12. August 2019 / 12:29 Uhr

Oberligist Greifswalder FC lässt auf Usedom nichts anbrennen

Oberligist Greifswalder FC lässt auf Usedom nichts anbrennen

Detlef Spiller
Ostsee-Zeitung
Petersen Appiah (M.) sorgte immer wieder für Verwirrung im FCU-Abwehrverbund. Die Usedomer, ob zu zweit oder
 zu dritt, schafften es oftmals nicht, ihn zu stellen.
Petersen Appiah (M.) sorgte immer wieder für Verwirrung im FCU-Abwehrverbund. Die Usedomer, ob zu zweit oder zu dritt, schafften es oftmals nicht, ihn zu stellen. © Wolfgang Dannenfeldt
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GFC-Kicker besiegt Landesklassenvertreter souverän mit 12:0. Gäste nahmen den Underdog sehr ernst.

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Bansin. Vor dem Pokal-Match zwischen dem FC Insel Usedom (Landesklasse) und dem Greifswalder FC (Oberliga) lagen die Tipps einiger Bansiner Fans zwischen einem optimistischen 2:6 bis hin zu einem 1:12. Es kam noch schlimmer, denn von einem eigenen Treffer waren die Insel-Fußballer meilenweit entfernt.

Die Gastgeber hatten sich vor 230 Zuschauern viel vorgenommen, doch schon nach 70 Sekunden wurden ein krasses Missverständnis – und in gleicher Minute – ein schlampiger Pass bestraft. „Wenn man schon nach zwei Minuten 0:2 hinten liegt, geht das an die Moral und wirft jede vorgegebene Taktik über den Haufen“, konnte es FCU-Trainer Roman Maaßen nicht fassen.

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GFC-Trainer Roland Kroos lobte sein Team: „Wir nahmen dieses Spiel sehr ernst und haben über 90 Minuten Vollgas gespielt. Die Jungs sind nie überheblich aufgetreten oder haben sich, wegen drückender Überlegenheit, hängenlassen.“

Gefreut hatte sich auch Marco Kröger vom GFC, den mit dem Usedomer Rico Gohlke eine langjährige Freundschaft aus gemeinsamen Zeiten im Greifswalder Nachwuchsfußball verbindet. Der 30-Jährige stellte vorab klar, dass nur ein Sieg zur Debatte steht: „Danach werden wir aber wieder ein gemeinsames Bierchen trinken.“ Sein Kumpel Rico meinte, „dass wir eigentlich nur gewinnen können. Vielleicht wachsen wir über uns hinaus, wenn wir die Führung des Favoriten lange hinaus zögern können.“

Daraus wurde nichts, denn spätestens nach 25 Minuten war mit dem 0:4 alles klar. Die Boddenstädter zelebrierten einen Fußball, den man am Bansiner Fischerweg viele Jahre nicht gesehen hatte. Bis zum 6:0 wechselten sich Farr und Appiah mit dem Toreschießen ab. Später kam noch Stammkeeper Leu ins Spiel, der zum Gaudi seiner Teamkollegen die beiden letzten Tore im Spiel erzielte.

Das „wichtigste“ Tor machte jedoch Kröger mit dem 10:0. „Damit habe ich die Wette gegen Rico gewonnen. Zweistellig oder nicht, darum ging es. Jetzt muss er mir einen ausgeben. Ich habe das erste Mal in Bansin gespielt und es hat mir nicht nur wegen des Sieges Spaß gemacht. Bei uns hat man gesehen, dass sich jeder um einen Stammplatz bewirbt“, betont Kröger.

Der FCU hatte nur seine Tapferkeit entgegenzusetzen. Hus, Zerbe, Smotrycki und Rüh versuchten verzweifelt ein Gegengewicht herzustellen, doch ohne Erfolg. Im gesamten Spielverlauf gelang es nicht, eine echte Torchance zu erarbeiten.

In einem Pokalspiel keine gelbe Karte zu bekommen, war auch ein Fingerzeig auf den zu großen Respekt des Außenseiters. Lediglich Torwart Witte hielt, was zu halten war. Perlejewski und auch Protasiewicz – der hart an der Grenze einstieg – zeigten „die Eier“ die nötig wären, um das Debakel zu mildern.

Die Freunde Gohlke (1. Halbzeit) und Kröger (2.) spielten zwar nicht gegeneinander, doch freuten sie sich auf das Wiedersehen. „Wirwerden das Spiel noch untereinander auswerten. Es war für mich okay, so einen Gegner zu haben. Das war für uns Anschauungsunterricht. Drei Klassen Unterschied ließen sich nicht verleugnen“, sagt Gohlke.

„Nach dem Auftakt war so ein Spielausgang zu befürchten“, sagt Ex-Stürmer Dennis Zimmermann, der beim TSV Pansdorf (Landesliga Holstein) kickt. „Der GFC war das beste Team, das hier jemals antrat. Für uns war es besser als Training“, meinte Maaßen.

FCU: Witte – Perlejewski, Protasiewicz, Wozny, Woykos (46. Marynowski) – Gohlke (46. Adler, 79. Westphal) – Zerbe, Hus, Rüh – Smotrycki.
GFC: Barz – Berger (46. Kröger), Rüh, Schröder - Bütterich, Selchow, Miyazaki, Chougourou – Farr, Appiah (58. Felgenhauer), Memaj (68. Leu).
Tore: 0:1 Farr (2.), 0:2 Appiah (2.), 0:3 Farr (16.), 0:4 Appiah (25.), 0:5 Farr (42.), 0:6 Appiah (48.), 0:7 Mamaj (55.), 0:8 Schröder (62.), 0:9 Selchow (64.), 0:10 Kröger (82.), 0:11, 0:12 Leu (87.,90.).

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