01. Mai 2021 / 18:47 Uhr

Nur ein Klub konnte gewinnen: Die erfolgreichsten Zweitligisten der jüngeren Pokal-Geschichte

Nur ein Klub konnte gewinnen: Die erfolgreichsten Zweitligisten der jüngeren Pokal-Geschichte

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Für die Zweitligisten war der DFB-Pokal zuletzt ein schwieriges Pflaster – bis jetzt?
Für die Zweitligisten war der DFB-Pokal zuletzt ein schwieriges Pflaster – bis jetzt? © Getty Images/IMAGO/Rust/DeFodi/Sven Simon (Montage)
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Lediglich ein Vertreter der 2. Bundesliga konnte den DFB-Pokal bisher gewinnen - Hannover 96. Holstein Kiel könnte der zweite werden, wenn die Schleswig-Holsteiner ihre letzten zwei Spiele gewinnen. Ein Blick auf die erfolgreichsten unterklassigen Vereine der Pokal-Historie.

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Schafft Holstein Kiel in den kommenden Wochen etwas Historisches? Die Mannschaft von Trainer Ole Werner hat dazu sogar zwei Gelegenheiten. Mit dem nach wie vor möglichen Aufstieg würde sich der derzeitige Tabellenvierte der 2. Bundesliga zum ersten Vertreter aus Schleswig-Holstein im deutschen Fußball-Oberhaus machen. Und mit zwei Siegen im DFB-Pokal, beginnend mit dem Halbfinale gegen Borussia Dortmund am Samstagabend (20.30 Uhr/ARD und Sky) könnte man zudem nach Hannover 96 der erst zweite Verein der 2. Bundesliga werden, der sich in den Siegerlisten des Cups verewigt.

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Die Niedersachsen sind nämlich bis heute der einzige Zweitligist, dem der Triumph im prestigeträchtigen Pokal-Wettbewerb gelang. Am 23. Mai 1992 siegte 96 durch einen 4:3-Sieg nach Elfmeterschießen gegen Borussia Mönchengladbach. Nachdem es nach 120 Minuten 0:0 gestanden hatte, triumphierte die Mannschaft des damaligen Trainers Michael Lorkowski dank Elfmeter-Killer Jörg "Colt" Sievers und nervenstarker eigener Schützen - den entscheidenden Versuch verwandelte Michael Schjönberg.

Lübeck und Aachen scheitern an Werder Bremen

Ansonsten waren Vereine der 2. Liga trotz toller Pokal-Läufe regelmäßig an den letzten Hürden gescheitert. Seit der Jahrtausendwende erwischte es zum Beispiel den großen Kieler Lokalrivalen VfB Lübeck, der unter Dieter Hecking 2004 erst in der Verlängerung des Halbfinals vom späteren Double-Sieger Werder Bremen gestoppt wurde (2:3). Die Bremer setzten sich im Endspiel knapp mit 3:2 gegen Alemannia Aachen durch - einen weiteren Zweitligisten, der nah dran war an der großen Sensation.



In den letzten Jahren wurden Pokal-Endspiele zunehmend zu quasi-monopolistischen Veranstaltungen der Bundesliga-Klubs. Der letzte Zweitligist, der es bis ins Olympiastadion schaffte, war der MSV Duisburg von Trainer Milan Sasic, der im Mai 2011 von Schalke 04 (mit Manuel Neuer, Julian Draxler, Raúl & Co.) aber mit 5:0 abgeschossen wurde. Auch in den Vorschlussrunden waren Zweitligisten die Ausnahme: Seit der Duisburger Final-Pleite waren nur Greuther Fürth (2012, 0:1 n.V. gegen Fürth), der 1. FC Kaiserslautern (2014, 1:5 gegen Bayern) und der Hamburger SV (2019, 1:3 gegen Leipzig) noch in der heißen Phase im Wettbewerb vertreten, scheiterten jedoch an der vorletzten Hürde.

Regionalligist Saarbrücken verpasst Sensation im Vorjahr

In den letzten 30 Jahren schafften es zudem sogar drei Drittligisten bis ins Finale des Pokal-Wettbewerbs: Die Amateure von Hertha BSC (1993, 0:1 gegen Leverkusen), Energie Cottbus (1997, 0:2 gegen Stuttgart) und Union Berlin (2001, 0:2 gegen Schalke) unterlagen in ihren Endspielen jedoch gegen höherklassige Gegnerschaft, während der damalige Drittligist Arminia Bielefeld (2015, 0:4 gegen Wolfsburg) vor einiger Zeit im Halbfinale scheiterte. Eine große Sensation verpasste im vergangenen Jahr der Regionalligist 1. FC Saarbrücken, der unter anderem den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf ausschaltete, ehe es im Semifinale ein deutliches 0:3 gegen Bayer Leverkusen setzte.