13. Februar 2020 / 11:48 Uhr

Offiziell: Jürgen Klinsmann muss Aufsichtsrat von Hertha BSC verlassen

Offiziell: Jürgen Klinsmann muss Aufsichtsrat von Hertha BSC verlassen

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Ära von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC ist mit sofortiger Wirkung beendet.
Die Ära von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC ist mit sofortiger Wirkung beendet. © 2020 Getty Images
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Hertha BSC hat das Kapitel Jürgen Klinsmann beendet. Nach seinem Rücktritt als Trainer des Bundesligisten sitzt der Ex-Nationalspieler auch nicht mehr Aufsichtsrat der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA. Das gab der Verein am Donnerstagmittag bekannt.

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Die kurze Ära von Jürgen Klinsmann bei Hertha BSC ist endgültig beendet. Zwei Tage nach seinem Rücktritt als Trainer der Berliner und einen Tag nach einem bemerkenswerten Facebook-Auftritt des 55-Jährigen verlässt Klinsmann auch den Aufsichtsrat des Hauptstadtklubs. Dies verkündete die Hertha auf einer Pressekonferenz am Donnerstagmittag. "Meine einzige klare Aussage: Jürgen Klinsmann hat nicht nur Hertha BSC, sondern das gesamte Projekt verlassen", sagte Vereinspräsident Werner Gegenbauer. Der Spiegel hatte schon am Mittwochabend davon berichtet, dass Klinsmann seinen Posten im Kontrollgremium abgeben muss.

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Nach Ansicht der Vereins und von Investor Lars Windhorst war Klinsmann nach seiner Demission als Coach und öffentlicher Kritik an Geschäftsführer Michael Preetz offenbar auch in seiner Funktion als Aufsichtsrat nicht mehr tragbar. "Eine Zusammenarbeit im Aufsichtsrat ist nicht vorstellbar. Leider ist die Art und Weise des Abgang so unakzeptabel, dass wir im Sinne des Vereins eine sinnvolle Zusammenarbeit in dieser Form nicht fortführen können", sagte Windhorst, der als engster Vertrauter von Klinsmann gilt. Das ruhende Amt im Aufsichtsrat wird demnach nicht wieder aufgenommen. Windhorst weiter: "Ob wir in Zukunft, wenn sich die Wogen geglättet haben, noch einmal auf ihn und seinen Rat zurückgreifen, werden wir sehen. Ich schlage keine Türen zu."

Vom Hoffnungsträger zum Unruhestifter: Die Chaos-Chronologie von Klinsmann bei Hertha BSC

Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! Zur Galerie
Das Engagement von Jürgen Klinsmann als Hertha-Trainer hat nach nur zehn Wochen ein abruptes Ende gefunden - dann kam der chaotische Abschied samt Zwist mit der Vereinsführung. Der SPORTBUZZER zeigt die Chronologie von Klinsmanns Zeit bei Hertha - und des Trubels danach! ©

Nachdem die Berliner und Preetz von Klinsmanns Rückzug als Trainer kalt erwischt worden waren, hatte der ehemalige Nationalspieler in seiner bei Facebook veröffentlichten Abschiedserklärung erstmals vereinsinterne Spannungen angedeutet. In einem Live-Video bei Facebook war Klinsmann am Donnerstag dann konkreter geworden. "Es ging einfach um klare Kompetenzaufteilung. Und diese Kompetenzaufteilung haben wir nicht hinbekommen", sagte er: "Und das betrifft in erster Linie mich und Michael Preetz."

Klinsmann-Kritik an Preetz und Medien

Weiter sagte er über Preetz: "Das hat mir unglaublich aufgestoßen, diese Art der Arbeit. Dass ein Manager noch da sitzt und seine Kommentare gibt zu den Spielern, zum Schiedsrichter. Und auch viele andere Dinge." Auch die Medien bekamen von Klinsmann ihr Fett weg. Mit Blick auf Berichte über seine vermeintlich abgelaufene Trainer-Lizenz wetterte er: "Das ist vielleicht auch noch so ein Thema. Meine Fußball-Lehrer-Lizenz war nie abgelaufen. Die ganze Scheiße, die da erfunden wurde, hätte auch nicht sein müssen."

​50 ehemalige Spieler von Hertha BSC – und was aus ihnen wurde.

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Klinsmann war Anfang November durch die Tennor Holding von Geldgeber Windhorst für einen Platz im Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA benannt worden, nachdem diese ihre Anteile für insgesamt 224 Millionen Euro auf 49,9 Prozent aufgestockt hatte. Dieses Amt ließ Klinsmann ruhen, als er knapp drei Wochen später den Cheftrainerposten übernahm. Ursprünglich wollte Klinsmann auch nach seinem plötzlichen Rückzug vom Trainer-Posten in das Kontrollgremium zurückkehren - dieser Plan ist nun hinfällig.