15. Dezember 2020 / 18:31 Uhr

Nur eine Runde in dieser Saison? OPR-Teams (fast) einer Meinung

Nur eine Runde in dieser Saison? OPR-Teams (fast) einer Meinung

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Landesliga-Derby zwischen Schwarz-Rot Neustadt und Hansa Wittstock – hier Tarik Wenzel, Nicklas Hack und Hansas Christopher Michaelis (v.r.) – fand bereits statt.
Das Landesliga-Derby zwischen Schwarz-Rot Neustadt und Hansa Wittstock – hier Tarik Wenzel, Nicklas Hack und Hansas Christopher Michaelis (v.r.) – fand bereits statt. © Marius Böttcher
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Landesligisten und Landesklasse-Vertreter schildern ihre Eindrücke von den Videokonferenzen.

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Die Brandenburgliga war Vorreiter, die Landesliga Nord (am vorigen Dienstag) und die Landesklasse West (an diesem Montag) zogen nun nach. Zu einer vom Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) organisierten Videokonferenz trafen sich die jeweiligen Vereine – dabei ging es unter anderem im Beisein von Präsident Jens Kaden, Oliver Giese (Spielbetrieb Herren), Ingo Widiger (stellvertretender Vorsitzender Spielausschuss) und den jeweiligen Staffelleitern darum, wie die seit Anfang November unterbrochene Spielzeit 2020/21 fortgesetzt werden könnte.

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„Das war eine richtig ordentlich strukturierte Veranstaltung“, befand Marco Fritz, Co-Trainer von Landesklasse-West-Spitzenreiter Teltower FV, im Nachgang: „Dass beim Austausch mit den Vereinen vom Landesverband so viele Vertreter präsent waren, zeigt in meinen Augen eine gewisse Wertschätzung der Vereine.“ Die MAZ hat sich bei den Landesligisten und Landesklasse-Vertretern aus Ostprignitz-Ruppin umgehört, für welche der drei Varianten – Saison regulär mit Hin- und Rückserie beenden, nach der Hinrunde einen Playoff-Modus anschließen oder nur eine einfache Runde als Wertungsgrundlage – man plädiert hat.

In Bildern: Das sind die ungeschlagenen Brandenburger Teams in der Saison 2020/21

Das sind die ungeschlagenen Brandenburger Teams in der Saison 2020/21. Zur Galerie
Das sind die ungeschlagenen Brandenburger Teams in der Saison 2020/21. ©

„Wir könnten uns mit der zweiten oder dritten Variante anfreunden“, erklärte Karina Legde, die am vergangenen Dienstag der Videokonferenz beiwohnte. Die Abteilungsleiterin vom Landesliga-Sechsten Schwarz-Rot Neustadt betonte aber deutlich, dass wohl lediglich die letzte Option in Frage kommen wird: „Nur die Hinrunde zu Ende zu spielen, ist am realistischsten, wenn man die Entwicklung der Corona-Pandemie verfolgt. Eine optimale Lösung für alle wird es vermutlich nicht geben, es ist einfach extrem schwierig. Die Spieler stehen ebenfalls hinter dieser Meinung.“

Auch Daniel Kraatz, Trainer des SV Eintracht Alt Ruppin, glaubt, dass Variante Nummer drei die einzige Möglichkeit sei, die Saison zu beenden. „Wenn man gegen jeden Gegner einmal gespielt hat, dann kann eine faire Wertung noch am ehesten getätigt werden. Nach 16 Spielen kann man sich in der Tabelle etablieren. Kraatz fällt es aber schwer zu glauben, dass bereits im März ein Ball rollen wird: „Deshalb ist es sinnvoll, sich die Monate April, Mai und Juni für die restlichen Spiele zu sichern.“ Für die Eintracht nahm Abteilungsleiter Frank Neumann am Online-Meeting teil.

Das Wittstocker Trainer-Duo Tino Sasse/Erik Sonnenberg verfolgte gemeinsam das Geschehen am Bildschirm – und schloss sich der deutlichen Mehrheit an. „Wir gehen davon aus, dass bloß die dritte Variante möglich ist“, sagte Sonnenberg, „Partien unter der Woche sind nicht möglich, alle Jungs gehen arbeiten und haben Familie“. Der Spielertrainer ist überzeugt davon, dass die Hanseaten den Klassenerhalt packen können, eine Sache stimmt ihn aber nachdenklich: „Lieber spiele ich auf eigenem Platz gegen einen direkten Konkurrenten. Da könnte zwar Verzerrung entstehen aber trotzdem ist die eine Runde die zielführendste Option.“

Aus der Landesklasse West sind ähnliche Stimmen zu hören, auch wenn Steven Köthke für den SV Union Neuruppin erst deutlich verspätet dazukam. „Ich war mit dem Auto unterwegs und kam nicht rein, Christian Lenz hatte technische Probleme“, begründete Union-Trainer Stephan Ellfeldt, dem eine Einladung nicht bekannt war, das anfängliche Fehlen. „Grundsätzlich finde ich es erst einmal sehr gut, dass diese Flexibilität angeboten wird. Man muss auf alle Eventualitäten gefasst sein“, so Ellfeldt. Der Gildenhaller Coach könnte sich zum jetzigen Stand nicht auf ein Modell festlegen: „Ein gesunde und komplette Serie wäre am schönsten, auch ein Playoff-Modus durchaus interessant, aber das ist wohl alles nicht realistisch.“

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Die Zeitkomponente bringt auch Gunnar Reblin ins Spiel. Der Trainer des MSV Neuruppin II war bei der Konferenz nicht anwesend, weil ihm jener Termin nicht bekannt war. Dennoch unterstützt er eine klare Meinung: „Nur eine Runde zu absolvieren erscheint als die sinnvollste, weil man auch an den Vorlauf denken muss. Die Spieler können ja nicht sofort wieder in den Wettkampf geschickt werden, da bräuchte man nach dieser Pause mindestens vier Wochen Vorbereitung. Und dann ist das Zeitfenster automatisch extrem eng.“ Reblin ist froh, dass er sich mit seinem Team bereits eine gute Ausgangsposition geschaffen hat. Und auch an der Spitze sieht er keine Spannung mehr: „Der Teltower FV ist für alle anderen schon zu weit weg.“

Der Tabellenkeller ist dagegen noch dicht gedrängt. Mittendrin statt nur dabei: der Langener SV. Die Kicker von der Jahnsportstätte hoffen – gegen den Trend – auf ein Playoff-System nach der Hinrunde. „Da käme eine Leistungsstärke zusammen. Für uns wäre das eine gute Chance, die Liga zu halten. Wenn wir es dann nicht packen, dann ist es eben so“, sagte Andreas Bernhardt. Der LSV-Vorsitzende sieht aber vor Ende März keinen Ball in der Mark rollen. „Wir halten die Augen nach Spielern offen, um für den Re-Start gerüstet zu sein“, so Bernhardt. In welchem Modus dann gespielt wird, wird sich erst noch entscheiden.