15. Januar 2021 / 17:18 Uhr

RSE in bester Gesellschaft: Wer führt eigentlich die 17 Oberligen in Deutschland an?

RSE in bester Gesellschaft: Wer führt eigentlich die 17 Oberligen in Deutschland an?

Ole Rottmann
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der SV Ramlingen/Ehlershausen thront an der Spitze der Oberliga Hannover/Braunschweig - wie sieht es in den anderen fünften Spielklassen der Nation aus?
Der SV Ramlingen/Ehlershausen thront an der Spitze der Oberliga Hannover/Braunschweig - wie sieht es in den anderen fünften Spielklassen der Nation aus? © Michael Plümer / Die falsche 9 (Grafik)
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17 Oberligastaffeln gibt es in dieser Saison in Deutschland. Eine von zwei niedersächsischen führt der SV Ramlingen/Ehlershausen an. Wir haben mal genauer hingeschaut, wer die RSE-Rolle in den Parallelstaffeln einnimmt.

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Das Spiel Stadt, Land, Fluss dürfte vielen geläufig sein. Die meisten haben sicher schon mal versucht, ausgefallene Worte mit einem zuvor gewählten Anfangsbuchstaben zu finden. Da die Variationsmöglichkeiten schon aufgrund des Alphabets begrenzt sind, kamen zuletzt Abwandlungen des Spiels auf den Markt – zu unterschiedlichen Themenfeldern, mit neuen Kategorien.

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Wie wäre es denn vielleicht mal mit Stadt, Land, Primus? Ein paar der folgenden Lösungsvorschläge haben Sie sicher in der Vergangenheit schon einmal gehört. Auch dass der Tabellenführer der Oberliga Hannover/Braunschweig SV Ramlingen/Ehlershausen heißt, sollte in hiesigen Breiten bekannt sein. Doch bei so manchem Spitzenreiter der 16 deutschen Parallelstaffeln muss man eventuell genauer hinsehen.

TSV Bordesholm (Oberliga Schleswig-Holstein Nord): Los geht’s ganz im Norden. Ungeschlagen (vier Siege, zwei Unentschieden) thront das Team aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde über der Konkurrenz. Mit Malte Lucht kommt auch der führende Torjäger vom TSV.

SV Todesfelde (Oberliga Schleswig-Holstein Süd): Das Team hatte seinen großen Auftritt im September, als Zweitligist VfL Osnabrück im DFB-Pokal seine Aufwartung im Joda-Sportpark machte. Die Partie ging mit 0:1 verloren. Zuletzt verzichtete „Tofe“ noch auf die Meldung für die Regionalliga und blieb trotz Meisterschaft fünftklassig. Langfristig soll es aber doch nach oben gehen.

TuS Dassendorf (Oberliga Hamburg): Von 19 Mannschaften der Staffel ist einzig die Turn- und Sportgemeinschaft noch ungeschlagen. Mit Platz eins kennt der Verein sich aus, wurde die Erstvertretung von 2014 bis 2018 doch fünfmal in Serie Oberligameister, ohne indes den Aufstieg wahrzunehmen.

Brinkumer SV (Bremen-Liga): Wer Bremen-Brinkum bislang nur aus dem Verkehrsfunk kannte, dem sei ein Blick auf die Fußballstatistik nahegelegt. Nur eine seiner acht Partien gewann der BSV nicht – trotz zweier Tore von Ramien Safi bei der SG Aumund-Vegesack (2:2). Der punktgleiche Bremer SV ist allerdings aktuell nur ein Tor schlechter.

Die Bilder der Saison 2020/21 in Hannovers Amateurfußball

Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. Zur Galerie
Levestes Sascha Romaus überwindet Kirchdorfs Schlussmann Jens Trampenau und trifft zum vermeintlichen 1:1-Ausgleich. ©

SV Tasmania Berlin (NOFV-Oberliga Nord): Es läuft beim Nachfolger des historisch schlechten Ex-Bundesligisten SC Tasmania. Schalke 04 gewann noch rechtzeitig, sodass die Neuköllner ihren Rekord von 1965/1966 behalten „dürfen“. Mit Blau-Weiß 90 Berlin ist ein weiterer Ex-Erstligist ein Gegner.

SC Spelle-Venhaus (Oberliga Niedersachsen Weser-Ems/Lüneburg): Ohne Corona wären die Emsländer Klassenkameraden der Ramlinger. Doch durch die Staffelzweiteilung sieht man sich nur aus der Ferne. Obwohl die Konkurrenz aus Lohne und Heeslingen im Gegensatz zum Team aus dem Getränke-Hoffmann-Stadion noch nicht verlor, steht Spelle mit 19 Zählern ganz oben.

