24. März 2020 / 16:53 Uhr

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Pause bis Ende April - Medienrechte-Ausschreibung verschoben

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Pause bis Ende April - Medienrechte-Ausschreibung verschoben

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Das DFL-Präsidium um Christian Seifert (l.) berät über die Fortführung der Bundesliga-Saison. Gladbach-Sportdirektor Max Eberl (r., mit Wolfsburgs Jörg Schmadtke) hatte sich zuletzt für Geisterspiele stark gemacht.
Das DFL-Präsidium um Christian Seifert (l.) berät über die Fortführung der Bundesliga-Saison. Gladbach-Sportdirektor Max Eberl (r., mit Wolfsburgs Jörg Schmadtke) hatte sich zuletzt für Geisterspiele stark gemacht. © imago images/Montage
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Die Bundesliga wird wahrscheinlich länger pausieren als bisher verkündet: In einem Treffen am Dienstag verständigten sich das Präsidium der Liga auf eine längere Pause aufgrund der Coronavirus-Pandemie. Dies soll noch von den Klub-Verantwortlichen beschlossen werden.

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Aufgrund der Coronavirus-Pandemie wird die Bundesliga auch weiterhin pausieren - das ist zumindest der Plan des DFL-Präsidiums. "Das Präsidium ist sich im Klaren darüber, dass alle Szenarien und Handlungsoptionen auch von externen Faktoren abhängig sind, auf deren Entwicklung DFL und Klubs nur begrenzt oder teilweise gar keinen Einfluss haben: unter anderem die weitere Verbreitung des Virus und die Bewertung der Lage durch die Politik. Vor diesem Hintergrund wird das Präsidium der Mitgliederversammlung eine weitere Aussetzung des Spielbetriebs in der Bundesliga und 2. Bundesliga bis mindestens 30. April empfehlen", teilte die DFL mit. Zunächst war nur eine Unterbrechung des Spielbetriebs bis zum 2. April angedacht. Doch aufgrund der Entwicklung der Pandemie muss die Liga die Pause verlängern.

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Zudem gab die DFL bekannt, dass die Ausschreibung der Medienrechte vorerst verschoben wird. "Anstelle des ursprünglich geplanten Termins im Mai ist eine Vergabe ab Juni dieses Jahres vorgesehen. Das Bundeskartellamt hatte der DFL am vergangenen Freitag grünes Licht für das eingereichte Vermarktungskonzept gegeben. Ziel der DFL ist es, den Fokus zunächst auf die Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen zu richten", teilte die DFL mit.

Am Dienstag diskutierte das Präsidium der Deutschen Fußball-Liga über ein weiteres Vorgehen, nachdem am Wochenende die Bundesregierung umfangreiche Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie verkündet hatte. Demnach sind Versammlungen mit mehr als zwei Personen für mindestens zwei Wochen untersagt. Darauf musste auch die DFL reagieren.

Das neunköpfige Gremium spach seinen Mitgliedern die Empfehlung aus, die Pause weiter auszudehnen. Zumal sich die Corona-Krise in allen gesellschaftlichen Bereichen weiter verschärft und in zahlreichen Bundesländern bereits Ausgangsbeschränkungen unterschiedlicher Ausprägung verhängt wurden.

Wegen Coronavirus-Pandemie: Bundesliga-Spieler in Quarantäne

Zudem sind einige Vereine unmittelbar von der Pandemie betroffen. So befinden sich die Profis von Hertha BSC und Eintracht Frankfurt nach positiven Corona-Tests innerhalb ihrer Mannschaften in Quarantäne. DFL-Boss Christian Seifert hatte bereits nach der Versammlung der 36 deutschen Profivereine am vergangenen Montag erklärt, dass nicht davon auszugehen sei, dass der Spielbetrieb am 3. April wieder aufgenommen werden könne. Und: Selbst wenn der Ball irgendwann wieder rollt, dürfte es allenfalls zu Geisterspielen kommen.

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Wegen Fan-Ausschreitungen und dem Coronavirus wurden bereits Geisterspiele in Europa ausgetragen. Der SPORTBUZZER zeigt eine Auswahl.  ©
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Für den renommierten Virologen Christian Drosten steht sogar fest: In deutschen Stadien wird es wegen der Coronavirus-Pandemie für lange Zeit keine vollbesetzten Tribünen mehr geben. Das sagte der Chef der Virologie der Berliner Charité dem Magazin Stern. Er glaube "überhaupt nicht daran, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit wieder Fußballstadien voll machen. Das ist überflüssig. Das wird es bis nächstes Jahr um diese Zeit nicht geben", sagte Drosten, der einer der profiliertesten Manager der aktuellen Coronavirus-Krise ist. Er sagt außerdem: "Auf Dinge, die schön sind, aber nicht systemrelevant, wird man lange verzichten."

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