22. März 2020 / 13:59 Uhr

Prignitz-Umfrage: Wird der Ball 2020 noch einmal rollen?

Prignitz-Umfrage: Wird der Ball 2020 noch einmal rollen?

Eckard Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Der Perleberger Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist – wie alle anderen Sportstätten in der Region – für jegliche Nutzung gesperrt.
Der Perleberger Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist – wie alle anderen Sportstätten in der Region – für jegliche Nutzung gesperrt. © Stefan Peglow
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Kreis Pringitz/Ruppin: Prignitzer Kicker äußern sich zunehmend skeptisch zur Fortsetzung der Saison im Amateurbereich und erwarten unterschiedliche Szenarien.

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Die anfangs festgelegte Zwangspause für Brandenburgs Kicker wegen der Coronakrise wurde bekanntlich von den Entscheidungsträgern des Fußball-Landesverbandes Brandenburg (FLB) bis zum 19. April verlängert. Darin eingeschlossen sind sämtliche Maßnahmen der Landesauswahlmannschaften, alle Trainer-Aus-, Fort- und Weiterbildungen sowie Schiedsrichterausbildungen. Auch die Gremiensitzungen wurden vom Dachverband abgesagt beziehungsweise als Telefon-/Videokonferenz durchgeführt. Die FLB-Geschäftsstelle wird bis zum 19. April in einer Notbesetzung arbeiten und montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr telefonisch unter 03 55/4 31 02 20 erreichbar sein. Weiterhin steht auch der gewohnte elektronische und postalische Weg zum Informationsaustausch zur Verfügung.

Unsere kleine Umfrage bei Prignitzer Fußballvereinen und Funktionären zeigte deutlich, dass Verständnis für diese Entscheidungen vorhanden ist, denn „Gesundheit geht vor“. Verbunden damit wurde aber auch die Frage, wie es denn weitergehen wird. Beim Versuch diese Frage selbst zu beantworten ergaben sich verschiedene Szenarien, die mitunter abhängig von der derzeitigen eigenen Tabellensituation verschieden gezeichnet werden.

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„Der 19. April bedeutet erstmal, dass fünf Spieltage – wenn möglich – nachgeholt werden müssten. Was meiner Meinung nach schwierig erscheint, wenn es beim Start der neuen Saison am 10. August bleiben sollte. Es ist natürlich eine außergewöhnliche Situation für alle Vereine, sportlich wie gesellschaftlich! Wichtig ist, dass alle gesund aus dieser Situation wieder herauskommen. Mit der Absage des Spielbetriebes haben wir auch das gemeinsame Training der Mannschaft abgesagt“, sagt Maik Arndt, Coach der Landesligafußballer des SSV Einheit Perleberg. Und ergänzt: „Ich habe meinen Männern keine Auflagen bezüglich eines individuellen Trainings mitgegeben. Jeder weiß selbst, wie er sich am besten fit halten kann.“

Auch für den Perleberger Nachwuchs „zählt zuerst die Gesundheit aller und ich hoffe, dass wir diese Krise gut überstehen. In diesem Fall steht der Fußball hintenan. Wir werden die Entscheidungen des Verbandes befolgen und dann alles in Ruhe abarbeiten. Unsere Nachwuchskicker sind etwas traurig, für uns alle ist der Sport ein Mittelpunkt des Lebens geworden“, erklärte Einheits Jugendleiter Ulf Liebmann.

In Bildern: Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Helden der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Helden der Woche" der Saison 2019/20. ©

Manuel Roeseler, Trainer des Landesklasseteams vom FSV Veritas Wittenberge meint: „Diese Situation ist alles andere als einfach. Meine Meinung ist, die Saison so zu werten, wie sie im Augenblick ist. Der Tabellenführer steigt auf, die Mannschaften, die derzeit auf einem Abstiegsplatz stehen, bleiben drin. Notfalls wird die Spielklasse halt aufgestockt. Ich glaube nicht, dass sich die Lage schnell verbessert. Und dann haben wir mehrere Wochen auch nicht trainiert, die Spieler sind nicht fit, die Verletzungsgefahr steigt. Daher wäre die sofortige Beendigung der Saison für mich die einzig richtige Lösung. Wann sollen denn die Spiele nachgeholt werden? Die ersten beiden Nachholtermine sind dann schon weg. Und nicht jeder Verein hat unter der Woche die Möglichkeit, Punktspiele nachzuholen. Wir zum Beispiel bekämen mittwochs auf keinen Fall eine spielfähige Mannschaft zusammen.“

Auch beim Pritzwalker FHV macht man sich Gedanken, wie es weitergehen kann. „Wir hoffen natürlich alle, dass es nach dem 19. April weitergeht. Ich halte es aber für ausgeschlossen, dass dieser Saison noch ein Spiel stattfinden wird“, meint Björn Rohde. „Leider sieht es so aus, dass wir uns erst am Anfang der Pandemie befinden. So wie es das Robert-Koch-Institut darstellt, werden die Freizeitaktivitäten als Letztes wieder hochgefahren. Das heißt ,wir können uns glücklich schätzen, wenn in diesem Jahr der Ball wieder rollen wird.“ Der Abteilungsleiter Fußball beim Pritzwalker FHV meint weiterhin: „Es gibt tatsächlich verschiedene Möglichkeiten für die Verbände, mit der Saison umzugehen. Aus meiner Sicht wird sie annulliert werden. Praktisch heißt das: Sie hat nicht stattgefunden und alles wird so bleiben wie es ist. Dieses Szenario ist für die Verbände rechtlich gesehen am sichersten. Auf der anderen Seite werden wohl einige Vereine – gerade aus der Regional- und Oberliga – die Situation nicht überstehen. Es werden auch viele Sponsoren aus wirtschaftlichen Gründen wegbrechen. Aber letztlich ist das nicht so wichtig in diesen Tagen. Hauptsache, wir sehen uns gesund wieder.“

Umfrage: Wie soll es mit der Fußballsaison weitergehen?

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