05. Juli 2019 / 18:16 Uhr

"Ösi-Connection" von Dynamo Dresden genießt ihr Heimspiel

"Ösi-Connection" von Dynamo Dresden genießt ihr Heimspiel

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
Sascha Horvath, Matthäus Taferner und Patrick Möschl verstehen sich prächtig. Foto: Stefan Schramm.
Sascha Horvath, Matthäus Taferner und Patrick Möschl verstehen sich prächtig. Foto: Stefan Schramm. © Stefan Schramm
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Mit Patrick Möschl, Sascha Horvath und Matthäus Taferner hat Dynamo drei Österreicher unter Vertrag. Die möchten nicht nur beim Trainingslager in der Heimat Dampf machen.

Längenfeld. Die „French Connection“ um den Franzosen Romain Brégerie ist den Fans noch in Erinnerung. Nun aber will eine „Ösi-Connection“ bei Dynamo Dresden wirbeln. Patrick Möschl, Sascha Horvath und Matthäus Taferner stammen allesamt aus der Alpenrepublik. Mit den Schwarz-Gelben sind sie aktuell in ihrem Heimatland im Trainingslager, um sich auf die Ende Juli beginnende Zweitliga-Saison vorzubereiten.

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„Natürlich ist es wunderschön, wieder in Österreich zu sein. Wir waren ja auch alle hier im Urlaub, haben hier ein paar Tage verbracht“, berichtet Patrick Möschl, mit 26 Jahren der Älteste im Bunde. Im Gegensatz zu „Möschi“, der aus dem Bundesland Salzburg stammt, hatten die beiden anderen Austria-Kicker erst kürzlich auch beruflich in Tirol zu tun. Denn der 22-jährige Sascha Horvath, als gebürtiger Wiener ein „Stadtkind“, und Matthäus Taferner, mit 18 Jahren jüngster SGD-Profi, kickten das letzte halbe Jahr gemeinsam beim FC Wacker Innsbruck. Horvath war seit dem Winter dorthin ausgeliehen, da er unter Dynamos Ex-Trainer Maik Walpurgis nicht zum Zuge gekommen war („Da denke ich gar nicht mehr dran.“). Und für Taferner war der Club aus dem Inntal der Ausbildungsverein, für den er bereits als Sechsjähriger die Töppen schnürte.

„Ich habe die Spielfreude wieder“

„Ich komme aus der Gegend, das ist meine Heimat. Schön, wieder zu Hause zu sein, denn ich war ja jetzt das erste Mal weg von daheim“, freut sich der in Innsbruck aufgewachsene Taferner. Mit Horvath einen Spieler wiederzutreffen, den er aus Innsbruck kennt, findet er natürlich auch nicht schlecht. Horvath stieg erst jetzt wieder ins Training ein, weil er zuletzt Sonderurlaub hatte, nachdem er mit Österreichs U21-Auswahl noch bei der EM weilte. Beim 1:1 im direkten Aufeinandertreffen hatte er Ende Juni auch Gruppengegner Deutschland geärgert. Er war an allen vier Turniertoren der „Ösis“ beteiligt, die nach der Gruppenphase ausschieden.

Dennoch – und trotz des Innsbrucker Abstiegs aus dem österreichischen Fußball-Oberhaus – geht Horvath gestärkt aus dem vergangenen halben Jahr hervor, wie er sagt: „Ich habe die Spielfreude wieder, möchte meine Spielzeit bekommen und dafür habe ich jetzt genügend Selbstvertrauen.“ Zu seinen Konkurrenten im Kampf um einen der begehrten Plätze im zentralen Mittelfeld gehört neben Baris Atik und Neuzugang René Klingenburg aber ausgerechnet auch Matthäus Taferner.

