30. Mai 2021 / 10:02 Uhr

Ob ruhig oder voller Ekstase: Lok Leipzigs Titelhelden werden von Fans gefeiert

Ob ruhig oder voller Ekstase: Lok Leipzigs Titelhelden werden von Fans gefeiert

Nico Schmook
Leipziger Volkszeitung
So geht lokscher Heldenjubel.
Der Jubel bei Lok Leipzigs Spielern kannte keine Grenzen. © Christian Modla
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Dem 1. FC Lokomotive Leipzig ist am Sonnabend ein historischer Erfolg gelungen. Den 1:0-Triumph der Probstheidaer im Sachsenpokal über den Chemnitzer FC verfolgten die Fans auf unterschiedliche Art und Weise.

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Leipzig. „So eine Scheiße. Der hätte reingemusst“, schallt es auf einmal durch den ruhigen Abtnaundorfer Park. Ältere Ehepaare und Familien, die gerade ihren Samstags-Spaziergang genießen, schauen verdutzt, woher das auf einmal kommt und sehen dann einige junge Leute, die mit Handy in der einen Hand und einer Flasche Bier in der anderen auf einer der Bänke sitzen. Es läuft der Livestream des Finales des Sachsenpokals. Die Männer auf der Bank, sie sind Anhänger von Lok Leipzig und trauern gerade einer verpassten Chance ihrer Mannschaft nach.

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Es ist ein leicht kurioses Bild. Während die Fans am Handy mit Lok mitfiebern, sind diese nur knapp 300 Meter weiter selber im Einsatz und kämpfen in einem intensiven Spiel gegen den Chemnitzer FC um den Pokalsieg. Ob die Unterstützung dort wahrgenommen wurde? Man mag es zu bezweifeln. Es verirrten sich auch nur Einzelne an die Sportschule „Egidius Braun“. Die Meisten, so schien es, sind dem Appell ihres Vereins gefolgt. Der 1. FC Lok Leipzig hatte sowohl auf ihren Social-Media-Kanälen als auch auf ihrer Homepage noch einmal betont, dass das Spiel bitte von Zuhause aus verfolgt werden solle.

DURCHKLICKEN: Das war das Finale zwischen Lok Leipzig und Chemnitz

Da ist das Ding! Lok Leipzig ist Sieger im Finale des Sachsenpokals. Zur Galerie
Da ist das Ding! Lok Leipzig ist Sieger im Finale des Sachsenpokals. © Christian Modla

Und dennoch, ein paar mussten einfach dabei sein. Wenn schon nicht ganz nah mit dabei, wenigstens einigermaßen in der Nähe. Wenn schon kein Anfeuern von der Tribüne aus, dann wenigstens aus der Entfernung. Rund 50, die es mit der Loksche halten hielten sich rund um den Finalort auf und verfolgten bei perfektem Fußballwetter, wie gesagt, per Livestream das Geschehen auf dem Rasen und hofften etwas Endspiel-Atmosphäre aufzuschnappen. Fans des Chemnitzer FC? Fehlanzeige.



Applaus, Fangesänge und Bengalos

Und so sollte es, zumindest um den Ort des Geschehens, der idyllisch zwischen Park und Kleingartenanlage liegt, ein ruhiger Nachmittag werden. Auch für die Polizei, die mit rund zwei Dutzend Einsatzwagen vor Ort waren, durch den Park patrouillierten und vorbereitet waren. Auf das, was auch immer hätte kommen können.

16:20 Uhr. Auf einmal ertönt Jubel. Kurze Fangesänge werden von den wenigen Anhängern angestimmt. Der 1. FC Lok Leipzig mit dem entscheidenden Tor in der Nachspielzeit. Doch selbst dafür war es vergleichsweise ruhig. Kein Vergleich zum Halbfinale, als die Fans außerhalb des Stadions Feuerwerk zündeten und ihre Mannschaft nach den Toren lautstark feierte. Und dann war es vollbracht. Die Leipziger gewinnen den Sachsenpokal und ziehen erstmals in den DFB-Pokal ein. Ein historischer Erfolg, der, ganz abgesehen von der Sportschule, ganz nüchtern in Abtnaundorf wahrgenommen wurde. Auch sowas scheint die Idylle dort nicht brechen zu können.

Dafür aber in Probstheida. Und wie. Unzählige Fans empfangen lautstark den Regionalligisten am Bruno-Plache-Stadion und feierten ihre Titelhelden. Im Voraus hatte der Verein 1000 Karten für eine Saisonabschluss-Veranstaltung verkauft. Inmitten von Applaus, Fangesänge und gezündeten Bengalos in Blau und Gelb, traf der Mannschaftsbus an der Heimspielstätte ein. Was der Titel für den Verein bedeutet war spätestens jetzt klar. Was folgte war ein Abend, an dem gesungen wurde die Mannschaft gefeiert wurde und mal wieder ein bisschen Normalität in Probstheida einkehrte.