07. Mai 2020 / 16:43 Uhr

Oberliga bis Kreisklasse: So sehen die Tabellen nach der Quotientenregel aus

Oberliga bis Kreisklasse: So sehen die Tabellen nach der Quotientenregel aus

Benno Seelhöfer und Marcel Westermann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Enge Kiste: In der Bezirksliga hätten der SV Calberlah (grüne Trikots) und die TSG Mörse denselben Quotienten.
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Der Niedersächsische Fußball-Verband forciert den Saisonabbruch im Amateurfußball. Wie die laufende Spielzeit gewertet wird, ist noch offen. Eine von drei Varianten ist, Auf- und Absteiger anhand der Quotientenregel zu ermitteln - und das sorgt für einige Vereine der NFV-Kreise Gifhorn und Wolfsburg für tückische Konstellationen. Wir haben die Tabellen von der Oberliga bis zur 1. Kreisklasse mal durchgerechnet.

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Der NFV plant bereits einen außerordentlichen Verbandstag, der nötig ist, um die laufende Spielzeit an dieser Stelle zu beenden. Ein Saisonabbruch ist in der Satzung bisher nicht festgeschrieben. Sollte es dazu kommen, gibt es drei Szenarien: die komplette Annullierung der Saison, eine Wertung des Ist-Standes ohne Absteiger, nur mit Aufsteigern sowie drittens eine Wertung der Saison unter Berücksichtigung der Quotientenregelung. Dabei wurde zumindest im Handball die Anzahl der Spiele durch die Punkte geteilt, im Fußball gibt es noch weitere Überlegungen, wie die Quotienten ermittelt werden könnten. Eine Entscheidung darüber könnte am Montag in einer Videokonferenz fallen, an der das NFV-Präsidium sowie Vertreter der 33 Kreise teilnehmen. Die Variante mit einer Quotientenregelung dürfte grundsätzlich wohl die sportlich fairste sein, bringt aber auch einige Tücken mit sich.

Während sich der MTV Gifhorn und Lupo/Martini Wolfsburg in der Oberliga keine Sorgen machen müssen (beide würden die Saison nach der Quotientenregel genau wie unter Berücksichtigung des Ist-Standes im Mittelfeld abschließen), sieht's in der Landesliga schon anders aus. Der SV Reislingen/Neuhaus ist derzeit Elfter, würde wegen des Quotienten von 1,0 aber auf Platz 14 abrutschen - und absteigen. Der TuSpo Petershütte hat denselben Quotienten, würde sich aber aufgrund des direkten Vergleichs (2:0) am SVR vorbeischieben. "Diese Quotientenregelung ist alles andere als gerecht", ärgert sich Reislingen-Coach José Salguero. "Zuletzt hatten wir fast nur Auswärtsspiele. Wenn es so kommt, wäre es für uns das unfairste Szenario."

Ein Überblick: Das ist der Status quo bei Deutschlands Landesverbänden. Stand: 21. Mai 2020.

<b>Schleswig-Holstein:</b> Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit, wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert.

 Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  Zur Galerie
Schleswig-Holstein: Ob sie sich bei ihrem Weg auf Glatteis bewegen, wird sich zeigen. Klar ist: Das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) hat beschlossen, dass die Saison 2019/2020 nicht über den 30. Juni hinaus verlängert werden soll. Stattdessen wird sie ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen. Mit anderen Worten: Sie ist abgebrochen worden. "Die Entscheidung gibt unseren Vereinen die bestmögliche Planungssicherheit", wird SHFV-Präsident Uwe Döring auf der Homepage des Verbandes zitiert. Am 9. Mai entschied das Präsidium schließlich, die Saison mithilfe der Quotientenregel zu werten. Es gibt zwei Auf-, aber keine Absteiger. Sollte eine Mannschaft auf den Aufstieg verzichten, erfolgt keine Weitergabe des Aufstiegsrechts. Die ausstehenden Kreispokalspiele sollen als regionale Qualifikationsrunden vor Beginn der nächsten Saison gespielt werden. Bei den Frauen und Junioren steigen hingegen jeweils nur die Staffelsieger auf, Absteiger gibt es ebenfalls nicht.  ©

Auch beim SSV Kästorf wäre Ärger vorprogrammiert, sollte sich der NFV für dieses Abbruchsszenario entscheiden. Als Dritter hat das Team von Trainer Georgios Palanis zwei Spiele weniger bestritten als Spitzenreiter SVG Göttingen und drei weniger als der Tabellenzweite Vahdet Braunschweig. Mit zwei Siegen mehr könnte der SSV auf Platz eins springen. Nach der Quotientenregel wäre Kästorf aber nur Zweiter. "Wenn es so kommt, wäre das enorm bitter für uns und schwierig zu verdauen. Bist du nicht auf die Anzahl der Spiele gekommen, gerätst du ins Hintertreffen", sagt Palanis, dessen Team nicht nur gegen Vahdet zweimal gewonnen hat, sondern auch das bislang einzige Saisonspiel gegen Primus Göttingen. "Wenn es so kommt, werden Mannschaften vielleicht Meister, die ihre Top-Spiele verloren haben. Sie stehen nur oben, weil sie mehr Spiele haben."

