17. Januar 2021 / 20:27 Uhr

Odiase-Show reicht nicht: BG Göttingen verliert nach großem Kampf gegen Ulm

Odiase-Show reicht nicht: BG Göttingen verliert nach großem Kampf gegen Ulm

Andreas Fuhrmann
Göttinger Tageblatt
17.01.2021, Basketball-Bundesliga easyCredit-BBL, Saison 2020 / 2021, Hauptrunde, 13. Spieltag, BG Göttingen - ratiopharm Ulm. Göttingens Tai Odiase beim Dunking.
Göttingens Tai Odiase war mit 26 Punkten der Topscorer der BG Göttingen gegen Ulm. Für den Sieg reichte aber auch das nicht. © Swen Pförtner
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Großer Einsatz, kein Ertrag: Die BG Göttingen hat am Sonntagabend ihr erstes Heimspiel im neuen Jahr erwartungsgemäß gegen Ratiopharm Ulm mit 74:98 (41:49) verloren. Die Schwaben mit Ex-Veilchen Dylan Osetkowski waren der erwartet schwere Gegner – gegen den die Hausherren in Partie eins nach der Vertragsauflösung mit Jorge Gutièrrez trotz couragierter Leistung klar den Kürzeren zogen.

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Positiv aus Göttinger Sicht: Der im Vorfeld angeschlagene Luke Nelson konnte gegen Ulm wieder mitwirken und stand auch gleich in der Starting Five. Dennoch gerieten die Gastgeber von Beginn an unter Druck – und lagen bereits nach einer Minute mit 0:6 hinten.

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Die BG Göttingen konterte in Person von Harper Kamp zum 2:6 und nach knapp vier Minuten zum 6:10. Aber Ulm blieb am Drücker: Aggressiv in der Verteidigung und mit guten Passstafetten in der Offensive bauten die Gäste ihre Führung Mitte des ersten Viertels auf 14:6 aus.

BG Göttingen - Ratiopharm Ulm Saison 2020/21

Kämpferisch zeigte die BG Göttingen gegen Ulm endlich mal, was in ihr steckt. Für den Sieg gegen Ulm reichte aber auch das am Ende nicht aus. Zur Galerie
Kämpferisch zeigte die BG Göttingen gegen Ulm endlich mal, was in ihr steckt. Für den Sieg gegen Ulm reichte aber auch das am Ende nicht aus. © Swen Pförtner

Dann kam Aubrey Dawkins, der anfangs noch glücklos aus der Distanz feuerte, besser ins Spiel – und brachte die BG mit vier Punkten in Folge wieder heran (10:14). Aber Ulm reagierte stark, versenkte zwei Dreier in Serie und zwang BG-Trainer Roel Moors nach knapp sieben Minuten zur ersten Auszeit. Dadurch änderte sich allerdings nichts – außer dass die Gäste ihre Führung bis zum Ende des ersten Viertels auf 29:14 ausbauten. Ein früher Nackenschlag für die BG.

Die Veilchen steckten aber nicht auf und schafften mit fünf Punkten in Folge wieder den Anschluss zum 19:29. Ulm reagierte mit einem 8:0-Lauf und sorgte damit wieder klare Verhältnisse. Die BG wehrte sich zwar, aber als Ulm Mitte des zweiten Durchgangs auf 41:25 stellte, nahm Moors die zweite Auszeit.


Auszeit der BG Göttingen setzt ungeahnte Kräfte frei

Und die setzte plötzlich ungeahnte Kräfte frei bei den Hausherren. Endlich waren Intensität, Kampf und Wille zu erkennen. Auch wenn es spielerisch sicherlich kein Hingucker war, bissen sich die Veilchen jetzt hinein in diese Partie, die ihnen zu diesem frühen Zeitpunkt fast schon entglitten wäre.

MagentaSport Highlights: ratiopharm Ulm - BG Göttingen 2020/21

Einer drehte in dieser Phase besonders heiß: Luke Nelson. Der Rückkehrer riss das Spiel unnachahmlich an sich und traf beinahe aus jeder Lage. Der Brite erzielte im zweiten Durchgang starke elf Punkte und setzte damit ein dickes Ausrufezeichen. Als Dawkins dann auch noch per Buzzerbeater aus der Distanz traf, lag die BG wieder in Schlagdistanz (41:49). Was für ein Comeback!

