24. März 2020 / 13:21 Uhr

Japan-Premier gibt bekannt: IOC verschiebt Olympia um ein Jahr

Japan-Premier gibt bekannt: IOC verschiebt Olympia um ein Jahr

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio wurden abgesagt - und verlegt.
Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio wurden abgesagt - und verlegt. © Clive Rose/Getty Images
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Die Kritik am Internationalen Olympische Komitee (IOC) war heftig in den vergangenen Tagen. Immer mehr Sportler und Offizielle forderten eine Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Nun hat das IOC reagiert und einem Vorschlag von Japans Premierminister Shinzo Abe "zu 100 Prozent" zugestimmt.

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Am Ende hatte das Internationale Olympische Komitee (IOC) keine andere Wahl mehr! Die Olympischen Spiele 2020 in Tokio werden abgesagt - und verschoben. Statt im Sommer 2020 soll das wichtigste Sportereignis nun im Jahr 2021 stattfinden. Das ist das Ergebnis einer Telefonschalte von Japans Premierminister Shinzo Abe, IOC-Präsident Thomas Bach und den Mitgliedern des Organisationskomitees. Die formelle Verlegung müssen das IOC, die Gastgeberstadt und das Japanische Olympische Komitee noch offiziell beschließen.

Er habe Bach gebeten, das Sportevent um ein Jahr zu verlegen, sagte Abe dem Fernsehsender NHK. Der IOC-Präsident habe diesem Vorschlag "zu 100 Prozent" zugestimmt. Der Schritt sei angesichts der Coronavirus-Pandemie unvermeidlich, weil die ursprünglich für Juli und August angesetzten Wettkämpfe unter den gegebenen Umständen nicht vollständig ausgetragen werden könnten, erklärte Abe. Einzelne Länder hatten zuvor bereits angekündigt, keine Sportler zu entsenden, sollte das Event wie geplant stattfinden.

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Das IOC hatte lange an einer Ausrichtung der Spiele im Sommer festgehalten. Doch zuletzt räumten die Organisatoren selbst ein, dass eine Austragung der Spiele aufgrund der Coronavirus-Pandemie überdacht werden müsse. "Wir sind nicht so blöd, die Olympischen Spiele wie geplant auszutragen“, sagte Yoshiro Mori, der Präsident des Organisationskomitees von Tokio zuletzt. Auch Premierminister Abe sprach angesichts der Ausmaße der Coronavirus-Pandemie bereits von einer Verschiebung.

IOC-Präsident Bach hielt lange an Olympia-Austragung fest

Die Verschiebung von Olympia und Paralympics wird Japan teuer zu stehen kommen. Nach Meinung von Experten sind mit Kosten von bis zu 670 Milliarden Yen (rund 5,7 Milliarden Euro) zu rechnen. Laut dem Chefökonomen des Finanzunternehmens SMBC Nikko Securities, Junichi Makino, könnte eine Spiele-Absage das Land 7,8 Billionen Yen kosten.

In einer persönlichen E-Mail an die Athleten warb IOC-Präsident Thomas Bach zuletzt erneut um Verständnis dafür, dass eine endgültige Entscheidung über einen Termin für die Tokio-Spiele - eine Verschiebung in den Herbst, ins nächste Jahr oder bis 2021 - noch verfrüht wäre. „Ich weiß, dass diese beispiellose Situation viele Ihrer Fragen offenlässt“, schrieb der 66-jährige Deutsche. „Ich weiß auch, dass dieser rationale Ansatz möglicherweise nicht mit den Emotionen übereinstimmt, die viele von Ihnen durchleben müssen.“

So hatte das IOC noch am Sonntag erklärt, dass es bis zu einer finalen Entscheidung bis zu vier Wochen dauern könne. Nun die schnelle Wende.