29. März 2021 / 15:38 Uhr

Offener Brief: Parsau hofft auf Kreisliga-Aufstieg und wendet sich an NFV-Präsident

Offener Brief: Parsau hofft auf Kreisliga-Aufstieg und wendet sich an NFV-Präsident

Henning Kampen
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hofft noch auf ein Umdenken im NFV-Vorstand: Parsaus 1. Vorsitzender Karl-Hermann Polle (kl. Bild).
Hofft noch auf ein Umdenken im NFV-Vorstand: Parsaus 1. Vorsitzender Karl-Hermann Polle (kl. Bild). © Cagla Canidar/Privat/NFV
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Wieder Saison-Abbruch, wieder kein Aufstieg. Nach der Sitzung des NFV-Vorstands am Mittwoch wird der FC Germania Parsau wohl erneut als einer der großen Verlierer dastehen. Deshalb wandte sich der Verein in einem offenen Brief an NFV-Präsident Günter Distelrath.

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Sollte am Mittwoch wie bereits angedeutet die Saison-Annullierung im niedersächsischen Amateurfußball beschlossen werden, steht der FC Germania Parsau erneut als einer der großen Verlierer da. Der Tabellenführer der 1. Kreisklasse Staffel B Gifhorn wandte sich deshalb mit einem offenen Brief an NFV-Präsident Günter Distelrath, um den Niedersächsischen Fußball-Verband (NFV) vor der am Mittwoch stattfindenden Vorstands-Sitzung zum Umdenken zu bewegen.

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Parsau bittet um Alternativen, damit - anders als vom NFV geplant - die Meister ermittelt werden können und um „die Integrität des sportlichen Wettbewerbs zu gewährleisten“, wie der FC-Vorstand schreibt. Dass das Anliegen des Vereins so kurz vor der Vorstands-Sitzung des NFV noch Gehör findet, scheint unwahrscheinlich. Aber: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Parsaus 1. Vorsitzender Karl-Hermann Polle. Auf- und Absteiger soll es nur in den Schnittstellen zwischen dem NFV, dem Norddeutschen Fußball-Verband und dem DFB geben. Damit würden die Vereine von der Kreisklasse bis zur Landesliga in ihren Spielklassen verbleiben, anders als in der vergangenen Saison, wo die durch den Quotienten ermittelten Meister aufsteigen durften.

Im Vorjahr mit Antrag gescheitert

Parsau war schon in der vergangenen Saison am Aufstieg in die Kreisliga gescheitert, da der FSV Vorhop-Schönewörde mit 14 Siegen aus 14 Partien gegenüber dem FC (elf Siege, ein Remis, eine Niederlage) den besseren Quotienten hatte. Vor dem letztjährigen Saison-Abbruch hatte der Klub einen Antrag beim NFV eingereicht, mit dem Ziel, dass Auf- und Absteiger durch ein Final-Four-Turnier ermittelt werden. Doch nach dem beschlossenen Saison-Abbruch kam der Parsau-Antrag gar nicht erst zur Abstimmung. In der laufenden Spielzeit steht der Verein mit einer perfekten Ausbeute von 21 Punkten aus sieben Spielen klar an der Tabellenspitze, doch es wird wohl erneut nicht zum Aufstieg reichen. „Wenn es uns wieder trifft, dann finde ich das nicht in Ordnung“, sagt Polle, der rechtliche Schritte im Falle der Saison-Annullierung zumindest nicht ausschließen möchte. „Darüber haben wir uns noch nicht unterhalten.“

In der Darstellung der verschiedenen Szenarien zum Umgang mit der Spielzeit 2019/2020 sei eine Saison-Annullierung noch als „größte Abweichung vom geltenden Satzungs-, Ordnungs- und Ausschreibungsrecht“ mit 94,8 Prozent der Delegiertenstimmen abgelehnt worden, schreibt Parsau gerichtet an NFV-Präsident Distelrath. „Dass dies kein ganzes Jahr später nun die favorisierte Lösung für den Umgang mit der Spielzeit 2020/2021 sein soll, ist mindestens fragwürdig“, äußern die Parsauer ihr Unverständnis.

Weitere heimische Teams betroffen

Klar ist, dass Parsau sich als Aufstiegskandidat gegenüber den Vereinen im Mittelfeld der Tabelle sowie potentiellen Absteigern klar in der Minderheit befindet. „Wir haben 33 NFV-Kreise, viele haben sich schon für den Abbruch entschieden und wer im Mittelfeld der Liga rumdümpelt, dem kann es eh egal sein“, sagt Polle. Mit dem SSV Vorsfelde III (1. Kreisklasse Wolfsburg), SV Welat Gifhorn (1. Kreisklasse Gifhorn, Staffel C), FC Schwülper Kreisliga Gifhorn und SSV Kästorf (Landesliga Braunschweig) gehen weitere heimische Mannschaften im Kampf um den Aufstieg wohl erneut leer aus. Abstiegskandidaten können dagegen wohl erneut aufatmen.