopfball an Gulacsi scheitert, legt Kai Havertz von der Grundlinie auf den völlig freien Leon Baily zurück. Mukiele kommt zu spät – 1:0 für Bayer 04. „Auswärtssieg“ skandiert der wegen des Boykotts der aktiven Fanszene arg dezimierte Gästeblock, von dem ansonsten nichts zu hören war.

Nkunku mit 14. Bundesliga-Vorlage

Die Freude währt nur kurz. Nach einem Freistoß von Christopher Nkunku steigt Patrik Schick im Fünfmeterraum höher als Kai Havertz (32.). Da ist der Ausgleich! Für Nkunku ist es nach seinen vier Assists auf Schalke schon die 14. Vorlage in der Bundesliga, für Schick das siebte Saisontor.

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Lucas Alario hätte für die Gäste nach 29 Minuten erhöhen können, ihm fehlt nach seinem 40-Meter-Sprint auf das RBL-Gehäuse die Luft für einen druckvollen und platzierten Abschluss. Timo Werner trifft kurz vor dem Halbzeitpfiff den Pfosten, stand aber zuvor im Abseits. Leverkusen, das nun schon 14 Partien in Folge nie mit einem Rückstand in die Pause gehen musste, besitzt in den ersten 45 Minuten die klareren Gelegenheiten. Eine Führung wäre nicht unverdient gewesen.

Nkunku hat das 2:1 auf dem Fuß

Gleich nach Wiederbeginn steht Nkunku nach einem Schick-Pass völlig frei an der Strafraumgrenze und zwingt Lukas Hradecky im Bayer-Kasten zu einer Glanzparade. RBL schnürt die Werkself nun in der eigenen Hälfte ein und ist sichtbar bemüht, das 2:1 zu erzielen. Werner steht bei seiner Großchance erneut im Abseits (51.).

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Marcel Sabitzer (RB Leipzig): Das war nicht gut heute. Wir waren gar nicht giftig und die Intensität in den Zweikämpfen war nicht gut. Das Anlaufen war schlecht. Das Positive ist, dass wir auf Platz fünf punktemäßig gleich geblieben sind. Man hat nicht unbedingt gesehen, dass die am Donnerstag noch ein Spiel hatten. Man hätte denken können, dass wir am Freitag noch gespielt haben. Zur Galerie
Marcel Sabitzer (RB Leipzig): "Das war nicht gut heute. Wir waren gar nicht giftig und die Intensität in den Zweikämpfen war nicht gut. Das Anlaufen war schlecht. Das Positive ist, dass wir auf Platz fünf punktemäßig gleich geblieben sind. Man hat nicht unbedingt gesehen, dass die am Donnerstag noch ein Spiel hatten. Man hätte denken können, dass wir am Freitag noch gespielt haben." ©

Nach der Leipziger Druckphase spielt sich viel zwischen den Strafräumen ab. Querpässe, Abwarten, nur keinen Fehler machen. Auch die Einwechslungen von Yussuf Poulsen, Amadou Haidara und Hannes Wolf ändern daran wenig. Marcel Sabitzers Gewaltschuss nach 86 Minuten, der einen halben Meter über das Gehäuse fliegt, ist das letzte Ausrufezeichen in Hälfte zwei. Es bleibt wie im Hinspiel beim 1:1. Am kommenden Samstag gastieren die Rasenballer beim VfL Wolfsburg.

RB: Gulacsi - Klostermann, Upamecano, Halstenberg, Mukiele, Sabitzer, Forsberg, Angelino, Nkunku (76. Haidara), Schick (82. Wolf), Werner (71. Poulsen).

Leverkusen: Hradecky - Tah, Bender, Bailey (71. Diaby), Demirbay, Amiri, Tapsoba, Alario (90. Bellarabi), Wendell, Palacios (64. Aranguiz), Havertz

Zuschauer: 41.216

Tore: 0:1 Baily (29.), 1:1 Schick (32.)