22. März 2015 / 21:52 Uhr

OFC kann doch noch Derby

OFC kann doch noch Derby

Stefan Zwahr
Märkische Allgemeine Zeitung
Oranienburg im Freudentaumel.
Oranienburg im Freudentaumel. © Robert Roeske
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Oranienburg gewinnt erstmals nach 2009 Stadtduell gegen Sachsenhausen. Schütze trifft und fliegt.

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Oranienburger FC Eintracht – TuS 1896 Sachsenhausen 1:0 (0:0). Tor: Schütze (69.). Rot: Schütze (OFC/87., rüdes Foul an Lauter), Milkau (TuS/87. Vergehen an Schütze). Sechs Jahre und einen Tag musste die Eintracht auf einen Triumph im Stadtderby warten. Die fünf jüngsten Auflagen gewann allesamt der TuS. Dieser galt auch gestern als klarer Favorit, lieferte aber eine enttäuschende Vorstellung ab. „Von uns war es eine der schlechtesten Leistungen in dieser Saison. das war grottenschlecht. Auch der OFC hat keine Gala abgeliefert, aber der Sieg ist nicht unverdient“, lautete das Resümee von TuS-Trainer Christian Städing. Dieser bemängelte, das sein Team nie ins Spiel gefunden hätte. „So kann man ein Spiel in der Brandenburgliga nicht gewinnen – und erst recht kein Derby.“
Vor 869 Zuschauern konnte sich im ersten Abschnitt keine der beiden Mannschaften Vorteile erspielen. „Durch gutes Anlaufen haben wir den Gegner und seine starken Stürmer neutralisiert“, lobte OFC-Coach Hans Oertwig das Spiel seiner Mannschaft. „Wir waren von Beginn an aggressiver. Unsere Truppe ist nicht so erfahren. das machten wir mit Einsatz und dem nötigen Willen wett“, betone Kapitän Robert Pocrnic. Dieser hätte schon in der zweiten Minute die Führung bejubeln können, doch der frei durchstartende Jerome Malanowski verzog. Adrian Sommerer versuchte es später aus 20 Metern. Der Schuss ging vorbei (26.). Miguel Unger verfehlte mit einem ansatzlosen Schuss knapp das Ziel (59.). Der TuS wurde nur nach ruhenden Bällen gefährlich. Kim Robert Schwager scheiterte mit Freistößen an OFC-Schlussmann Nick Schrobback (30., 54.). „Eigentlich war es ein typisches 0:0. Wir haben wenig zugelassen, hatten aber vorne auch nichts“, so TuS-Innenverteidiger Robert Lorz.
In der 69. Minute die Führung für Oranienburg: Nach hoher Hereingabe von Tim Kretschmer traf Alexander Schütze flach ins lange Eck. „Mit so einem Tor machst du dich ein Stück weit unsterblich“, jubelte der Matchwinner. Zu diesem wurde er, weil vom TuS auch in der Folge zu wenig kam. Nach einer Direktabnahme schoss Andor Müller über den Kasten (74.). Drei Minuten später wurde sein Distanzschuss von Tobias Voelkel entschärft. Sekunden vorher hätte der freistehende Schütze nach tollem Zuspiel von Francois Mbiakop Kamga das 2:0 machen müssen, scheiterte aber an Schrobback. „Da habe ich zu viel überlegt.“
Zum Sieg reichte es dennoch. „Der Sieg ist hochverdient. Wir haben einfach mehr nach vorn investiert“, so Oertwig. „Es ist so lange her, dass der OFC dieses Derby gewonnen hat. Das mitzuerleben, ist ein gutes Gefühl“, so Schütze, der nach einem rüden Foul Rot sah. „Ich wollte zum Ball gehen“, versicherte er nach der Aktion. „Ein übles Ding“, betonte Städing, dessen Schützling Janosch Lauter im Krankenhaus landete.

Preussen Eberswalde – FC 98 Hennigsdorf 2:1 (0:0). Tore: 1:0, 2:0 Zimmermann (55., 80./Foulelfmeter), 2:1 Jose (90.+1/Foulelfmeter. Rot: Bobermin (Hennigsdorf/77., Foul). Das sieglose Schlusslicht war auch im Kellerduell dank einer engagierten Leistung über weite Phasen zumindest gleichwertig. „Auf dem Weg bis zum Erfolg scheitern wir nur an fehlendem Glück oder mangelnder Cleverness“, so Trainer Gerd Pröger. Das frühe Stören seines Teams zeigte zunächst Wirkung. Der FC98 beschäftigte den Gegner, hatte bei einem Pfostenschuss von Falko König (schied später mit einer schweren Knieverletzung aus) Pech (25.). Dann kam Eberswalde, hatte zwei gute Chancen durch Eric Mba. Dieser fiel in der 80. Minute über den zum Ball hechtenden FC-Keeper Patrick Bobermin. „Rot war da überzogen“, so Pröger, dessen Team bis zum Ende nicht aufsteckte.