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Grund zu fluchen hätte auch der SV Calberlah in der Bezirksliga. In der Quotienten-Tabelle würde der SVC zwar an der SV Gifhorn vorbeiziehen, hat aber denselben Quotienten wie Spitzenreiter TSG Mörse (2,333). Allerdings: Calberlah hat drei Spiele weniger gemacht, könnte mit drei Siegen Platz eins erobern. Das direkte Duell hat die TSG mit 2:2 und 4:1 für sich entschieden und stünde als Meister fest.

"Es gibt immer Gewinner und Verlierer, und wenn wir die Verlierer wären, dann müssten wir es so hinnehmen", sagt SVC-Trainer Stefan Timpe und ergänzt: "Die Quotientenregel ist wohl am gerechtesten und berücksichtigt die meisten Parameter. Wenn Mörse dadurch vorn wäre, dann haben sie es wegen des direkten Vergleichs auch verdient."

Mörses Coach Thomas Orth hatte auch schon gerechnet. "Am liebsten würde ich die Saison fortsetzen, aber von den Abbruchsszenarien wäre es für mich die sportlichste Variante", sagt der Coach und zeigt sich fair. "Ich könnte mir auch vorstellen, dann ein Aufstiegsspiel gegen Calberlah zu machen, wenn wir wieder spielen dürfen. Aber das wird aufgrund der Trainingsbestimmungen derzeit wohl schwer umzusetzen sein." Timpe würde sich freuen, schlägt direkt eine Alternative vor: "Sonst könnten wir auch ein Elfmeterschießen austragen, da sind wir auf Abstand."

Wie auch immer entschieden wird, es wird nicht alle Mannschaften zufriedenstellen. Das hatte Ralf Thomas, Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn, schon vorher geahnt. "So dezidiert hatte ich die Quotiententabelle nicht im Kopf, aber ich habe immer gesagt, wir werden beim Abbruch Verlierer haben. Es war mir klar, dass es zu Problemen kommen wird. Das bringt uns unnötig in Not. Ich bin weiterhin dafür, die Saison zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen."

So sehen die Quotienten-Tabellen aus, in Klammern steht der aktuelle Tabellenplatz:

Oberliga Niedersachsen

1. (1.) VfV Borussia Hildesheim 2,524
2. (2.) Atlas Delmenhorst 2,217
3. (3.) VfL Oldenburg 2,136
4. (4.) 1. FC Germania Egestorf-L. 2,091
5. (5.) SC Spelle-Venhaus 1,875
6. (6.) Heeslinger SC 1,609
7. (7.) MTV Eintracht Celle 1,381
8. (11.) Kickers Emden 1,263
9. (8.) TuS Bersenbrück 1,25
10. (10.) MTV Gifhorn 1,2
*11. (13.) Arminia Hannover 1,095
*
12. (12.) Lupo/Martini Wolfsburg
1,045
13. (9.) FT Braunschweig 1,042
14. (15.) TB Uphusen* 1
15. (14.) FC Hagen/Uthlede* 1
16. (16.) Eintracht Northeim 0,826
17. (18.) MTV Wolfenbüttel 0,8
18. (17.) BW Tündern 0,708

*Uphusen hat das direkte Duell gegen Hagen mit 3:1 gewonnen

Landesliga Braunschweig

1. (1.) SVG Göttingen 2,389
2. (3.) SSV Kästorf 2,375
3. (2.) Vahdet Braunschweig 2,263
4. (4.) SSV Vorsfelde 1,842
5. (5.) SV Lengede 1,667
6. (7.) SC Göttingen 05 1,389
7. (6.) BSC Acosta 1,368
8. (9.) MTV Isenbüttel 1,25
9. (12.) TSV Landolfshausen 1,125
10. (10.) Eintracht Braunschweig II 1,118
11. (8.) SC Gitter 1,105
12. (13.) Vahdet Salzgitter 1,063
13. (14.) TuSpo Petershütte* 1
14. (11.) SV Reislingen/Neuhaus* 1
15. (15.) TSV Germania Lamme 0,938
16. (16.) SC Hainberg 0,875

*Petershütte hat das direkte Duell gegen Reislingen mit 2:0 gewonnen

Frauen-Landesliga Braunschweig

1. (2.) BSC Acosta 2,2
2. (1.) MF Göttingen 2
3. (3.) STV Holzland 1,636
4. (8.) FC Pfeil Broistedt II 1,444
5. (7.) SV Wendessen* 1,4
6. (6.) SV Gifhorn* 1,4
7. (5.) VfB Fallersleben 1,364
8. (4.) SVG Göttingen 1,25
9. (9.) Sparta Göttingen II 1,182
10. (10.) ESV Göttingen II 1,1
11. (12.) 1. FC Wolfsburg 0,909
12. (11.) VfL Wahrenholz 0,833

