03. Februar 2020 / 01:15 Uhr

Offensiv ein laues Lüftchen – BSG Chemie unterliegt mit 0:1 (0:1) in Babelsberg

Offensiv ein laues Lüftchen – BSG Chemie unterliegt mit 0:1 (0:1) in Babelsberg

Tom Rietzschel
SPORTBUZZER-Nutzer
Gefährlich wurde es nur allzu selten vor dem Babelsberger Tor. Hier bereinigt 03-Torhüter Picak die Situation USER-BEITRAG
Gefährlich wurde es nur allzu selten vor dem Babelsberger Tor. Hier bereinigt 03-Torhüter Picak die Situation © Christian Donner
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Leutzscher bleiben in der Filmstadt weit unter den eigenen Möglichkeiten

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Regionalliga Nordost    – 20. Spieltag –

 

SV Babelsberg 03 – BSG Chemie Leipzig  1:0 (1:0)

 

Babelsberg: Picak – Wilton, Awassi, Rode, Siebeck – Koch – Rangelov, Reimann (ab 57. Lela), Montcheu, Dombrowa (ab 85. Komnos) – Nattermann (ab 76. Frahn) – Trainer: Uzelac
BSG Chemie: Bellot – Boltze, Karau, Halili, Wajer (ab 69. Wendt) – F. Schmidt (ab 62. Petráček), B. Schmidt, Böttger, Bury – Kind, Kirstein (ab 78. Keßler) – Trainer: Jagatic
Schiedsrichter: Lechner (Wismar) – Schiedsrichter-Assistenten: Markhoff (Rostock), Allwardt (Kritzmow) – Tor: 1:0 Rode (32.) – Gelbe Karten: Reimann (Foulspiel – 35.), Montcheu (Unsportlichkeit – 45.+2), Awassi (Unsportlichkeit – 55.) – Boltze (Foulspiel – 53.), Wajer (Foulspiel – 67.) – Reservebänke: Gladrow (Tor), Sagat, Marenin, Müller – Latendresse-Levesque (Tor), Felgenträger, Schubert, Krahl – besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte für Babelsbergs Trainer Uzelac wegen wiederholter Unsportlichkeit (90.+2) – Zuschauer: 3.003 im Karl-Liebknecht-Stadion zu Potsdam

 