Funfact am Rande: Nelson Weidemann kam erst verspätet zu seinem ersten Einsatz in Halbzeit eins. Grund: Er hatte offenbar sein Trikot in der Kabine vergessen und musste es erst holen. Dann konnte auch er auflaufen.

BG Göttingen kommt aggressiv aus der Kabine

Die BG hatte jetzt Lunte gerochen. Die Moors-Truppe ging diesmal nicht nach der Pause unter, sondern war für den Favoriten aus Ulm der aus Veilchen-Sicht erhofft unangenehme Gegner. Aggressiv in der Verteidigung und immer wieder mit Nadelstichen in der Offensive verlangten die Göttinger den Gästen im dritten Viertel alles ab. Vor allem Tai Odiase spielte in dieser Phase groß auf und schraubte sein Punktekonto auf 18 Zähler – Bestwert zu diesem Zeitpunkt der Partie, in der Ulm allerdings weiter vorne lag (71:60).

Und das sollte sich auch nicht mehr ändern. Den mit viel Intensität spielenden Göttingern fehlten am Ende Kraft und Wurfglück. Allein Odiase war voll da und avancierte mit 26 Punkten zum Topscorer der Partie. Und Ulm ist eben eine Spitzenmannschaft mit Spielern wie Andreas Obst. Der schraubte bereits nach einigen Minuten des Schlussviertels zwei Dreier in Folge in die Reuse und sorgte damit für die Vorentscheidung (80:66). Die BG kam nicht mehr zurück – und die Gäste zogen davon.

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Trotz der Niederlage: Die BG scheint vor dem wichtigen Spiel gegen Tabellennachbar Vechta am nächsten Freitag auf dem richtigen Weg zu sein. Das sagte auch BG-Trainer Moors: „Ich bin zwar nicht zufrieden mit dem Ergebnis, aber wir waren näher dran, als es das Ergebnis zeigt. Wir hatten die Chance, Ulm zweifeln zu lassen. Am Ende war der qualitative Unterschied aber zu groß. Zufrieden bin ich aber mit der Energie und der Mentalität meines Teams.“

Jetzt muss Moors nur noch einen vernünftigen Ersatz für Gutiérrez finden. Das aber werde wegen der Corona-Pandemie bis zum nächsten Spiel gar nicht so einfach, sagte der BG-Trainer.

Stimmen zum Spiel  

Roel Moors (Headcoach BG Göttingen): „Ich bin natürlich nicht zufrieden mit dem Endergebnis. Wir waren besser im Spiel, als das Endergebnis zeigt. Wir hatten unsere Chancen, Ulm wirklich zweifeln zu lassen. Aber es gibt einen großen Unterschied in der Qualität. Das ist ein Problem, das wir momentan haben. Das zeigt sich in der Dreierquote, das zeigt sich beim Unterschied in den Freiwürfen. 22 Punkte Unterschied ist viel. Ich bin zufrieden mit unserer Energie und unserer Mentalität. Das war ein Schritt in die richtige Richtung. Wir müssen so weiterarbeiten, und hoffentlich finden wir bald einen Spieler, der uns weiterhelfen kann.“

Jaka Lakovic (Headcoach ratiopharm ulm): „Ich bin glücklich über den Sieg. Ich denke, wir haben ihn verdient. Es gab ein paar Momente im Spiel, in denen wir etwas die Kontrolle und unseren Rhythmus verloren haben. Das ist aufgrund der aggressiven Verteidigung von Göttingen passiert. Aber mit guter Verteidigung haben wir die Kontrolle zurückbekommen und dann die Würfe getroffen.“

Statistik

BG Göttingen – ratiopharm ulm 74:98 (41:49)

Die Viertel im Überblick: 14:29, 27:20, 19:22, 14:27 

BG Göttingen: Booker (5 Punkte/1 Dreier, 5 Assists), Weidemann (3), Nelson (11/3), Vargas, Onwuegbuzie, Kramer, Omuvwie (n.e.), Mönninghoff (3/1), Kamp (9), Rayman, Odiase (26, 7 Rebounds), Dawkins (17/3).

ratiopharm ulm: Conger (4 Punkte), Günther (14/2 Dreier), Philipps (3/1), Wilkins (4), Krimmer (2), Obst (16/4), Osetkowski (14/2), Klepeisz (18/3, 7 Assists), Caupain (5), Heckmann (8), Holman (10/2, 9 Rebounds).

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