20. Mai 2017 / 09:41 Uhr

Offiziell: Alexandre Lacazette wird Olympique Lyon verlassen

Offiziell: Alexandre Lacazette wird Olympique Lyon verlassen

Angelo Freimuth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lacazette will Lyon verlassen - zwei mögliche Ziele sind der BVB und Atlético Madrid.
Lacazette will Lyon verlassen - zwei mögliche Ziele sind der BVB und Atlético Madrid. © imago/Montage
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Der 25-Jährige spielt seit 14 Jahren beim französischen Klub und will nun erstmals in seiner Karriere einen Wechsel wagen. Interessiert ist angeblich auch ein deutsches Team.

Kaum ein Stürmer in Europa ist seit Jahren so konstant herausragend wie Alexandre Lacazette. Mit bereits 26 Toren in 29 Liga-Spielen hat der 25-Jährige in dieser Saison bereits zum dritten Mal in Folge die 20-Tore-Marke geknackt. Für einen großen Titel reichte es in seiner bisherigen Karriere bei Olympique Lyon aber nicht - der Pokalsieg 2012 bleibt bis heute sein größter Erfolg.

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Für den französischen Nationalspieler ist das zu wenig. Lacazette möchte mehr, dauerhaft Champions League und bestenfalls Titel. In Frankreich ist das angesichts der Konkurrenz (Paris Saint-Germain und Neu-Meister AS Monaco) kaum möglich, deshalb verkündete der 25-Jährige nun offiziell in der L'Equipe seinen Abschied aus Lyon an: "Ich will etwas neues entdecken, mich selbst unter Druck setzen und mich weiter verbessern."

Zehn Einsätze absolvierte Lacazette bisher für die Equipe Tricolore, wurde zuletzt aber kaum berücksichtigt. 
Zehn Einsätze absolvierte Lacazette bisher für die "Equipe Tricolore", wurde zuletzt aber kaum berücksichtigt.  ©

Als Favorit auf eine Verpflichtung gilt Atlético Madrid. Die Rojiblancos konnten sich unter Diego Simeone in der Spitzengruppe des europäischen Fußballs etablieren und erreichten in den vergangenen vier Spielzeiten dreimal mindestens das Halbfinale der Champions League. "Es ist ein tolles Team, mit einem neuen Stadion und die Spieler können sich dort verbessern", zeigte sich Lacazette durchaus angetan vom spanischen Top-Team. Sollte Antoine Griezmann im Sommer gehen, hätte Atlético sowohl Bedarf als auch die nötigen finanziellen Mittel, um den Franzosen aus Lyon loszueisen.

Schlägt der BVB zu?

Ein weiterer Kandidat ist Borussia Dortmund, das nach einem Nachfolger für den abwanderungswilligen Pierre-Emerick Aubameyang sucht. Das nötige Kleingeld für eine Verpflichtung von Alexandre Lacazette hätte der BVB bei einem Verkauf von Aubameyang. Zudem könnte der Franzose von allen möglichen Kandidaten Dortmunds Torjäger gleichwertig ersetzen. Der große Haken ist jedoch: Hat Lacazette bei der Borussia bessere Titelchancen als in Lyon?

In der Bundesliga ist der FC Bayern wohl vorerst uneinholbar enteilt. Zwar ist fraglich, wie der Rekordmeister mit den Abgängen von Philipp Lahm und Xabi Alonso sowie dem nahenden Karriereende der berühmten Flügelzange Arjen Robben und Franck Ribéry umgeht, doch ob Dortmund das zu seinem Vorteil nutzen kann, bleib abzuwarten - zumal mit RB Leipzig nun ein weiterer Anwärter auf den Platz an der Sonne vorhanden ist.

Monaco war am Ende zu stark für den BVB, der international viel Luft nach oben hat. 
Monaco war am Ende zu stark für den BVB, der international viel Luft nach oben hat.  © imago

Auch in der Champions League hat der BVB künftig wohl nur Außenseiter-Chancen auf das Finale oder sogar den Titel. Das Viertelfinale gegen die AS Monaco stand zwar unter dem Zeichen des Bus-Anschlags, dennoch zeigten überragende Monegassen den Dortmundern im Rückspiel klar ihre Grenzen auf.


Ein Wechsel zu Borussia Dortmund wäre für Lacazette also nur ein Fortschritt mit Einschränkungen. Atlético Madrid wäre für den 25-jährigen Torjäger wohl die bessere Adresse, schließlich dürfte es den jungen Franzosen große Überwindung kosten, seine Heimat zu verlassen - seit 14 Jahren trägt Lacazette das Trikot von Olympique Lyon, seit acht Jahren ist der Stürmer Profi. Insgesamt absolvierte der französische Nationalspieler 274 Pflichtspiele für den Ligue-1-Klub und erzielte dabei 127 Tore.