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„Wir haben uns gleich gut miteinander verstanden“

Der gibt sich selbstbewusst: „Ich will einfach alles aufsaugen und als Erfahrung mitnehmen. Wenn ich im Training Gas gebe und gut arbeite, werde ich meine Chance kriegen“, so der gebürtige Klagenfurter, der mit seinen langen, dunklen Haaren, die er schon seit vielen Jahren so trägt, im Dynamo-Kader auffällt. Und mit seinem Vornamen, durch den ihm in Anlehnung an Deutschlands Rekordnationalspieler schon manch einer den Spitznamen Lothar verpasste. Doch Taferner möchte sich natürlich selbst auch einen Namen machen.

„Wir haben uns gleich gut miteinander verstanden. Er kann auch sehr gut dribbeln, ist vom Spielerischen sehr stark“, lobt Horvath seinen jüngeren Landsmann. In Innsbruck spielten beide – Taferner im Zentrum und Horvath außen –, doch aufgrund des anderen Systems wird das in Dresden kaum funktionieren. Doch beide seien völlig unterschiedliche Typen, würden aber gut miteinander harmonieren und sich ergänzen. Auch nebeneinander in Dynamos Schaltzentrale.


„Macht richtig Spaß, hier zu spielen“

Patrick Möschl ist dagegen außen beheimatet, kam in der letzten Saison auf beiden Seiten zum Einsatz. Wie Horvath hatte auch er unter Maik Walpurgis nicht zum Stammpersonal gehört, kam bis zum elften Spieltag gerade mal auf drei Punktspiele mit 110 Minuten Gesamteinsatzzeit. Und dann auch noch eine Verletzung: Von November bis Februar war er wegen eines Sehnenrisses außer Gefecht, verpasste elf Spiele – nach der Beurlaubung von Walpurgis dann jedoch kein einziges mehr.

„,Fielo‘ hat mir wieder die Chance gegeben. Wenn der Trainer auf einen baut, ist man einfach besser gelaunt, das Training funktioniert besser, die Spiele auch“, berichtet Möschl. Das merken auch die beiden anderen Österreicher, die sich schnell mit den Methoden und Anforderungen des Neu-Fußballlehrers Fiel anfreunden konnten. „Das ist einfach etwas, das uns allen dreien liegt: Von hinten rausspielen und auch so, wie er das haben will. Wie er dazu steht und wie er sich dazu äußert. Es ist zwar anstrengend, aber macht richtig Spaß, hier zu spielen“, erklärt Horvath.

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Der Kader der SG Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Neuverpflichtungen zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. Zur Galerie
Der Kader der SG Dynamo Dresden bleibt (natürlich) nicht unverändert. Folgende Neuverpflichtungen zur Saison 2019/20 stehen bereits fest. ©

Test gegen Wacker Innsbruck

An Einsatzbereitschaft mangelt es dem Trio nicht: „Wir geben immer Gas. Das kommt in einem Arbeiterland wie Deutschland gut an“, glaubt Möschl. Und die drei „Ösi-Zwerge“ – alle nur um die 1,70 Meter groß – halten zusammen. Dass sie allerdings innerhalb des Teams ein eigenes Grüppchen bilden wie damals die „French Connection“, ist aufgrund der fehlenden Sprachbarriere und der guten Integration von Horvath und Möschl, die vor zwei Jahren zu Dynamo stießen, aber unwahrscheinlich.

Nun fiebern Dynamos „Ösis“ aber erst mal dem am Mittwoch geplanten Testspiel gegen Wacker Innsbruck entgegen, dessen Kader nach dem Abstieg umgebaut wurde. „Von der Mannschaft sind noch zwei Spieler da, aber der Trainerstab ist noch der gleiche. Auf den freue ich mich“, sagt Sascha Horvath. Und wer weiß: Vielleicht stehen Möschl, Horvath und Taferner ja auch in einem Punktspiel mal gemeinsam auf dem Rasen. Möschl: „Das wäre natürlich schön.“ Auch für dieses Ziel ackern sie derzeit in der Heimat.