07. Januar 2021 / 12:33 Uhr

Ober- und Sachsenliga: Schwierige Lage, Existenz steht aber (noch) nicht auf dem Spiel

Ober- und Sachsenliga: Schwierige Lage, Existenz steht aber (noch) nicht auf dem Spiel

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Symbolbild
Der Ball ruht - auch in der Ober- und Landesliga. Wie gehen die Vereine damit um? © Christian Modla
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Auch in den Oberliga Süd und in der Landesliga ruht der Ball. Was bedeutet der Lockdown für Inter Leipzig, FC Grimma, SG Taucha und Co.? Der SPORTBUZZER hat sich bei den Vereinen umgehört.

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Leipzig. Wie geht es Vereinen knapp unterm Profi- und Semiprofibereich, also Fußball-Ober- und Sachsenligisten, in der Corona-Pause finanziell? Ist der Lockdown für sie existenzbedrohend?

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Holger Herzberg, Geschäftsführer von Oberligist Inter Leipzig, sagt: „Wir haben keine existenziellen Probleme, müssen aber mehr als üblich mit Sponsoren reden, denn die Situation ist für sie wie für uns schwierig. Das macht uns das Leben schon schwer, wodurch sich auch manche Zahlung verzögert.“ Man habe aber generell keinen festen Zahlungstermin, was etwa Aufwandsentschädigungen an Spieler betrifft. „Unterm Strich sind wir per Dezember weitestgehend im Reinen.“ Für das Kunstrasenprojekt im Mariannenpark gab es einen Baustopp, im Frühjahr soll das gute Stück vollendet werden. Finanzielle Gründe gebe es für die Verzögerung nicht.

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Für den FC Grimma, der ebenfalls in Liga fünf spielt, teilte der Vereinsvorsitzende Daniel Kurzbach mit: „Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, die aber nicht existenzbedrohend ist.“ Man habe in den vergangenen Jahren so solide gewirtschaftet, dass man jetzt trotz des Absprunges einiger Sponsoren durch diese schwere Zeit komme. „Nicht zuletzt dank der enormen Kraftanstrengung aller Vorstandsmitglieder sowie unserer Unterstützer und Förderer.“

Eilenburg hält an Infrastruktur-Projekten fest

Noch keine Auswirkungen habe die Pandemie auf die Zusammensetzung der Mannschaft. „Mit gut der Hälfte der Spieler stehen in diesem Jahr Vertragsverhandlungen an, und ich gehe davon aus, dass sie darum wissen, dass die aktuellen Preise nicht auf dem Vor-Corona-Niveau liegen können.“

Steffen Tänzer, Präsident von Oberligist FC Eilenburg, erklärt: „Wir fahren schon seit dem ersten Lockdown auf Sicht und vertrauen auf drei Säulen. Das sind unsere Sponsoren, das Veranstaltungswesen und das ehrenamtliche Engagement. Mit letzterem erwirtschaftet man zwar nicht unmittelbar Geld, hält den Verein aber am Laufen. Die Einnahmen durch Veranstaltungen sind komplett weggebrochen. Mit unseren Sponsoren stehen wir im engen Austausch. Sofern es ihnen in der aktuellen Lage möglich ist, kommen sie ihren Zusagen auch nach.“ Spieler und Trainer hätten ihre Aufwandsentschädigungen bekommen.

Zu den infrastrukturellen Projekten – Bau des Kunstrasen und LED-Umstellung – sagt Tänzer: „Wir halten daran fest und können unseren Eigenanteil dank der Rücklagen aus den letzten Jahren und der Unterstützung von Sponsoren auch planmäßig dafür einsetzen. Ob wir alle sportlichen Ziele finanziell umsetzen können, wird die Zeit zeigen.“

Keine finanziellen Probleme bei Blau-Weiß

Bei Sachsenligist SG Taucha (6. Liga) spürt man bislang kaum finanzielle Auswirkungen der Pandemie. „Es haben sich praktisch keine Mitglieder abgemeldet, unsere Sponsoren sind bei der Stange geblieben“, so SGT-Präsident Achim Teichmann. Zwar seien einige Ausgaben geblieben, aber dafür fallen etliche Kosten derzeit nicht an, wie Energie und ähnliches. „Den Platzarbeiter haben wir auf Kurzarbeit gesetzt, ansonsten aber keine Hilfen beantragt, da wir nicht in Liquiditätsnot sind.“ Im Gegenteil, der Verein hat sogar die Miete für die Sportplatzgaststätte „Zur dritten Halbzeit“ gemindert, weil der Betreiber derzeit keine Einnahmen hat. Die Aufwandsentschädigungen für die Spieler und Trainer wurden allerdings halbiert, da sie momentan kaum Aufwand haben.

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So handhabt dass auch Liga-Konkurrent SSV Markranstädt, der in der Zwangspause gleichfalls keine finanziellen Probleme hat. „Die Mitgliedsbeiträge kommen ja dennoch und die betriebswirtschaftlichen Kosten sind für uns als Verein insofern nicht relevant, da sie von der Stadt abgedeckt werden“, erläutert SSV-Trainer Olaf Brosius.

Für Sachsenligist Blau-Weiß Leipzig informiert Vorstand Sport Tom Franke: „Die wirtschaftlichen Auswirkungen der geltenden Einschränkungen sind selbstverständlich auch für uns spürbar. Obwohl wir keine finanziellen Probleme haben, müssen wir geringere Einnahmen gegenüber dem Vorjahreszeitraum beispielsweise bei Spenden und Sponsorenzahlungen zur Kenntnis nehmen. Auch Veranstaltungen, die wir normalerweise durchführen, um Einnahmen zu generieren, mussten wir ersatzlos streichen.“ Und man habe finanzielle Hilfen beantragt, jedoch gemäß geltender Richtlinien keine erhalten. Zu Aufwandsentschädigungen erklärt Franke: „Unsere Spieler erhalten grundsätzlich keine. Gleichwohl haben unsere Übungsleiter teilweise darauf verzichtet.“

Frank Müller, Roger Dietze, Susanne Stephan