05. März 2019 / 15:56 Uhr

Offene finanzielle Forderungen: SpVgg Leipzig 1899 erteilt Spieler Hausverbot

Offene finanzielle Forderungen: SpVgg Leipzig 1899 erteilt Spieler Hausverbot

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Symbolbild © Imago/Ulmer
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Unterdessen hat der mit 0:4 unterlegene und nur unter Protest angetretene TuS Leutzsch Einspruch gegen die Wertung der Partie eingelegt und erhofft sich Unterstützung von Verbandsseite. 

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Leipzig. Eigentlich konnte sich die Spielvereinigung am Wochenende über einen 4:0-Erfolg über TuS Leutzsch freuen. Der Vorletzte der Fußball-Stadtliga schöpfte damit neuen Mut im Abstiegskampf, hat in den beiden Spielen der Rückrunde noch kein Gegentor hinnehmen müssen und holte vier Punkte. Doch über dem 4:0 schwebt ein Fragezeichen, der TuS war nur unter Protest angetreten und hat unterdessen beim Sportgericht Einspruch gegen die Wertung der Partie eingelegt, wie Fußball-Abteilungsleiter Kai Hebestreit bestätigt.

Was war geschehen? Beim TuS spielt ein ehemalige Akteur und Funktionär der Spielvereinigung, der bei seinem alten Verein aber noch Schulden in vierstelliger Höhe haben soll. „Das wollten wir nicht mehr hinnehmen und haben im Vorstand deshalb beschlossen, dem Spieler Hausverbot zu erteilen“, erklärt Spielvereinigungs-Trainer Christian Genthe. „Wir hatten vorgeschlagen, er könne mitspielen, wenn er die Summe vorm Spiel begleicht.“

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Das geschah jedoch nicht, weshalb die Gastgeber auf ihrem Hausverbot bestanden. „Wir wollen das jetzt durchziehen, es könnte ein Präzedenzfall werden“, ist Genthe klar. Aber man wolle das Verhalten solcher Spieler, unter denen auch andere Vereine leiden, nicht mehr hinnehmen. SpVgg-Abteilungsleiter Guido Quakatz, zugleich auch Spieler, ergänzt: „Wir haben zudem Zivilklage gegen den Ex-Spieler eingereicht. Solange der Prozess läuft, bleibt das Hausverbot für ihn.“ Und Genthe hofft: „Vielleicht hilft uns dabei auch mal der Verband.“

Die Leutzscher hatten vor der Partie nach Ankündigung des Hausverbots beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) Rat gesucht. Zuständig ist eigentlich der Fußball-Verband der Stadt Leipzig (FVSL), wusste aber mit der ungewöhnlichen Maßnahme der Gastgeber offenbar nichts anzufangen. Was Lutz Mende vom SFV verstehen kann. Er gab dem TuS schließlich die Auskunft, dass die beschriebenen Probleme zwischen der Spielvereinigung und ihrem ehemaligen Spieler für den Spielbertrieb nicht von Belang seien und erklärt: „Wenn wir auf solche Streitereien Rücksicht nehmen wollten, könnten wir die Hälfte der Spiele nicht mehr austragen.“ Mit anderen Worten: Ihr Geld müssen die Vereine schon selbst eintreiben. Im vorliegenden Fall scheint das für die Spielvereinigung jedoch ziemlich schwierig zu sein. Deshalb ist man an der Demmeringstraße entschlossen, das eigene Recht durchzuboxen. Beim TuS sieht man das natürlich anders. „Was vor unserer Zeit mit dem Spieler war, können wir doch nicht klären“, betont Hebestreit und hält das Sportrecht zum Regeln zivilrechtlicher Ansprüche für ungeeignet. Nun müssen in erster Instanz die Sportrichter über den Fall befinden.

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