12. März 2020 / 19:25 Uhr

Kreis Dahme/Fläming: Abgesagtes Oberliga-Gipfeltreffen, gesperrte Sporthallen, allgemeine Unsicherheit

Kreis Dahme/Fläming: Abgesagtes Oberliga-Gipfeltreffen, gesperrte Sporthallen, allgemeine Unsicherheit

Sport Lucki
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Spiel der Luckenwalder Oberligafußballer (Tobias Francisco, l.)  gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf endete mit einem 3:1-Sieg der Hausherren. Für das Wochenende wurde das Gipfeltreffen der Südstaffel in Jena abgesagt. Ein Grund dafür ist das Coronavirus.
Das Spiel der Luckenwalder Oberligafußballer um Tobias Francisco (l.) gegen den FC Oberlausitz Neugersdorf endete mit einem 3:1-Sieg der Hausherren. Für das Wochenende wurde das Gipfeltreffen der Südstaffel in Jena abgesagt. Ein Grund dafür ist das Coronavirus. © Frank Neßler/Archivbild
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Kreis Dahme/Fläming: Spiel der Luckenwalder Fußballer bei Jena II findet nicht statt – Coronavirus hat den Sport in der Region Dahmeland/Fläming voll im Griff.

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Aufgrund des Coronavirus (Covid-19) gibt es kaum noch Sportveranstaltungen. Etliche Wettkämpfe wurden ganz abgesagt. So stellte zum Beispiel die Deutsche Eishockey Liga ihren Spielbetrieb komplett ein. Internationale Fußballspiele wie am Mittwochabend die Champions Leaque-Partie Paris gegen Dortmund oder Eintracht Frankfurt gegen den FC Basel wurden als Geisterspiele vor leeren Rängen ausgetragen. Der kommende Bundesligaspieltag wird ebenfalls ohne Zuschauer stattfinden. Der Fußball Landesverband Brandenburg hat am Donnerstagabend verkündet, alle Punktspiele an den kommenden beiden Spieltagen abzusetzen.

Auch die Volleyball-Bundesliga ist vom Coronavirus betroffen, denn das Match Düren gegen Bühl vom vergangenen Mittwoch (3:0) fand vor einer Geisterkulisse statt. Das wird auch bei der Frauenpartie vom Sonnabend zwischen Münster und dem SC Potsdam sowie beim Sonntagsmatch der BR Volleys in der Max-Schmeling-Halle gegen den Deutschen Rekordmeister VfB Friedrichshafen der Fall sein.

Volleyball-Bundesliga vor leeren Rängen

Auch die Bundesliga-Begegnung der Netzhoppers KW-Bestensee, die am Samstag um 19.30 Uhr beim TV Rottenburg antreten müssen, wird von den Auswirkungen der Coronakrise betroffen sein. Sie findet vor leeren Rängen statt. Dies ist nun amtlich. In einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung des Verbandes heißt es: „Die Volleyball Bundesliga (VBL) hat beschlossen, die Hauptrunde der 1. Bundesliga der Frauen und Männer zu Ende zu spielen. Angesichts der aktuellen Entwicklungen im Umgang und zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus werden die noch ausstehenden fünf Partien bei den Frauen und elf Partien bei den Männern ohne Zuschauer ausgetragen.“

Eine schwierige Situation für die Sportler. „Vor leeren Rängen in Rottenburg zu spielen ist für uns sicherlich kein Vorteil“, sagt Netzhoppers-Manager Arvid Kinder, „es wird darauf ankommen, welche Mannschaft besser mit der ungewöhnlichen Situation klar kommen wird.“ Auch das letzte Heimspiel der Hauptrunde für die Netzhoppers, das am Sonnabend, den 21. März, gegen Herrsching sein wird, wird ohne Zuschauer ausgetragen. Für die Gastgeber bedeutet dies einen herben wirtschaftlichen Verlust. „Vor leeren Rängen in der Landkost-Arena zu spielen, heißt, wir tragen erhebliche finanzielle Einbußen davon, da wir für dieses Match mit bis zu 800 Zuschauern gerechnet haben“, erklärt Kinder.

Aktuelles aus der Region

Abgesagt wurde bereits am Donnerstag das Gipfeltreffen in der Fußballoberliga Nordost/Süd zwischen Spitzenreiter Carl Zeiss Jena II und dem Tabellenzweiten FSV 63 Luckenwalde. Die Partie sollte eigentlich am Sonnabend in Thüringen ausgetragen werden. Hauptgrund für die Absage sind die derzeit widrigen Verhältnisse auf dem Platz in Jena, der durch die ergiebigen Regenfälle der vergangenen Tage aufgeweicht ist.

