02. September 2019 / 13:43 Uhr

Nur 152 Pflichtspielminuten! Stotterstart für RB Leipzigs Neuzugänge

Nur 152 Pflichtspielminuten! Stotterstart für RB Leipzigs Neuzugänge

Anton Zirk
Leipziger Volkszeitung
Ademola Lookman, Luan Candido, Christopher Nukunku
Ademola Lookman, Luan Candido, Christopher Nkunku gehören zu den Neuen bei RB. © Getty Images
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Sechs neue Spieler sind im Sommer zu RB Leipzig gestoßen. Während ein Offensiv-Duo im Windschatten der etablierten Kräfte lauert, scheint für zwei junge Defensivtalente die erste Elf weit entfernt. So steht es um die Neuzugänge.

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Leipzig. Mit sechs neuen Spielern wollte RB Leipzig Julian Nagelsmann seinen Start als Trainer an der Pleiße versüßen. Geschätzte 52 Millionen Euro haben die Roten Bullen investiert. Noch setzt der Coach aber vor allem auf bewährte Kräfte. Gegen Borussia Mönchengladbach standen beim Anpfiff ausschließlich Spieler auf dem Feld, die auch schon unter Ex-Trainer Ralf Rangnick dabei waren. Nur Christopher Nkunku durfte bisher Startelf-Luft schnuppern.

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Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader von RB Leipzig bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Zugänge zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. ©
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Der Franzose stieß während es Trainingslagers im österreichischen Seefeld vom französischen Topclub Paris St. Germain zur Mannschaft und zeigte schnell, welches Potenzial in ihm steckt. Zum Auftakt gegen Union Berlin brachte ihn Nagelsmann für die letzten 25 Minuten ins Spiel und Nkunku zahlte das Vertrauen direkt mit seinem ersten Liga-Treffer zurück. Bei den beiden Startelf-Einsätzen gegen den VfL Osnabrück und Eintracht Frankfurt überzeugte der 21-Jährige vor allem offensiv und sorgte mit viel Tempo und feinem Fuß für Spektakel. Richtig gefährlich wurde es aber nur selten. Nkunku ist dem Stammplatz definitiv am nächsten, muss aber defensiv und in Sachen Torgefahr zulegen.

Lookman noch nicht auf altem Niveau

Dahinter lauert Ademola Lookman auf seine erste echte Chance. Der junge Engländer ist nach überzeugenden Auftritten während seiner halbjährigen Leihe in der Saison 2017/18 und einem weiteren Jahr in England zu den Roten Bullen zurückgekehrt. Die folglich hohen Erwartungen konnte der Königs-Transfer jedoch noch nicht erfüllen.

Magere elf Pflichtspiel-Minuten in der Schlussphase gegen Eintracht Frankfurt stehen für den 18-Millionen-Einkauf vom FC Everton zu Buche – zu wenig, um Akzente zu setzen. Auch bei den öffentlichen Trainingseinheiten gehört Lookman trotz unbestrittener Qualitäten im Offensivbereich bis dato nicht zu den auffälligsten Akteuren. Dennoch dürfte dem 21-Jährigen die Mitte September beginnende Dreifachbelastung Hoffnung auf Einsatzzeit machen.

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Noch schwerer haben es im Moment Ethan Ampadu und Luan Candido. Die beiden gerade mal 18-jährigen Defensivspieler vom brasilianischen Erstligisten Palmeiras Sao Paulo und Europa-League-Sieger FC Chelsea sind klassische Perspektivspieler und werden noch einige Zeit brauchen, um sich an das Leben in Deutschland und die Spielweise der Roten Bullen zu gewöhnen. Vor allem Nagelsmanns hohe Taktikschule stellt die Talente offenbar vor große Herausforderungen. In den Trainingseinheiten sind sie zwar voll integriert und lassen ihre Fähigkeiten immer wieder aufblitzen. Die erste Elf ist aber aktuell noch in weiter Ferne. Einsatzzeit in den ersten vier Pflichtspielen der Saison kann weder der Eine noch der Andere vorweisen.

Tschauner-Transfer zahlt sich schon aus

Eine Sonderrolle unter den Sommertransfers nimmt Philipp Tschauner ein. Dass der für geschätzte 400.000 Euro von Hannover gekommen Routinier als dritter Keeper wenig Chancen auf Spielzeit haben würde, war von vornherein klar. Dennoch könnte sich der Einkauf als kluger Schachzug erweisen. Denn der 33-Jährige nimmt bereits nach wenigen Wochen die erhoffte Rolle ein. Mit seinem großen Erfahrungsschatz von 33 Bundesliga- und 201 Zweitliga-Einsätzen sowie weiterhin hochklassigem Torwartspiel fordert er seine Mitspieler und hält das Trainingsniveau auf der Keeper-Position hoch. Außerdem ist Tschauner mit vollem Einsatz sowie professionellem Auftreten gerade für die jungen Spieler das perfekte Vorbild und kann so für die Stimmung in der Mannschaft zum wichtigen Faktor werden.

Obwohl sein Transfer am längsten feststeht, passt Hannes Wolf nur bedingt in Liste der Sommerneuzugänge. Der junge Österreicher kämpft weiterhin mit den Folgen seines Knöchelbruchs aus der U21-Europameisterschafts-Spiel gegen Serbien im Juni. An Mannschaftstraining ist für den offensiven Mittelfeldspieler, der von Leipzigs Schwesterclub RB Salzburg kommt, noch lange nicht zu denken. Bei seiner Vorstellung im Trainingslager, gab sich der 20-Jährige zwar optimistisch: "Wenn ich in der Rückrunde nicht fit bin, wäre bei der Reha etwas schiefgelaufen. Mein persönliches Ziel ist, in diesem Jahr noch mit der Mannschaft zu trainieren." So oder so wird er für RB aber wohl erst im Jahr 2020 eine Rolle spielen und damit zum gefühlten Neuzugang in der Winterpause.

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