04. Juli 2020 / 13:49 Uhr

Offiziell: Trainer Dieter Hecking und HSV gehen getrennte Wege - Nachfolger-Suche beginnt

Offiziell: Trainer Dieter Hecking und HSV gehen getrennte Wege - Nachfolger-Suche beginnt

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Dieter Hecking ist nicht mehr länger Trainer des Hamburger SV.
Dieter Hecking ist nicht mehr länger Trainer des Hamburger SV. © imago images
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Jetzt ist es offiziell: Trainer Dieter Hecking und der Hamburger SV gehen nach dem verpassten Wiederaufstieg in die Bundesliga getrennte Wege. Der Zweitligist gab am Samstag bekannt, mit dem Trainer keinen Anschluss-Vertrag zu vereinbaren.

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Die Ära von Trainer Dieter Hecking beim Hamburger SV ist nach nur einem Jahr beendet: Der Verein bestätigte am Samstag Medienberichte, wonach er mit dem 55 Jahre alten Coach keinen neuen Vertrag für die dritte Zweitliga-Saison des HSV abschließen werde. Hamburger Morgenpost und Hamburger Abendblatt hatten bereits am Freitag nach einem Treffen von Hecking mit Sportvorstand Jonas Boldt berichtet, dass sich eine "Trennung im Guten" abzeichne. Nach Informationen der Bild habe Hecking ein Angebot für einen neuen Vertrag abgelehnt. Als mögliche Nachfolger werden André Breitenreiter (zuletzt Hannover 96), Dimitrios Grammozis (SV Darmstadt 98) und der kurz vor Saisonende bei der TSG Hoffenheim entlassene Alfred Schreuder gehandelt.

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"Wir hatten einen sehr offenen, ehrlichen Austausch. Wir haben erst die Analyse der abgelaufenen Saison vorgenommen und uns anschließend über die Möglichkeiten für die kommende Spielzeit unterhalten. Unterm Strich sind wir dadurch etwas gezwungen, einen veränderten Weg einzuschlagen", wird Sportvorstand Boldt in der HSV-Stellungnahme zitiert. Hecking selbst erklärte: "Ich werde, nach ausführlichen Gesprächen u. a. mit Jonas Boldt, meine Tätigkeit in Hamburg nicht fortführen. Ich möchte den Verantwortlichen auch die Möglichkeit geben, in der Nach-Corona-Zeit und unter veränderten Bedingungen die nun nötigen Schritte zu gehen."

HSV patzt zum Saisonende gegen Sandhausen

Hecking hatte die Hamburger zu Beginn der abgelaufenen Spielzeit mit dem Ziel übernommen, den HSV in dessen zweitem Jahr in der 2. Liga zurück in die Bundesliga zu führen. Nach einem dramatischen Saisonendspurt mit einer Last-Minute-Niederlage beim direkten Konkurrenten 1. FC Heidenheim, der schließlich in die Aufstiegs-Relegation gegen Werder Bremen einzog, und einer 1:5-Klatsche im Heimspiel gegen den SV Sandhausen hatte der HSV diese Vorgabe aber verpasst. Aufgestiegen sind stattdessen Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld und der 2019 aus der Bundesliga abgestiegene VfB Stuttgart. Heidenheim kann nach dem 0:0 im Relegations-Hinspiel in Bremen am Montag (20.30 Uhr) im zweiten Duell mit Werder nachziehen.

Karriere-Killer HSV? So erging es den Trainern nach der Trennung

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Der Vertrag von Hecking, der von Borussia Mönchengladbach nach Hamburg gewechselt war, ist am 30. Juni ausgelaufen, hätte sich im Falle des Aufstiegs mit dem HSV aber automatisch verlängert. Dennoch hatte der erfahrene Trainer in den vergangenen Monaten mehrfach angedeutet, sich einen Verbleib bei den Hansestädtern auch dann vorstellen zu können, wenn es mit der anvisierten Bundesliga-Rückkehr nicht auf Anhieb klappen sollte. Auch Boldt hatte Hecking stets als seinen "ersten Ansprechpartner" bezeichnet. Ein Streitpunkt zwischen Klub und Coach soll gewesen sein, dass die Hamburger die Mannschaft möglicherweise qualitativ nicht wie gewünscht aufstellen können. Denn nach dem Ausstieg zweier Top-Sponsoren und durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie muss der HSV das Budget für den Lizenzspieler-Kader angeblich von 30 Millionen auf 23 Millionen Euro jährlich herunterfahren.