13. Januar 2021 / 08:40 Uhr

Oberbärenburger Skeleton-Profi Jungk hat WM wieder fest im Visier

Oberbärenburger Skeleton-Profi Jungk hat WM wieder fest im Visier

Astrid Hofmann
Dresdner Neueste Nachrichten
Training von Skeletonfahrer Axel Jungk in der Sportanlage im Ostragehege.
Axel Jungk trainiert im Ostragehege im Kraftraum. © imago/photoarena/Eisenhuth
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Skeleton-Ass Axel Jungk meldete sich zwischen Weihnachten und Silvester bei Trainingsfahrten der deutschen Auswahl eindrucksvoll zurück und fuhr schneller als seine Konkurrenz. Der Oberbärenburger arbeitet derzeit hart daran, doch noch bei der Weltmeisterschaft antreten zu können.

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Dresden. Während die meisten Elite-Athleten in dieser Woche beim Weltcup im schweizerischen St. Moritz im Einsatz sind, gibt der Oberbärenburger Skeleton-Vizeweltmeister Axel Jungk im heimischen Altenberg beim Intercontinentalcup (ICC) sein Comeback. Zur Erinnerung: Anfang November hatte der 29-Jährige die Qualifikation für das Weltcup-Team verpasst. Das Rätselraten, warum es bei ihm nicht wie gewohnt lief, beendeten die Ärzte mit der Diagnose „Pfeiffersches Drüsenfieber“. Dazu gesellten sich zudem wieder Beschwerden mit der linken Achillessehne. Deshalb widmete er sich erst einmal der Regeneration und feilte an fahrerischen Details.

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„Ich habe die Zeit genutzt, um an der Fahrlinie, vor allem aber an meiner Fahrlage zu arbeiten. Gerade auf der WM-Bahn in Altenberg klappt das wirklich richtig gut. Dazu haben wir auch noch zwei, drei kleine Details am Material verbessert“, berichtet der Lokalmatador, der sich zwischen Weihnachten und Silvester eindrucksvoll zurückmeldete. Bei Trainingsfahrten der deutschen Auswahl war er nahezu in allen Läufen um sechs Zehntelsekunden schneller im Eiskanal unterwegs als die Konkurrenten Alexander Gassner (Winterberg), Felix Keisinger (Königssee) und Weltmeister Christopher Grotheer (Oberhof).

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„Das lief richtig gut, allerdings darf man es auch nicht überbewerten, denn es war ja kein offizieller Wettkampf“, so Jungk. Er fiebert jetzt dem ICC am Sonnabend entgegen: „Die Konkurrenz ist gut. So startet zum Beispiel die gesamte russische Elite. Da hat man dann schon eine Standortbestimmung. Wenn das Ergebnis stimmt, darf ich anschließend den Weltcup am Königssee fahren.“

Einzig hinter der Startleistung sieht Axel Jungk noch ein großes Fragzeichen. „Wegen der Achillessehne konnte ich kein Athletiktraining absolvieren. Da muss ich sehen, was es hergibt.“ Wegen großer Schmerzen war Jungk zuletzt bei mehreren Spezialisten zu Behandlungen und Untersuchungen unterwegs. „Letzte Woche haben wir nochmal ein MRT gemacht. Es ist an einer Stelle eine Entzündung drin. Das soll nach der WM mit einer Spritzenkur behoben werden. Bis dahin werde ich mich durchkämpfen. Ich bin das ja schon gewohnt und am Start merke ich davon nichts“, meint er schmunzelnd.

Ausscheidungsrennen vor WM

Die WM-Teilnahme hat der Sachse auf jeden Fall jetzt wieder fest im Visier: „Wenn Felix Keisinger Junioren-Weltmeister wird, dann haben wir vier WM-Startplätze. Sollte das nicht klappen, hat mir Bundestrainer Christian Baude eventuell noch ein Ausscheidungsrennen vor der WM in Aussicht gestellt.“

Bevor der ICC am Sonnabend mit 22 Männern und 16 Frauen aus 17 Nationen über die Bühne geht, findet bereits an diesem Mittwoch der Europacup (21 Frauen und 31 Männer aus 20 Nationen) statt. „Beim Europacup darf ich leider nicht starten, weil die Top-15 der internationalen Rangliste dafür nicht zugelassen sind“, bedauert Axel Jungk.

Seine Vereinsgefährtin Susanne Kreher ist beim ICC auch am Start. Die 22-Jährige hatte als DM-Vierte das Weltcup-Ticket ebenfalls knapp verpasst, ist aber noch bei der Junioren-WM in St. Moritz startberechtigt. 2020 holte sie JWM-Silber.