Das Covid-19-Virus ist jedoch ein weiterer Grund für die Absage. Wie der FSV 63 auf seiner Facebookseite schreibt, ist wegen des verlegten Drittligaspiels der Jenenser gegen Chemnitz an diesem Wochenende, die Einhaltung der Thüringer Behördenverfügung, nur Veranstaltungen bis 500 Besucher zu genehmigen, nicht gewährleistet. Zahlreiche Zeiss-Fans würden wohl ihre Oberliga-Mannschaft im Spitzenspiel unterstützen, was mehr als 500 Zuschauer bedeutet. „In Anbetracht der derzeitigen Lage in Deutschland und in der Welt, ist deshalb eine Absage unter diesem Aspekt richtig und sinnvoll“, heißt es auf der FSV-Facebookseite. Wann das Spiel nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

Jüterboger Stadtverwaltung sperrt Sporthallen

In Jüterbog wurden am Donnerstag seitens der Stadtverwaltung sämtliche Sporthallen für den Vereinssport gesperrt. „Angesichts verschiedener aktueller Erkenntnisse weist der Bürgermeister der Stadt Jüterbog an, dass ab sofort bis auf Widerruf keine vereinssportlichen Aktivitäten in den Sporthallen der Stadt Jüterbog stattfinden dürfen“, heißt es auf Facebook. Die Landesklassenpartie der Fußballer von Viktoria Jüterbog gegen Preußen Bad Saarow am Sonnabendnachmittag auf dem Sportplatz am Rohrteich ist von der Sperre der Sporthallen in der Flämingstadt (Stand: Donnerstagnachmittag) nicht betroffen. „Eine andere Entscheidung kann aber jederzeit tagesaktuell fallen“, erklärte Jüterbogs Pressesprecherin Kathrin Burghardt auf Nachfrage.

Bei Blau-Weiß Dahlewitz hatte man die Entwicklungen rund um das Virus ebenfalls im Auge behalten: „Natürlich müssen wir darüber nachdenken, ob die Heimspieltage mit Publikum stattfinden oder nicht“, hatte Nadine Schley, die Handball-Abteilungsleiterin gegen Mittag gesagt – am Nachmittag folgte dann eine Absage aller Spiele des Landesverbandes. Auch der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hatte kurz zuvor beschlossen, den laufenden Spielbetrieb in den Dritten Ligen sowie Regionalligen aufgrund der aktuellen Entwicklung des Coronavirus (Covid-19) mit sofortiger Wirkung zu beenden.

In Bildern: Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20.

Die Brandenburger Bilder der Woche der Saison 2019/20. Zur Galerie
Die Brandenburger "Bilder der Woche" der Saison 2019/20. ©

Gerald Richter, der Vorsitzende des Mahlower SV sagt: „Bisher sind keine Absagen oder Ausfälle vorgesehen. Alle Trainer, Eltern und Kids sind angehalten, den Handkontakt aufs Minimum zu beschränken sowie sich vor dem Training und danach die Hände zu waschen. Sollten wir von einem Coronavirus-Fall betroffen sein, werden wir gewisse Gruppen vorerst vom Trainingsbetrieb freistellen. Die einzelnen Fachverbände unserer zwölf Sportarten haben auch weiterhin das Ziel, den Liga- und Wettkampfbetrieb aufrecht zu halten. Sollte es aufgrund der Pandemie zu Nichtantritten führen, dann wird dies wohl ohne Geldstrafen hingenommen. Wir harren der Dinge, die da kommen, lassen uns jedoch nicht verrückt machen und handeln nach den Hygienevorschriften. Übertriebenen Aktionismus wollen wir vermeiden. Sobald etwas von oben entschieden wird, handeln wir danach.“

Auch bei den Oberligafußballern des Ludwigsfelder FC wird sich mit der aktuellen Lage auseinandergesetzt. „Das Coronavirus ist natürlich auch in der Mannschaft in Thema, aber das geht jetzt nicht so weit, dass wir uns nicht die Hände geben“, sagt Trainer Volker Löbenberg, der mit seiner Mannschaft am Sonnabendnachmittag in der NOFV-Oberliga Nord bei der TSG Neustrelitz antritt (Start: 14 Uhr). „Es ist eine allgemeine Unsicherheit da und ich persönlich finde es gut, dass man Maßnahmen ergreift und beispielsweise Zuschauer zu Hause lässt – auch wenn es natürlich bitter ist für die Fans. Wir passen auf, dass wir niemand anderen anstecken und halten uns an die Hygienevorschriften, aber wir erhalten den ganz normalen Trainingsbetrieb aufrecht.“ Am Freitagvormittag erfolgte jedoch die Generalabsage des Nordostdeutschen Fußballverbandes und so wird auch der LFC nicht in Neustrelitz antreten.


FLB-Empfehlung wird ernstgenommen

Auch beim BSC Preußen 07 Blankenfelde-Mahlow hat man sich auf das Coronavirus vorbereitet: „Es gibt ein Schreiben des Fußball-Landesverbandes, wie auf Landes- und Kreisebene in Sachen Corona umgegangen werden sollte. Diese Empfehlung nehmen wir hier ernst und folgen dieser mit der nötigen Obacht und Sorgfalt“, sagt Nachwuchsleiter Mike Bari. „Wir sprechen natürlich in unserem Verein zu diesem Thema, auch in der Nachwuchsabteilung. Jedem Kind, respektive den Eltern, ist selbstverständlich freigestellt am Wettkampf und Trainingsbetrieb teilzunehmen oder aber diesem vorerst fern zu bleiben. Letztlich sind alle unsere Spieler immer dazu aufgefordert, bestimmte Hygieneregeln einzuhalten.“