03. Oktober 2020 / 18:59 Uhr

Von hungrigen Wölfen "gefressen": Ramlinger zahlen bei Lupo Martini Lehrgeld

Von hungrigen Wölfen "gefressen": Ramlinger zahlen bei Lupo Martini Lehrgeld

Dirk Drews
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Fußball-Oberliga, Lupo/Martini Wolfsburg - SV Ramlingen-Ehlershausen
Zwei Ramlinger kommen gegen einen Lupo-Spieler zu spät - sinnbildlich für die Partie. © Roland Hermstein
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Der nächste Dämpfer für den SV Ramlingen/Ehlershausen in der Oberliga. Im Auswärtsspiel bei Lupo/Martini Wolfsburg kassierte der Aufsteiger eine 2:3-Niederlage. Trainer Philipp Gasde war unzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft.

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Der SV Ramlingen/Ehlershausen hätte eigentlich gewarnt sein müssen vor den "hungrigen Wölfen": Das italienische Team von Lupo-Martini Wolfsburg hatte nach einer Tor-Diät - 0:7-Tore, ein Punkt aus der ersten drei Partien - am Mittwoch den SV Arminia Hannover mit 4:2 besiegt und bewies jetzt auch gegen den Aufsteiger Appetit: Mit 3:2 (3:0) distanzierte die zu Saisonbeginn noch wegen Corona so geplagte Mannschaft von Trainer Gianpiero Buonocore den verheißungsvoll mit drei Erfolgen in die Saison gestarteten RSE. Der Oberliga-Neuling zeigte vor allem in der ersten Halbzeit zu viel Respekt vor den Wölfen.

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"Es war eine enttäuschende Leistung"

Es war eine enttäuschende Leistung, nach dem 0:1-Rückstand hat sich die Mannschaft regelrecht eingeigelt, sie war im ersten Durchgang komplett von der Rolle und hat die taktischen Vorgaben nicht umgesetzt", erklärte RSE-Coach Philipp Gasde, der zugab, vielleicht einen Fehler bei der personellen Rotation gemacht zu haben.

Fußball-Oberliga: Lupo/Martini Wolfsburg - SV Ramlingen/Ehlershausen.

Fußball-Oberliga: Lupo/Martini Wolfsburg - SV Ramlingen/Ehlershausen. Zur Galerie
Fußball-Oberliga: Lupo/Martini Wolfsburg - SV Ramlingen/Ehlershausen. © Roland Hermstein

Lupo zweimal eiskalt

Denn der Oberliga-Aufsteiger lief nach der Heimniederlage gegen den 1. FC Egestorf/Langreder mit einer auf vier Positionen veränderten Startelf beim ehemaligen Regionalligisten auf. Utku Kani, Dennis Yeboah, Bülent Durduran und Johannes Lübow waren von Anfang dieses Mal dabei. Passen musste dagegen der grippekranke Björn Masur. Zunächst sah es aber vor 100 Zuschauern in der Lupo-Arena allerdings noch nicht danach aus, dass der veränderte SV Ramlingen/Ehlershausen die zweite Niederlage in Folge kassieren sollte.

Das Team war tonangebend, und Louis Engelbrecht besaß in der Anfangsphase sogar die erste große Torchance. Ein Elfmeter, den Elvir Zveratic in der 23. Minute nach einem Foul von Timo Gieseking zum 1:0 für Lupo-Martini verwandelte, leitete jedoch die Pleite ein. Nachdem Engelbrecht bei der nächsten Chance den Ausgleich vergeben hatte, schloss unmittelbar darauf Rocco Tuccio gegen die anfällige RSE-Defensive einen perfekten Konter zum 2:0 (25.) ab.

RSE nach der Pause aufgeweckter

Noch vor der Pause gelang Timon Hallmann das vorentscheidende 3:0 (39.), als der RSE erneut bei einem Gegenangriff keinen Zugriff bekam. "So dürfen wir nicht auftreten", ärgerte sich Ramlingens Trainer über die fehlende Einstellung seiner Akteure. Nach der verschlafenen ersten Halbzeit präsentierte sich der RSE - auch wegen seiner drei Einwechselungen - aufgeweckter.

Nach einer präzisen Flanke von Georgios Firiaridis, der für Utku Kani kam, war Louis Engelbrecht per Kopfball zum Anschlusstreffer (81.) erfolgreich. Als der Torschütze dann im Strafraum gefoult wurde, verwandelte der eingewechselte Mitchell Jordan den fälligen Elfmeter zum 3:2 (90.) - zu spät um die, so Gasde, unnötige Niederlage noch abzuwenden.

"Vielleicht sind wir zu selbstsicher in Wolfsburg aufgetreten", sagte der RSE-Trainer und suchte eine Erklärung für die bisher schwächste Saisonvorstellung. Und der Sportliche Leiter Kurt Becker fügte hinzu: "Mit dieser Einstellung können wir definitiv nicht gewinnen. Aber letztlich muss man die Kirche im Dorf lassen. Wir sind ja Aufsteiger, und Lupo-Martini war vor zwei Jahren noch Regionalligist."