*Wendessen hat das direkte Duell mit Gifhorn mit 1:0 gewonnen

Bezirksliga Braunschweig 1

1. (1.) TSG Mörse* 2,333
2. (3.) SV Calberlah* 2,333
3. (2.) SV Gifhorn 2,235
4. (6.) TSV Hillerse 1,875
5. (4.) VfL Wahrenholz 1,824
6. (5.) VfB Fallersleben 1,722
7. (7.) TSV Vordorf 1,706
8. (8.) TuS Neudorf-Platendorf 1,6
9. (9.) SV Lauingen/Bornum 1,438
10. (11.) TSV Hehlingen 1,2
11. (10.) 1. FC Wolfsburg 1,167
12. (12.) FSV Adenbüttel/Rethen 1
13. (13.) FC Brome 0,824
14. (14.) VfR Wilsche/Neubokel 0,75
15. (15.) Lupo/Martini Wolfsburg II 0,611
16. (16.) MTV Gamsen 0,389

*Mörse hat das direkte Duell gegen Calberlah mit 2:2 und 4:1 für sich entschieden

Kreisliga Wolfsburg

1. (1.) SV Barnstorf 2,667
2. (2.) WSV Wendschott 2,467
3. (5.) TSV Ehmen 2,214
4. (4.) SSV Vorsfelde II* 2,133
5. (3.) TSV Wolfsburg* 2,133
6. (6.) FSG Neindorf/Almke 1,6
7. (7.) ESV Wolfsburg 1,533
8. (8.) TSV Heiligendorf 1,5
9. (9.) SG Kästorf/W./Br. 1,143
10. (10.) Sport Union Wolfsburg 1
11. (12.) RW Wolfsburg* 0,8
12. (11.) TV Jahn Wolfsburg
* 0,8
13. (13.) TSV Hehlingen II 0,214
14. (14.) 1. FC Wolfsburg II 0

*Vorsfelde II hat das direkte Duell mit dem TSV mit 3:3 und 3:2 für sich entschieden** RW Wolfsburg hat das direkte Duell mit dem TV Jahn mit 3:1 für sich entschieden

Kreisliga Gifhorn

1. (1.) VfL Germania Ummern 2,235
2. (3.) SV Triangel* 2
3. (2.) FC Schwülper* 2
4. (7.) VfL Knesebeck 1,917
5. (4.) VfL Wittingen 1,8
6. (5.) SSV Kästorf II 1,667
7. (6.) SV Westerbeck 1,5
8. (9.) TuS Müden-Dieckhorst 1,286
9. (8.) SV Groß Oesingen 1,267
10. (12.) SV Leiferde 1,071
11. (11.) SV Osloß 1,067
12. (10.) Wesendorfer SC 1,063
13. (13.) SV BW Ruehen 0,867
14. (14.) SV Meinersen/A./P. 0,769
15. (15.) TSV Hillerse II 0,643

*Triangel hat das direkte Duell mit dem FC Schwülper mit 2:1 gewonnen

1. Kreisklasse Gifhorn 1

1. (1.) FSV Vorhop/Schönewörde 3
2. (2.) FC Germania Parsau 2,615
3. (4.) SV Tappenbeck 2,077
4. (3.) TSV Brechtorf 1,929
5. (5.) HSV Hankensbüttel 1,733
6. (6.) TuS Ehra-Lessien 1,643
7. (7.) SV Tülau/Voitze 1,533
8. (8.) SV Jembke 1,5
9. (9.) FC Ohretal 1,357
10. (10.) SV Barwedel 1
11. (11.) SV Eischott 0,733
12. (12.) TSV Fortuna Bergfeld 0,462
13. (13.) FC Brome II 0,385
14. (14.) VfL Wahrenholz II 0,308

1. Kreisklasse Gifhorn 2

1. (1.) TSV Meine 2,714
2. (2.) SV Welat 2,462
3. (3.) MTV Isenbüttel II 2
4. (4.) MTV Wasbüttel 1,867
5. (5.) TuS Seershausen/Ohof 1,857
6. (7.) TSV Flettmar* 1,5
7. (6.) SG Vollbüttel/Ribbesbüttel* 1,5
8. (8.) FSV Adenbüttel/Rethen II 1,462
9. (10.) SV Gifhorn II 1,333
10. (9.) TuS Neudorf-Platendorf II 1,286
11. (11.) VfL Rötgesbüttel 1,143
12. (13.) MTV Gamsen II* 0,714
13. (12.) SV Wagenhoff
* 0,714
14. (14.) TuS Müden-Dieckhorst II 0,643
15. (15.) SV Triangel II 0,462

*Flettmar hat das direkte Duell mit Vollbüttel mit 4:1 gewonnen_
**_Gamsen II hat das direkte Duell mit Wagenhoff mit 2:0 gewonnen