Potsdam. Nach dem ordentlichen Jahresauftakt beim letztwöchigen 0:0-Heimremis gegen den Berliner FC Dynamo hat Regionalligist BSG Chemie Leipzig im Kampf um den Klassenerhalt einen leichten Rückschlag erlitten. Beim Tabellenvorletzten, dem SV Babelsberg 03, unterlagen die Schützlinge von Trainer Miroslav Jagatic mit 0:1 (0:0) und sind damit seit drei Spielen ohne eigenen Treffer. Zwar beträgt der Leutzscher Vorsprung zu den Filmstädtern immer noch sieben Punkte, doch sollte es im Vorfeld wenigstens ein Zähler sein, um den unmittelbaren Kontrahenten nicht näher herankommen zu lassen. Dass die Chemiker dieses Ziel letztlich nicht erreichen konnten, mussten sie sich allerdings selbst ankreiden. Gegen eine alles andere als Bäume ausreißende Babelsberger Mannschaft waren die Fünfeckträger im Offensivbereich über die gesamten 90 Minuten an Harmlosigkeit kaum zu überbieten – zwei Torschüsse im gesamten Spiel sprechen diesbezüglich Bände. Die Platzherren, denen der Druck des Gewinnen-Müssens von Beginn an anzusehen war, brannten ihrerseits definitiv kein Feuerwerk ab, doch half ihnen ein Treffer nach einer Standardsituation zum umjubelten Führungstreffer. Gut eine Stunde rannten die Grün-Weißen dementsprechend dem vermeidbaren Rückstand hinterher, doch agierten die Gäste bis zum Schlusspfiff bei den eigenen Offensivbemühungen einfach zu ausrechenbar und ideenlos. Meist wurden die Bälle stereotyp hoch in Richtung des gegnerischen Strafraums geschlagen, womit gegen die Hintermannschaft der 03er kein Kraut gewachsen war. Dementsprechend brachten die Potsdamer den knappen Vorsprung mühelos über die Zeit und haben damit im Abstiegskampf ein deutliches Lebenszeichen gesetzt. Nach dieser völlig unnötigen Niederlage gilt es für die Leutzscher nun am kommenden Samstag die dringend notwendige Reaktion zu zeigen, wenn man um 13.30 Uhr im heimischen Alfred-Kunze-Sportpark das Tabellenschlusslicht aus Bischofswerda empfängt. Dass die Jagatic-Schützlinge jedoch mit dem Druck umgehen können, hat die Elf bereits mehrfach in der ersten Halbserie eindrucksvoll bewiesen.
Von Beginn an entwickelte sich eine Partie zwischen den Strafräumen. Die Leutzscher, die ohne die gelbgesperrten Andy Wendschuch und Daniel Heinze sowie den kurzfristig verletzungsbedingt ausfallenden Björn Nikolajewski auskommen mussten, waren zunächst erst einmal bemüht im Defensivbereich kompakt zu stehen und nach Balleroberungen schnell nach vorn zu spielen. Und tatsächlich hatte die Elf von Coach Miroslav Jagatic durch Tommy Kind die erste Torannäherung, der jedoch nach einer zu kurzen Kopfballrückgabe von Leonard Koch im Duell gegen 03-Keeper Dominik Picak einen Schritt zu spät kam (11.). Insgesamt bestachen die Leutzscher zunächst durch einen äußerst stabilen Deckungsverbund, allerdings blieben weitere zwingende Offensivaktionen aus. Viel zu oft operierten die Chemiker mit langen Bällen, der spielerische Gedanke kam abermals viel zu kurz. So hatte die Babelsberger Hintermannschaft kaum Probleme ihr eigenes Tor zu verteidigen, doch traten bei den Gastgebern im Vorwärtsgang nahezu dieselben Missstände wie den Leutzschern auf. Ähnlich wie die BSG agierten die Filmstädter viel zu ungenau, aus dem Spiel heraus blieben die 03er ebenfalls erschreckend harmlos. Einzig bei Standardsituationen deuteten die Platzherren ihre Torgefährlichkeit an. So wurde es vor dem Leutzscher Gehäuse erstmals brenzlig, als Alexander Siebeck einen Eckball auf den Kopf von Leonard Koch servierte – Benjamin Boltze den Ball jedoch rechtzeitig von der eigenen Torlinie schlug (31.). Doch bereits mit der folgenden Ecke wurden die Gäste tief ins Mark getroffen – ein Gegentreffer, der bei einer etwas resoluteren Zweikampfführung absolut zu vermeiden gewesen wäre. Erneut brachte Siebeck den Eckball herein, von der anschließenden unübersichtlichen Situation im Leutzscher Strafraum profitierte Valentin Rode, der nach einer Ablage von Noah Montheo Awassi unhaltbar für Benjamin Bellot zum 1:0 einschoss (32.).
Das, was aus BSG-Sicht nicht passieren durfte, trat ein: Ein Rückstand beim Tabellenvorletzten. Doch auch in der Folgezeit gelang es den Jagatic-Schützlingen nicht, im Spiel nach vorn den Schalter umzulegen. Man agierte weiterhin viel zu mutlos und ungenau, allzu oft vertraute man dem langen Ball. So blieben zwingende Offensivaktionen der Fünfeckträger weiterhin Mangelware, auch in Sachen Torabschlüsse gab es nichts zu verzeichnen. Einzig nach einer weitgezogenen Eingabe von Benjamin Boltze keimte bei einer Attacke von Jake-Robert Wilton an Alexander Bury im Babelsberger Strafraum für ein Sekundenbruchteil etwas Hoffnung auf einen Elfmeterpfiff auf, doch winkte Schiedsrichter Florian Lechner (Wismar) sofort ab (44.).
Zwar hatten sich die Gäste mit Beginn der zweiten 45 Minuten einiges vorgenommen, doch sollte sich keine gravierende Besserung im eigenen Spiel einstellen. Zwar setzte die BSG das erste Achtungszeichen, als Kapitän Stefan Karau einen Eckball von Benjamin Boltze knapp am Tor vorbeiköpfte (50.), doch insgesamt bleiben die Chemiker in ihren Mitteln arg begrenzt. Ein einziger Schuss verirrte sich auf das Babelsberger Gehäuse, doch hatte Picak bei dem Versuch des wiedergenesenen Tomáš Petráček nicht die geringsten Probleme (64.).
Auch die zwingende Offensivaktionen der Brandenburger blieben in der Folgezeit absolut überschaubar. Haperte es beim SV Babelsberg zwar weiterhin an der nötigen Genauigkeit, spielte den Gastgebern jedoch der Spielstand in die Karten. So hatten die Chemiker in der zweiten Halbzeit sicherlich mehr Ballbesitz, doch konnte man damit letztlich überhaupt nichts anfangen. Tommy Kind hatte bei den weiten Bällen als Zielspieler gegen die großgewachsenen Petar Lela und Valentin Rode nicht die Spur einer Chance, so dass der kroatische Neuzugang Dominik Picak, im Tor des SVB, einen recht geruhsamen Nachmittag verlebte. Auf der Gegenseite forderten die Gastgeber ebenfalls einen Elfmeter, nachdem der eingewechselte Rückkehrer Daniel Frahn im Leutzscher Strafraum – nach vorherigem Pass von Bogdan Rangelov – im Duell mit Benjamin Boltze zu Fall kam, doch auch hier blieb die Pfeife von Referee Florian Lechner stumm (81.). In der Schlussphase versuchten die Gäste mit der allseits berüchtigten Brechstange zwar noch die Niederlage abzuwenden, doch blieb Babelsberg in der Defensive hellwach. Mühelos verteidigten die Platzherren die weiten Leutzscher Bälle und brachten somit den kostbaren Vorsprung souverän über die Zeit.
Fazit: Für die BSG Chemie Leipzig eine absolut vermeidbare Niederlage, da man gegen einen angeschlagenen Gegner über die gesamten 90 Minuten nicht einmal im Ansatz das wahre Leistungsvermögen abrufen konnte und letztlich in diesem extrem wichtigen Spiel weit unter den eigenen Möglichkeiten blieb. Wer allerdings über die gesamte Spieldauer nur zwei Mal auf das Tor schießt und im Vorwärtsgang so mut- und ideenlos agiert, braucht sich letztlich nicht über eine Niederlage wundern.

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