29. Juni 2020 / 08:01 Uhr

Rahmenterminkalender steht: Für Indians und Scorpions gibt es einen Play-off-Haken

Rahmenterminkalender steht: Für Indians und Scorpions gibt es einen Play-off-Haken

Stephan Hartung
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Keine entspannte Situation für Danny Reiss (rechts) und die Scorpions: Laut Rahmenkalender müssten sie schon zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel in die Play-offs starten.
Keine entspannte Situation für Danny Reiss (rechts) und die Scorpions: Laut Rahmenkalender müssten sie schon zwei Tage nach dem letzten Hauptrundenspiel in die Play-offs starten. © Florian Petrow
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Die Eishockey-Oberligisten haben Planungssicherheit: Der DEB hat den Rahmenterminkalender verschickt, losgehen soll die Saison am 16. Oktober. Der Plan enthält für die Hannover Scorpions und Indians allerdings auch einen Haken. Schon zwei Tage nach dem Ende der Hauptrunde sollen die Play-offs beginnen.

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Noch wissen die Oberligisten nicht, unter welchen Bedingungen die neue Saison ausgetragen wird – aber im­mer­hin schon, wann sie be­gin­nen würde. Der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) hat den Rahmenterminkalender an die Vereine verschickt. Demnach er­folgt das erste Bully am 16. Oktober. Die reguläre Saison endet am 12. März 2021. Bereits zwei Tage später beginnen die Play-offs.

Die Hannover Indians und die Hannover Scorpions begrüßen diese Pläne. „Das war der Wunsch aller Vereine, zur besseren Planung nicht wie sonst im September zu beginnen“, sagt Jan Roterberg, kaufmännischer Leiter der Indians. Dies sieht auch Scorpions-Sportchef Eric Haselbacher so: „Wir hoffen alle, dass man dann weiß, unter welchen Bedingungen Eishockey möglich ist.“

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Der Rahmenkalender erhält aber einen Haken, den der DEB nicht nur nach Meinung von Roterberg und Haselbacher, sondern auf Wunsch aller Oberligisten noch beseitigen muss. Zwei Tage nach dem Ende der regulären Saison soll der Play-off-Start erfolgen – das ist für die Vereine zu kurz, um seriös die in sportlicher und wirtschaftlicher Hinsicht wichtigste Jahreszeit zu planen.

Reise- und Organisationsstress programmiert

Beispiel: Die Scorpions spielen am Freitag, 12. März, in Tilburg und bestreiten eine lange Partie inklusive Penaltyschießen – und wissen erst danach nicht nur ihren Play-off-Gegner für den Sonntag, sondern auch den Ort des Spiels. Ist diese Begegnung auswärts, dann können sie nach ihrer Ankunft am frühen Samstagmorgen in Mellendorf fast im Bus sitzen bleiben. Ist der Start daheim, müsste Haselbacher ziemlich kurzfristig für Gastronomie und Personal im und am Stadion sorgen.

Immerhin: Die ersten Auswärtsfahrten in den Play-offs begrenzen sich auf den Norden. Die Staffel spielt das Achtelfinale unter sich aus. Erst ab dem Viertelfinale kommt es zur Verzahnung mit den Süd-Oberligisten. Die Finalserie soll am 21. April beginnen.

Die Bilder der Derbys zwischen den Indians und Scorpions:

Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. Zur Galerie
Derby im Stadion am Pferderturm vom 16. Februar 2018: Brian Gibbons (Scorpions) guckt nicht begeistert, dahinter jubelt die torhungrige Mannschaft der Indians. ©

Dabei ist es üblich, dass viel im Konjunktiv verbleibt. „Unser Rahmenkalender ba­siert auf den vorliegenden Erkenntnissen und der Hoffnung auf einen pünktlichen Saisonstart“, sagt Ligenleiter Markus Schubert. Obwohl es noch keine Gewissheit dafür ge­be, sei es notwendig, allen Ver­ei­nen eine konkrete Saisonplanung zu ermöglichen. „Durch den späteren Saisonstart verschaffen wir den Klubs Zeit, sich auf die komplexen Anforderungen in Zeiten der Corona-Krise einzustellen“, so Schubert.

Oberligisten sehen nicht weiß

Zunächst geplant, aber kurzfristig abgesagt worden ist eine gemeinsame Aktion der Oberligisten. Ab Montag wollten alle Vereine für 24 Stunden ihre Medienkanäle wie Webseite, Facebook und Ins­ta­gram mit einer weißen Seite versehen – eine Aktion unter Federführung der Initiative Teamsport Sachsen, über die ein Kontakt zum Oberligisten Icefighters Leipzig besteht.

Mit diesem zu kurzfristigen und daher verschobenen Vorhaben wollen die Vereine auf dringend nötige Förderung vonseiten der Politik aufmerksam machen. Am Dienstag be­fasst sich im Bundestag der Sportausschuss mit diesem Thema.