FC Gütersloh (Oberliga Westfalen): Die Ostwestfalen haben schon bessere Zeiten hinter sich. Zwischen 1996 und 1999 kickten sie in der 2. Liga und klopften sogar kurz ans Tor zum Oberhaus. Bekannte Kicker waren Daniel Stendel, Willi Landgraf, Heiko Bonan und Rob Reekers. In der Oberliga Westfalen bekommt es das Team auch mit dem langjährigen Zweit- und Bundesligisten Wattenscheid 09 zu tun.

1. FC Bocholt (Oberliga Niederrhein): Nicht weniger als 23 Mannschaften tummeln sich im Nordwesten. Von den benötigten 44 Partien hat der Primus aus dem Westmünsterland gerade einmal zehn hinter sich gebracht. Die dabei erzielten sechs Punkte Vorsprung sind allerdings schon recht üppig. Die 32 FC-Tore verteilen sich auf immerhin 14 unterschiedliche Spieler.

FC Hennef 05 (Mittelrheinliga): Mit gerade einmal 18 Toren hat es die Mannschaft aus der „Stadt der 100 Dörfer“ auf stolze 22 Punkte gebracht. Acht Zähler Vorsprung zum Zeitpunkt der Unterbrechung sind ein schönes Ruhepolster für den jungen Verein, der 2005 aus der Fusion von TuRa Hennef und dem FC Geistingen entstand.

Eintracht Trier (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Nord): Mit 100 Jahre längerer Tradition ist hingegen Eintracht Trier gesegnet. Durch den FSV Salmrohr sowie die TuS Koblenz klingt der Wettbewerb wie ein Zweitliga-Ehemaligentreffen. Die Trierer wurden einst von Mario Basler trainiert – 2009 warfen sie Hannover 96 mit 3:1 aus dem DFB-Pokal.

Wormatia Worms (Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar Süd): Als 1974 die 2. Bundesliga an den Start ging, war Wormatia Gründungsmitglied. Früher wurden im Verein auch andere Sportarten angeboten, finanzielle Engpässe sorgten allerdings dafür, dass mittlerweile am linken Rheinufer nur noch gekickt wird – das aktuell jedoch durchaus erfolgreich.

SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Hessenliga): Von Borussia Fulda kam 1998 der Albaner Altin Lala zu Hannover 96. Seit Sommer 2018 machen die Borussen und der TSV Lehnerz als SG Barockstadt gemeinsame Sache. Der Fanshop der Osthessen muss sich vor dem eines Profiteams nicht verstecken – vom Trikot über den Kulturbeutel bis hin zur „Brotzeitbox“ ist alles erhältlich.

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FC Eilenburg (NOFV-Oberliga Süd): Noch vor Rot-Weiß Erfurt haben es sich die Sachsen an der Spitze bequem gemacht. Zwischen 2013 und 2015 war Tomislav Piplica, ehemaliger Keeper von Energie Cottbus, bei den Blau-Roten als Trainer tätig, ehe Nico Knaubel übernahm – bis heute. Mit zwei Unentschieden gegen Carl Zeiss Jena II und Wacker Nordhausen ging es in die Zwangspause.

FC Pipinsried (Bayernliga Süd): Es klingt verrückt, stimmt aber: Im Bayerischen Fußball-Verband hängen sie ein Jahr zurück, aktuell wird noch die Spielzeit 2019/2020 zu Ende gespielt. Als Einzige entschieden sich die Süddeutschen im Frühjahr gegen Abbruch oder Wertung und versuchen, bis Sommer 2021 – mit einem Jahr Verspätung – fertig zu werden. Die Oberbayern aus Dachau haben nach 26 Spielen 19 Punkte Vorsprung auf den Zweiten.

SC Eltersdorf (Bayernliga Nord): In der Nordstaffel geht es zwischen dem SC Eltersdorf und dem DJK Vilzing bei sechs Zählern Differenz deutlich knapper zu, zumal der Verfolger noch zwei Partien mehr zu absolvieren hat. Selbst der SV Seligenporten (drei Spiele weniger, zwölf Punkte Abstand) hat den Titel 2020 noch nicht komplett abgeschrieben.

SGV Freiberg (Oberliga Baden-Württemberg): Der Sport- und Gesangsverein trotzt den großen Namen in seiner Staffel. Egal, ob die früheren Profimannschaften Stuttgarter Kickers oder SSV Reutlingen oder die TSG Backnang, bei der Ralf Rangnick seine Trainerkarriere startete, sie alle liegen hinter dem ungeschlagenen Team vom Neckar.