23. Oktober 2021 / 22:43 Uhr

Nur noch Geimpfte und Genesene bei RB Leipzig - Mintzlaff wütend: "Das verstehe, wer will"

Nur noch Geimpfte und Genesene bei RB Leipzig - Mintzlaff wütend: "Das verstehe, wer will"

Antje Henselin-Rudolph
Leipziger Volkszeitung
RB Leipzig will (und muss) sein Stadion wieder voll auslasten.
RB Leipzig will (und muss) sein Stadion wieder voll auslasten. © Imago / motivio / Modla
Anzeige

Die Hoffnung auf ein Einlenken der politisch Verantwortlichen war vergebens. Wenn RB Leipzig die Red Bull Arena voll auslasten will, darf der Klub nur Geimpfte oder Genesene einlassen. Auch wenn Vorstandschef Oliver Mintzlaff dafür kein Verständnis hat: Der Klub wird ab November dieses Modell anwenden, auch aus wirtschaftlichen Gründen.

Leipzig. Wer nicht genesen oder geimpft ist, für den sind Besuche bei den Heimspielen von RB Leipzig ab November nicht mehr möglich. Der Bundesligist wird beginnend mit dem Champions-League-Heimspiel gegen Paris Saint-Germain am 3. November die 2G-Regel anwenden. Heißt: Lediglich negativ getestete Fans müssen draußen bleiben. Das teilte der Klub am Samstagabend nach dem 4:1-Sieg gegen Greuther Fürth mit. Das Spiel war damit das vorerst letzte unter Anwendung der 3G-Regel.

Anzeige

Kein Gehör in Dresden

"Wir haben in den zurückliegenden Tagen im Rahmen unserer Möglichkeit als Fußball-Bundesligist alles getan und gegenüber der Landesregierung verschiedene Lösungsmodelle aufgezeigt, wie Kapazitätsbeschränkungen bei Fußballspielen unter freiem Himmel unter 3G-Bedingungen verringert oder gar aufgehoben werden können", so RB. Die Vorschläge fanden kein Gehör.

Bis dato galt: Werden Geimpfte, Genesene und Negativ-Getestete eingelassen und liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt über 35, darf der Verein die Red Bull Arena nur maximal zur Hälfte auslasten. Gegen Fürth waren das 24.758 Zuschauer. Das Problem: Der aktuelle Bundesliga-Sechste hat allein 31.000 Dauerkartenbesitzerinnen und -besitzer. Deshalb hatten die Verantwortlichen gehofft, dass Sachsens Landesregierung bei der jüngsten Neufassung der Corona-Schutz-Verordnung die 50-Prozent-Grenze bei 3G aufhebt. In anderen Bundesländern wurde das gemacht. Doch die neue Verordnung, die am Donnerstag in Kraft trat, sah diesbezüglich keine Änderungen vor, ermöglicht statt dessen bei Inzidenz über 35 die Vollauslastung unter 2G.

Keine "Türsteher der Politik"

RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff wird deutlich: "Somit bleibt uns, um einen klaren Wettbewerbsnachteil in der Bundesliga auszugleichen und aus wirtschaftlichen Gründen, leider keine andere Wahl, als ab November auf 2G zu wechseln – während in Sachsen in Kürze auf Weihnachtsmärkten ohne Beschränkung der Kapazität, ohne Kontaktnachverfolgung und jegliche Hygiene- oder Schutzmaßnahmen eng beieinanderstehend gefeiert und getrunken werden kann. Das verstehe wer will."

Was Mintzlaff besonders aufregt: Sachsen macht die Veranstalter von Großveranstaltungen zu "Türstehern der Politik". "Wir sind klarer Befürworter des 3G-Modells, um einer weiteren Spaltung der Gesellschaft und unserer Fanszene entgegenzuwirken."