19. September 2019 / 22:32 Uhr

Nur 10.200 Zuschauer in der VW-Arena: Aber die, die da waren, hatten Bock auf Europa

Nur 10.200 Zuschauer in der VW-Arena: Aber die, die da waren, hatten Bock auf Europa

Benno Seelhöfer
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Tolle Stimmung und gähnende Leere: Während die Nordkurve am Donnerstagabend im Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Olexandrija für eine tolle Stimmung sorgte, blieben große Teile des Stadions leer.
Tolle Stimmung und gähnende Leere: Während die Nordkurve am Donnerstagabend im Duell zwischen dem VfL Wolfsburg und dem FC Olexandrija für eine tolle Stimmung sorgte, blieben große Teile des Stadions leer. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg ist nach 1255 Tagen auf die Europäische Bühne zurückgekehrt – und nur 10.200 Fans wollten den Europa-League-Auftakt des Fußball-Bundesligisten gegen den FC Olexandrija vor Ort in der Volkswagen-Arena erleben. Was erwartete die paar Fans, die sich auf den Weg gemacht haben? Eine Geisterkulisse? Ein Klub, der seinem Image als Plastikklub gerecht wird? Nein.

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Denn die Fans, die am späten Donnerstagabend um 21 Uhr ins Stadion gekommen waren, hatten umso mehr Bock auf den Europa-Pokal. Die Nordkurve war gut gefüllt wie an einem Bundesliga-Spieltag und machte auch dementsprechend Radau – nur die Songauswahl wurde angepasst. Die Fans feierten sich selbst, sangen: „10.000 Wolfsburger, schalalalala, wir haben Schichtarbeit, schalalalalala.“ Außerdem schallte es auch „Europapokal, olé“ durch das ansonsten aber nicht gut gefüllte Rund. Der „VfL Wolfsburg“-Schriftzug auf der Gegengeraden war gut zu erahnen und vielerorts war im Oberrang gähnende Leere. Das war besonders in dem Teil des Stadions der Fall, der sich rund um den Gästeblock befindet, in dem aber immerhin rund 40 tapfere Fans aus der Ukraine ihr Team unterstützt hatten.

Die kleine Kulisse sorgte bei einigen Stadionbesuchern für Enttäuschung, so wie auch bei den VfL-Fans Sina Blecker und Dennis Hermoneit. „Die Kulisse ist eher so naja“, sagt Hermoneit. „Dass wir zuletzt europäisch gespielt haben, ist wieder ein paar Jahre her. Deshalb wollen wir unseren Teil zu einer guten Stimmung beitragen.“ Blecker stimmt zu und sagt: „Als Fan will man sein Team ja unterstützen, und wir können dann sagen, dass wir von Anfang an dabei waren.“ Oft werde über das Image des VfL gemeckert, „aber wir wollen besser sein. Das ist auch eine Trotzreaktion, dass wir hier sind.“ Hermoneit enttäuscht: „Dass so viele Zuschauer fehlen, daran sind nicht nur zwei Schichten bei VW Schuld.“

Bilder vom Spiel der Europa League zwischen dem VfL Wolfsburg und FC Olexandrija

Mit dieser Elf ist der VfL Wolfsburg in die erste Europapokal-Partie nach vielen Jahren gegangen. Zur Galerie
Mit dieser Elf ist der VfL Wolfsburg in die erste Europapokal-Partie nach vielen Jahren gegangen. ©
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Doch neben der Arbeitszeiten, der späten Anstoßzeit und dem vermeintlich unattraktiven Gegner hat die kleine Kulisse für die VfL-Fans Ludger Twele und Marius Schulze, die beide aus Wahrenholz kommen, noch einen weiteren Grund. „Die Anreise ist besch... Die Züge fahren nur stündlich“, sagen die beiden. Die kleine Kulisse ist schade, aber da konnte man von ausgehen“, sagen sie ein wenig resigniert. Auch deshalb haben sich die zwei erst am Mittwoch noch kurzentschlossen ihre Tickets besorgt. Und schon jetzt fest: „Nach Gent fahren wir auch!“

Dass sie ihren VfL vor Ort anfeuern, steht auch für die VfL-Anhänger Kerstin und Lutz Entian außer Frage. Auch sie sagen: „Wir sind seit Jahren mal wieder in Europa, dass so wenige kommen, ist unverständlich.“ Aber: „Wir geben gerade deshalb alles, feuern unser Team umso mehr an.“ Gerade dann, wenn es für den VfL nur gegen vermeintlich kleine Klubs wie den FC Olexandrija geht. Lutz Entian hat da noch einen guten Rat. Er sagt mit einem Schmunzeln: „Wenn der Gegner nicht so bekannt ist, sollte man erst recht ins Stadion gehen, damit man ihn kennenlernt.“

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