13. August 2021 / 10:04 Uhr

Nur Überheblichkeit kann Kilia Kiel den Titel vermiesen

Nur Überheblichkeit kann Kilia Kiel den Titel vermiesen

Jan Claas Harder
Kieler Nachrichten
Trainer des FC Kilia Kiel: Nicola Soranno.
Trainer des FC Kilia Kiel: Nicola Soranno. © hfr
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Ende August beginnt im Amateurfußball die neue Saison. Nach der abgebrochenen Spielzeit im vergangenen Jahr ein neuer Anlauf auch für die Top-Vereine unserer Region. Hier im KN-Sportbuzzer stellen wir bis zum Start der neuen Runde in unserem „Saison-Check“ alle regionalen Verbands-, Landes- und Oberligisten vor, analysieren die Qualität der Mannschaft, die Spielphilosophie des Trainers und geben eine Prognose ab, wo das Team am Ende landen kann. Diesmal: Landesligist FC Kilia Kiel.

Bereits vor der letzten Spielzeit wurden dem FC Kilia Kiel die besten Chancen auf den Gewinn der Meisterschaft in der Fußball-Landesliga Mitte prognostiziert. Dies ist im Hinblick auf die anstehende Serie auch nicht anders. Die Kilianer haben nicht nur ein neues Trainerteam an der Seitenlinie, sondern zudem auch ihren Kader kräftig umgekrempelt und mit einer riesengroßen fußballerischen Qualität ausgestattet. Die Frage wird daher nun nicht mehr sein, ob die Kilianer am Ende den Titel holen werden, sondern vielmehr mit wie vielen Punkten Vorsprung sie letztlich durchs Ziel gehen werden.

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Wer kam, wer ging?

Bereits im Januar sicherte sich Kilia die Dienste von Torhüter Torben Franzenburg (Heider SV). In den folgenden Monaten kamen mit Florian Foit, Julius Alt (beide PSV Neumünster), Tom Warncke (TSB Flensburg), Jan Matti Seidel (Preetzer TSV), Berat Ayyildiz (SV Frisia 03 Risum-Lindholm), Tom Baller (Holstein Kiel II) und Paul Gehrmann (vereinslos, davor FC Energie Cottbus) weitere Neuzugänge hinzu. Komplettiert wurde der Kader zuletzt noch mit Kevin Harder (SC Herford), Drilon Trepca, Niklas Ian Kessler (beide A-Junioren TSV Kronshagen) und Luca Fabio Aouci (1. FC Phönix Lübeck). Den Verein verlassen haben Okan Erkocu, Enis Jashari (beide Inter Türkspor Kiel), Tom Wüllner, Kenan Hasicic, Chris Wippich (alle zum SVE Comet Kiel), Maximilian von Randow (SSG Rot-Schwarz Kiel) und Fynn Gerlach (Eckernförder SV II).

Wer ist der Star der Mannschaft?

„Vor der letzten Spielzeit hätte man vielleicht Benjamin Petrick und Yannik Jakubowski nennen können“, sagt Nicola Soranno, der seit diesem Sommer das Traineramt bei den Kilianern ausübt, „doch bei dem aktuellen Kader ist es unmöglich, einen oder mehrere Spieler hervorzuheben. Wir sind nun auf allen Positionen doppelt gut besetzt und haben die Last damit auf mehrere Schultern verteilt. Es macht qualitativ einfach keinen Unterschied, ob ich Teyi Lawson-Body oder Salih Ramo in die Startelf berufe. Und dies ist mittlerweile in allen Mannschaftsteilen so. Nehmen wir die Innenverteidigung als Beispiel. Dort stehen uns mit Kevin Harder, Florian Foit oder Benedict Klimmek mehrere Akteure zur Verfügung, die alle gleich gut sind.“

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Für welchen Fußball steht der Trainer?

„Ich muss diesbezüglich leider die üblichen Fußballfloskeln und Standartsätze raushauen. Aber ist nun einfach mal so, dass wir aktiv sein wollen und beabsichtigen unser Spiel dem Gegner regelrecht aufzuzwängen. Darüber hinaus wollen wir den Ball möglichst weit von unserem eigenen Tor fernhalten und werden unsere Kontrahenten daher versuchen schon früh zu attackieren. Wichtig ist mir zudem, dass meine Mannschaft stets nach spielerischen Lösungen sucht. Ich möchte es jedenfalls nicht sehen, dass meine Spieler mit langen Bällen operieren“, erklärt der 32-jährige Coach.

Was sind die Erwartungen und Ziele an die neue Saison?

Soranno ist sich im Klaren darüber, dass der Verein sehr ambitionierte Ziele verfolgt und ihm ein für diese Spielklasse exzellenter Kader zur Verfügung steht. Dennoch sagt er: „Für mich steht die Entwicklung des Teams und jedes einzelnen Spielers im Vordergrund. Ich möchte, dass dahingehend von Spiel zu Spiel Fortschritte erkennbar sind.“ Die Konkurrenz geht davon aus, dass die Kilianer frühzeitig und locker die Meisterschaft eintüten. Soranno ist sich da nicht ganz so sicher: „Das wird jedenfalls kein Selbstgänger. Auf uns werden viele tiefstehende Gegner warten, die uns das Leben schwer machen werden. Darauf werden wir erst einmal Lösungen finden müssen.“

Sportbuzzer-Prognose

Nimmt man die Qualität des Kaders zum Maßstab, dann kann nur der FC Kilia Kiel die bevorstehende Spielzeit in der Fußball-Landesliga Mitte als Meister beenden. Auch extremes Verletzungspech dürfte sie auf ihrem Weg in die Oberliga nicht stoppen, denn dafür ist der Kader in der Breite einfach zu gut aufgestellt. Ein Scheitern ist nur in der Theorie möglich. Und zwar dann, wenn der Titelfavorit im Laufe der Saison mehrfach überheblich auftreten würde.