08. August 2021 / 21:20 Uhr

Oberligist aus Tündern ist für MTV Rehren eine Nummer zu groß

Oberligist aus Tündern ist für MTV Rehren eine Nummer zu groß

Jörg Bressem
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
Christiano Figueiredo und Jan-Philip Pinkenburg rechts
Tünderns Christiano Figueiredo (links) setzt sich gegen Rehrens Jan-Philip Pinkenburg durch. © jö
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Hamelner gewinnen Turnier des FC Stadthagen mit 6:0 / Gastgeber sichert sich in einem denkwürdigen Elfmeterschießen gegen VfL Bückeburg den dritten Platz.

STADTHAGEN. Der Oberligist HSC BW Schwalbe Tündern hat den Stadthäger TR-VolleyThe-Virus-Cup mit einem standesgemäßen 6:0-Finalsieg gegen den MTV Rehren A/R gewonnen. Der Fußball des Turniersiegers war anspruchsvoll und hatte mehr als die knapp 100 Zuschauer verdient, die sich gestern im Jahnstadion die beiden Endspiele anschauten. „Wir sind trotzdem zufrieden“, sagte Turnierorganisator Thorsten Rinne, der sich schon vorher über den dritten Platz seines FC Stadthagen gefreut hatte. Der Kreisligist schlug den zwei höher angesiedelten VfL Bückeburg im kleinen Finale nach einem kuriosen Elfmeterschießen mit 3:2. Nach der regulären Spielzeit hatte es 0:0 gestanden. Danach landeten selten so viele Bälle im Stadthäger Himmel wie bei diesem denkwürdigen Elfmeterschießen.

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FC Stadthagen – VfL Bückeburg 3:2.

Dass es überhaupt zum Elfmeterschießen kam, lag am schwachen VfL Bückeburg, der nie in der Lage war, die Hausherren vernünftig auszuspielen. Der Landesligist gewann kein einziges Laufduell, gewann keine Zweikämpfe, wirkte abgekämpft und müde.

Kein Mensch wäre deshalb auf die Idee gekommen, dass hier ein Landesligist gegen einen Kreisligisten spielt. Der FC Stadthagen musste nicht viel investieren, um die ideenlosen Gäste in Schach zu halten. Er verteidigte gut, war aufmerksam, hatte seinerseits sogar ein, zwei gute Torchancen. Die allerbeste vergab Kapitän Selim Kilinc in der 30. Minute, als Schiedsrichter Moses Müller auf Foulelfmeter für Stadthagen entschied.


Kilinc überschätzte aber die Breite des Tores, schoss weit vorbei und wiederholte das im späteren Elfmeterschießen nochmal. Der VfL Bückeburg fast verzichtete gänzlich auf herausgespielte Chancen, wirkte in der langweiligen zweiten Halbzeit fast schon lustlos. Alexander Bremer vergab zehn Minuten vor Schluss am langen Pfosten die einzige Chance. Das anschließende Elfmeterschießen war ein Abbild des Spiels. Insgesamt sieben Strafstöße wurden verschossen, ehe Abwehrmann Hassan Alfahad mit dem 3:2 für Stadthagen dem unkonzentrierten Treiben ein Ende setzte.

MTV Rehren A/R – HSC BW Schwalbe Tündern 0:6.

Im Gegensatz zum Spiel um den dritten Platz war das Finale eine klare Angelegenheit, in dem Tündern schon nach zwei Minuten durch den starken Jannik Hilker die erste Großchance hatte. Rehren hatte hinten nicht aufgepasst, was sich im Laufe des Spiels häufig wiederholte. In der 18. Minute spielte der Oberligist den Bezirksligisten das erste Mal klassisch aus. Robin Hanus auf Kris-Lennart Müller – 0:1. Es war ein schwer zu verteidigender Treffer, weil es zu schnell ging und technisch hervorragend gemacht war. Ein Rehrener Geschenk war dagegen Tünders 2:0 (38.). Niklas Groschke verschätzte sich bei einem Rückpass, spielte den Ball ausgerechnet Torjäger Robin Tegtmeier in die Füße, der sich diese Einladung nicht entgehen ließ.

Nach der Pause hatte der MTV eine starke Phase, gestaltete das Spiel optisch sogar eine Viertelstunde lang ausgeglichen. Doch während beim Bezirksligisten vorne die letzte Durchschlagskraft fehlte, demonstrierte Tündern auf der Gegenseite Effektivität beim Torabschluss. Als Leon Baumeister nach einer Stunde auf 3:0 für den Oberlisten erhöhte, brachen in der Abwehr des MTV Rehren A/R plötzlich alle Dämme. Tündern kombinierte immer besser, spielte sich die Tore von Christiano Figueiredo (62.), Baumeister (69.) und Sören Vespermann (74.) fein heraus und gewann das Turnier als mit Abstand beste Mannschaft.