16. Oktober 2020 / 09:00 Uhr

Vorne und hinten steht die Eins: Wolfsburg und die Sache mit den Toren

Vorne und hinten steht die Eins: Wolfsburg und die Sache mit den Toren

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Zwei Liga-Tore mit VfL-Beteiligung: In Freiburg traf Wolfsburg und kassierte einen Treffer.
Zwei Liga-Tore mit VfL-Beteiligung: In Freiburg traf Wolfsburg und kassierte einen Treffer. © DPA
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Gerade einmal zwei Tore sind in Bundesliga-Spielen mit VfL-Beteiligung gefallen. Dass es für Wolfsburgs Fußballer nur ein Gegentreffer war, ist positiv. Doch mit dem Toreschießen hapert es gerade - und am Samstag geht's nach Mönchengladbach.

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Die Länderspiel-Pause ist vorbei, die Bundesliga geht weiter. Vor dem Spiel des VfL am Samstag (20.30 Uhr) bei Borussia Mönchengladbach stellt sich aus Wolfsburger Sicht vor allem eine Frage: Was ist eigentlich mit Toren? Gerade einmal zwei fielen an den ersten drei Spieltagen in Partien mit Wolfsburger Beteiligung...

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0:0 gegen Leverkusen, 1:1 in Freiburg, 0:0 gegen Augsburg. Erst ein Gegentor kassiert - das ist die gute Seite der VfL-Bilanz aus den ersten drei Spielen. Erst eines geschossen - das ist die nicht so gute Kehrseite. Trainer Oliver Glasner: „Wir hatten in allen Spielen genug Möglichkeiten - am wenigsten noch in Freiburg, wo wir getroffen haben. Wir werden versuchen, uns noch mehr Torchancen zu erspielen, aber das wird in Gladbach nicht einfach.“ Zumal man gegen das Gladbacher Tempo in Umschaltsituationen eine gute Absicherung brauche.

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Aber: Ausgerechnet die von vielen Ausfällen gebeutelte Defensive war bisher das Wolfsburger Prunkstück. Mittelfeld-Mann Josuha Guilavogui musste hinten aushelfen, Neuzugang Maxence Lacroix war schnell gefordert, weil Marin Pongracic (Pfeiffersches Drüsenfieber) auf unbestimmte Zeit ausfällt. Mit William und Kevin Mbabu fehlen beide Rechtsverteidiger, Jerome Roussillon und Felix Klaus mussten dort aushelfen, was im Fall Roussillon nun auch nicht mehr geht – weil mit Paulo Otavio die Linksverteidiger-Alternative nun auch noch verletzt ist.

Und zu allem Überfluss gab’s auch noch ein Wechselspiel im Tor, weil Koen Casteels zwischenzeitlich ausfiel. Dass dennoch kein Team in der Bundesliga weniger Gegentore in den ersten drei Spielen kassiert hat als der VfL, „ist für mich die größte Überraschung und zugleich das Positivste“, sagt Trainer Oliver Glasner. *„Bei allen personellen Problemen haben wir es als Mannschaft immer wieder gut hinbekommen, stabil zu stehen.“ *

Wie kommt’s? Eine Erklärung für Glasner ist der offenbar intakte Wille seiner Mannschaft. „Ich ziehe den Hut vor den Spielern“, sagt Glasner und erinnert an das Europa-League-Aus in Athen – und das darauffolgende Liga-Spiel gegen Augsburg. „Wir waren mit großer Enttäuschung um fünf Uhr in der Früh aus Athen zurückgekommen – und dann knallen die Jungs am Sonntag die meisten Sprints aller Bundesliga-Klubs auf den Rasen. Und das im siebten Spiel in 23 Tagen.“ Das zeige, „mit wie viel Engagement sie bei der Sache sind“. Und „das hilft uns, in der Defensive immer wieder Räume zuzulaufen“.

Das wird auch nötig sein – „gegen einen guten Gegner, der gut Fußball spielt“, wie Torwart Casteels (in seinen Saison-Einsätzen noch ohne Gegentor) weiß. „Wir haben zuletzt beim 0:0 gegen Augsburg was liegen gelassen, da müssen wir die Punkte irgendwo wieder aufholen...“ Und: Gegen spielstarke Mannschaften zog sich der VfL zuletzt oft gut aus der Affäre. „Vielleicht, weil wir besser aus der Kompaktheit agieren und mit schnellen Umschaltmomenten spielen können“, so Casteels. „Aber wir müssen auch gegen andere Gegner Spiele für uns entscheiden - und daran arbeiten.“ Schon der nächste Gegner nach Gladbach - Aufsteiger Bielefeld am 25. Oktober in der VW-Arena - wird die VfL-Offensive entsprechend fordern.

Das letzte Duell im Juni gewann Mönchengladbach gegen Wolfsburg souverän mit 3:0. „Die Wolfsburger Mannschaft ist größtenteils die gleiche wie in der vergangenen Saison, auch der Trainer ist noch der gleiche“, so Gladbach-Coach Marco Rose. „Wir werden die positiven Dinge aus dem Spiel von damals mitnehmen, die Wolfsburger Abläufe sind relativ klar, das muss man sauber verteidigen.“ Beim 3:0 habe man das „gut hinbekommen, da macht es Sinn, darauf noch mal hinzuweisen und gute Szenen aus dem Spiel noch mal zu zeigen“.