10. Februar 2020 / 15:04 Uhr

Nur ein Sieg in sieben Spielen: RB Leipzig tut sich gegen Spitzenteams schwer

Nur ein Sieg in sieben Spielen: RB Leipzig tut sich gegen Spitzenteams schwer

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Beim FC Bayern war für die Spieler von RB Leipzig um Marcel Sabitzer, Ademola Lookman und Patrik Schick mehr drin.
Beim FC Bayern war für die Spieler von RB Leipzig um Marcel Sabitzer, Ademola Lookman und Patrik Schick mehr drin. © 2020 Getty Images
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RB Leipzig hat in sieben Duellen gegen die Top Sechs der Liga nur einmal dreifach gepunktet. Zum Sieg bei Tabellenführer Bayern München fehlten am Sonntag allerdings nur ein paar Zentimeter. Marcel Sabitzer und Timo Werner vergaben in der zweiten Halbzeit zwei Großchancen.

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Leipzig. Das 0:0 beim Gipfeltreffen gegen den FC Bayern bestätigte eine Tendenz, die sich schon durch die ganze Saison von RB Leipzig zieht: Der Bundesliga-Herbstmeister tut sich gegen Spitzenmannschaften schwer. Gegen die Top Sechs des Oberhauses gelang der Nagelsmann-Elf in bislang sieben Versuchen nur ein Dreier. Und der liegt schon mehr als fünf Monate zurück: Am dritten Spieltag schossen Timo Werner mit zwei und Yussuf Poulsen mit einem Treffer ihre Elf zum 3:1-Erfolg bei Borussia Mönchengladbach. Beim Rückspiel gegen die Fohlen holte RBL nach 0:2-Pausenrückstand einen Punkt. In den anderen Gradmesser-Duellen – Bayern München (1:1, 0:0), Borussia Dortmund (3:3), Bayer Leverkusen (1:1), Schalke 04 (1:3) – ist die Bilanz bislang mäßig.

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Wichtiger Punktgewinn für RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf erkämpfte und erspielte beim FC Bayern München ein 0:0. Zur Galerie
Wichtiger Punktgewinn für RB Leipzig: Die Nagelsmann-Elf erkämpfte und erspielte beim FC Bayern München ein 0:0. ©
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Nur: „Wer am Ende ganz oben stehen will, muss auch in solchen Topspielen dominanter auftreten“, gab RB-Coach Julian Nagelsmann in der Winterpause speziell mit Blick auf Dortmund und Bayern zu Bedenken. „Wir stehen zu Recht da, wo wir stehen. Aber wir sind in unserem aktuellen Status kein Meisterschaftskandidat”, stellte Nagelsmann klar. „Wenn wir da bleiben wollen, müssen wir Schritte machen, weil wir irgendwann auch gegen diese Teams gewinnen müssen. Sonst wird es schwer, vor denen zu stehen.”

„Weit weg davon, eine Spitzenmannschaft zu sein“

Als Nagelsmann seine Worte formulierte, führte RBL die Bundesligatabelle an. Zwischenzeitlich gelangen acht Siege und ein Unentschieden in neun Partien. Das Remis, ein 3:3 gegen Dortmund, war das einzige Duell mit einem Top-Sechs-Team während des Erfolgslaufs. Der Vorsprung auf Platz zwei betrug maximal vier Punkte. Aktuell liegt RB mit einem Zähler Rückstand auf die Bayern wieder auf den zweiten Platz.

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Timo Werner (RB Leipzig): Wie wir die ersten 20 Minuten angegangen sind, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis wir zurückliegen. Aber wir haben im zweiten Teil der ersten Hälfte ins Spiel gefunden und haben dann nach der Pause ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Wenn man in München gewinnen will, muss man so eine Chance wie ich sie hatte, reinmachen. Dennoch haben wir weiter geackert und eine gute Mentalität in der zweiten Hälfte gezeigt. Daher können wir mit dem Punkt gut leben. Zur Galerie
Timo Werner (RB Leipzig): "Wie wir die ersten 20 Minuten angegangen sind, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit bis wir zurückliegen. Aber wir haben im zweiten Teil der ersten Hälfte ins Spiel gefunden und haben dann nach der Pause ein ganz anderes Gesicht gezeigt. Wenn man in München gewinnen will, muss man so eine Chance wie ich sie hatte, reinmachen. Dennoch haben wir weiter geackert und eine gute Mentalität in der zweiten Hälfte gezeigt. Daher können wir mit dem Punkt gut leben." ©

Das liegt auch an der kleinen Schaffenskrise, die durch das 0:2 bei Eintracht Frankfurt Ende Januar eingeleitet wurde. Im Anschluss erhob der enttäuschte Fußball-Lehrer seine Stimme zur viel zitierten „Gipfelkreuz“-Rede. Das Ziel: ein paar zusätzliche Prozentpunkte aus seinen Schützlingen herauskitzeln. Das Team sei „noch weit weg davon, eine Spitzenmannschaft zu sein“ und habe „nicht die Qualität von Bayern und Dortmund“, erklärte Nagelsmann. Er machte das vor allem an mangelnder Einstellung im Training fest, wo jede einzelne Minute einfach noch besser genutzt werden müsse. Um Deutscher Meister zu werden, sei noch viel Arbeit nötig. „Wollen wir das Gipfelkreuz erreichen oder bleiben wir kurz davor stehen und genießen die Aussicht?“, fragte der 32-Jährige. Der Weckruf verhallte. Gegen Mönchengladbach (2:2) gelang kein Dreier, im DFB-Pokal schied RB in Frankfurt 1:3 aus. Nun das 0:0 bei den Bayern. Vier Spiele ohne Sieg.

Bayern war schlagbar

Aber die starke zweite Halbzeit gegen den Rekordmeister macht durchaus Hoffnung für die kommenden Wochen mit dem Heimspiel gegen Werder Bremen am Samstag und dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League bei Tottenham Hotspur am kommenden Mittwoch.

Beim Spitzenreiter fehlten am Sonntag nur ein paar Zentimeter, um das Gipfelkreuz zumindest vorübergehend wieder zu erklimmen. Wie verwandelt schritten die RB-Profis aus der Kabine. Marcel Sabitzer (46.) und Timo Werner (63.) besaßen beste Gelegenheiten zur 1:0-Führung. In seiner Halbzeitansprache hatte Nagelsmann seinen Spielern noch mal eingeimpft, dass „Bayern schlagbar ist“, wie er nach Schlusspfiff berichtete. „Das sind sie nicht immer. Erst recht nicht zuhause. Da hätten wir heute die Möglichkeit gehabt und auch die Chancen dazu.“ Zumindest ein Zähler – der erste in München überhaupt – stand am Ende auf der Habenseite.

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Und es dauert nicht lange bis zur nächsten Gelegenheit, um gegen ein Top-Sechs-Team den zweiten Dreier zu holen. Am 22. Februar laufen die RB-Kicker beim FC Schalke 04 auf.

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